Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
Nato als „Einbahnstraße“: Trump wettert gegen Verbündete
Israel: Kommandeur der iranischen Basidsch-Einheiten getötet
Israel fliegt neue Angriffe auf Ziele in Teheran und Beirut
Israel kündigt Ausweitung des Bodeneinsatzes in Libanon an
Bundesregierung warnt vor größeren Bodeneinsätzen in Libanon
Iranische Medien bestätigen Tod von Sicherheitschef Laridschani
In den iranischen Staatsmedien wird der Tod des iranischen Sicherheitschefs Ali Laridschani bestätigt. Auf dem ehemaligen Twitteraccount des wichtigen Militärstrategen hieß es, „ein Diener Gottes ist als Märtyrer zu seinem Herrn gelangt". Israels Verteidigungsminister, Israel Katz, hatte am Morgen erklärt, der einflussreiche Sekretär des Nationalen Sicherheitsrates sei bei einem Angriff getötet worden.
Laridschani war in den vergangenen Monaten zu einer zentralen Figur im iranischen Machtapparat aufgestiegen. Er wurde im August 2025 auf den Posten im Sicherheitsrat berufen. Zuvor hatte er als Berater des am 28. Februar getöteten Religionsführers Ayatollah Ali Chamenei gearbeitet. Der Aufstieg des 67-Jährigen überraschte damals viele Beobachter. Laridschani galt als Pragmatiker und hegte Ambitionen auf das Präsidentenamt. Für die Wahl 2024 wurde er jedoch vom mächtigen Wächterrat, einem Kontrollgremium, disqualifiziert.
Laridschani studierte Mathematik und galt als „Mann des Systems“, vertrat in den vergangenen Jahren jedoch auch wiederholt moderatere Positionen. Wie viele heutige Politiker machte er zunächst Karriere bei der Revolutionsgarde und stieg bis zum Brigadegeneral auf, ehe er Anfang der Neunzigerjahre aus dem aktiven Dienst ausschied. Er soll eine Schlüsselrolle bei der Niederschlagung der jüngsten Massenproteste gespielt haben, berichtete das Exilmedium Iranwire. Tausende Demonstranten wurden bei den Aufständen Anfang Januar getötet.
Irans Sicherheitsrat befasst sich mit Fragen der nationalen Sicherheit, der Landesverteidigung und dem Schutz der Islamischen Revolution. Neben dem Präsidenten als Vorsitzendem gehören dem Gremium mit rund einem Dutzend Mitgliedern mehrere Minister und Generäle an. Der Rat kann Entscheidungen treffen, ohne das Parlament einzubeziehen, die nach Zustimmung des Religionsführers endgültig sind.
Anfang März porträtierte SZ-Korrespondent Raphael Geiger Laridschani in diesem Text:
Bericht: Russland teilt Satellitenbilder mit Iran
Russland weitet einem Zeitungsbericht zufolge seine geheimdienstliche und militärische Zusammenarbeit mit Iran aus. Die Regierung in Moskau stelle Teheran Satellitenbilder und verbesserte Drohnentechnologie zur Verfügung, berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen. Damit werde Iran dabei unterstützt, US-Streitkräfte in der Region ins Visier zu nehmen, schreibt die Zeitung weiter.
Israel meldet neue Angriffe aus Libanon
Die proiranische Hisbollah in Libanon hat der israelischen Armee zufolge erneut Israel beschossen. Israelischen Medien zufolge feuerte die Miliz am Abend Dutzende Raketen und Drohnen ab. Demnach gab es Schäden durch Einschläge von Raketenteilen. Unter anderem sei ein Wohnhaus getroffen worden. Berichte über Verletzte gab es bisher nicht. In mehreren Gegenden im Norden Israels sowie in israelischen Siedlungen im Westjordanland heulten Warnsirenen.
Die Hisbollah reklamierte mehrere Angriffe mit Raketen und Drohnen für sich. Zuvor hatte Israels Armee Pläne der Hisbollah für umfangreiche Raketenangriffe auf Israel für den Abend publik gemacht. Das israelische Militär teilte auch mit, die israelische Luftwaffe greife derzeit Raketenabschussrampen und weitere Ziele der Hisbollah in Libanon an.
Israelischer Panzer womöglich für Beschuss von UN-Posten in Südlibanon verantwortlich
Eine interne UN-Untersuchung kommt einem Insider zufolge zu dem vorläufigen Schluss, dass israelischer Panzerbeschuss einen UN-Posten in Südlibanon getroffen hat. Bei dem Vorfall am 6. März seien ghanaische Blauhelm-Soldaten verletzt worden, sagt ein westlicher Militärvertreter der Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf den Bericht. Die Spurenlage deute auf drei Volltreffer durch die Hauptkanone eines israelischen Kampfpanzers hin. Da die verwendete Munition von Israel Military Industries (IMI) hergestellt werde, sei eine israelische Beteiligung unbestreitbar. Eine Sprecherin der UN-Beobachtermission Unifil erklärte, die Untersuchung sei noch nicht abgeschlossen. Das israelische Militär nahm zunächst nicht Stellung.
Berichte: Flammen an US-Botschaft im Irak nach Angriff
In der irakischen Hauptstadt Bagdad ist die US-Botschaft erneut unter Beschuss geraten. Von dem Gebäude im hoch gesicherten Regierungsviertel stieg Rauch auf, wie irakische Medien berichteten. Zunächst bekannte sich niemand zu der Attacke. Erst vor zwei Tagen war bei einem Angriff offenbar ein Abwehrsystem an der Botschaft getroffen worden.
„Verbotene Gruppen“ hätten die Botschaft erneut angegriffen, teilten die irakischen Streitkräfte mit. Es handle sich um einen „Terrorangriff“ auf die Souveränität des Landes. Ministerpräsident Mohammed al-Sudani verurteilte Angriffe auf Botschaften und andere diplomatische Vertretungen im Land.
Der Irak grenzt an Iran und ist im Zuge des Kriegs ebenfalls Schauplatz von Angriffen. Im Irak haben die mit Teheran verbündeten Milizen großen Einfluss, die immer wieder Angriffe auf US-Truppen im Land für sich beanspruchen. In den vergangenen Tagen gab es unter anderem Angriffe auf einen US-Militärstützpunkt in der Nähe des Flughafens von Bagdad.
Bericht: USA drängen Syrien zu Militäreinsatz gegen Hisbollah in Libanon
Die USA haben Syrien Insidern zufolge dazu ermutigt, Truppen in den Osten Libanons zu entsenden, um bei der Entwaffnung der Hisbollah zu helfen. Die Regierung in Damaskus zögere jedoch, sich auf eine solche Mission einzulassen, sagten fünf mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Damaskus befürchtet demnach, in den seit Ende Februar tobenden Krieg im Nahen Osten hineingezogen zu werden und religiöse Spannungen anzuheizen.
Nato als „Einbahnstraße“: Trump wettert gegen Verbündete
US-Präsident Donald Trump kritisiert erneut die Nato-Verbündeten für ihre Weigerung, sich am Krieg gegen Iran zu beteiligen. Die meisten Partner hätten ihm mitgeteilt, dass sie nicht in den Konflikt verwickelt werden wollten, teilt Trump auf der Plattform Truth Social mit. Dies überrasche ihn nicht, da er die Allianz schon immer als „Einbahnstraße“ betrachtet habe. Er betont, die USA hätten Milliarden Dollar zur Verteidigung der Nato-Verbündeten ausgegeben. Die USA benötigten ihre Hilfe jedoch nicht, da sie die iranische Marine, Luftwaffe und Führungsebene bereits ausgeschaltet hätten. Dies gelte auch für Verbündete wie Japan, Australien und Südkorea.
Die Weigerung der Nato-Staaten sei ein „sehr dummer Fehler“, so Trump später. Die Haltung der Allianz sei unverständlich. Es sei nicht gut für die Partnerschaft, wenn Hilfe verweigert werde. Er sei enttäuscht von der Nato. Eine tolle Unterstützung habe es dagegen von Katar, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain gegeben, sagt Trump.
Drei libanesische Soldaten sterben bei israelischem Angriff
Bei einem israelischen Luftangriff in Südlibanon sind nach Angaben der libanesischen Armee in der Stadt Nabatijeh drei Soldaten ums Leben gekommen. Sie seien mit einem Auto und einem Motorrad unterwegs gewesen, teilt das Militär auf X mit. Zwei weitere Soldaten seien verletzt worden. Die israelische Armee erklärt, der Vorfall werde geprüft. Man gehe gegen die Hisbollah vor und nicht gegen die libanesischen Streitkräfte.
Macron: Frankreich beteiligt sich nicht an Öffnung der Straße von Hormus
Frankreich wird sich Präsident Emmanuel Macron zufolge in der aktuellen Lage keinesfalls an militärischen Einsätzen zur Öffnung der Straße von Hormus beteiligen. "Wir sind keine Konfliktpartei", sagt Macron zu Beginn einer Kabinettssitzung. Paris arbeite jedoch weiter an der Vorbereitung einer Koalition, die nach dem Ende der Feindseligkeiten die Freiheit der Schifffahrt gewährleisten soll.
Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump behauptet, Frankreich sei bereit, bei der Öffnung der Straße von Hormus zu helfen. Er habe am Sonntag mit seinem Amtskollegen Emmanuel Macron gesprochen, sagte Trump.
Iran will Spiele bei der Fußball-WM von den USA nach Mexiko verlegen
Iran verhandelt wegen des Kriegs in Nahost mit dem Fußballweltverband Fifa über eine Verlegung seiner Spiele bei der Weltmeisterschaft von den USA nach Mexiko. Grund seien Sicherheitsbedenken, teilte der Präsident des iranischen Fußballverbands, Mehdi Tadsch, mit.
Da US-Präsident Donald Trump ausdrücklich erklärt habe, dass er die Sicherheit der iranischen Nationalmannschaft nicht gewährleisten könne, "werden wir mit Sicherheit nicht nach Amerika reisen", erklärte Tadsch in einem Beitrag der iranischen Botschaft auf der Online-Plattform X. "Wir verhandeln mit der Fifa, um die WM-Spiele Irans in Mexiko auszutragen."
Die Fifa äußert sich dazu nur indirekt. Man sei in regelmäßigem Kontakt mit den Verbänden aller teilnehmenden Nationen um die Planungen für die WM im Sommer zu diskutieren, teilte ein Sprecher des Weltverbandes der Deutschen Presse-Agentur mit. „Die Fifa freut sich auf alle teilnehmenden Mannschaften, die gemäß dem am 6. Dezember 2025 veröffentlichten Spielplan antreten“.
Trump hatte in der vergangenen Woche gesagt, Iran sei willkommen, an der WM teilzunehmen. Zugleich merkte er jedoch an, dass es "für ihr eigenes Leben und ihre Sicherheit" möglicherweise nicht angemessen sei, in den USA zu spielen. Zuletzt waren die Zweifel an einer WM-Teilnahme Irans wegen des Kriegs mit den USA und Israel gewachsen. Der iranische Sportminister hatte vergangene Woche erklärt, eine Teilnahme sei nicht möglich. Die WM findet vom 11. Juni bis 19. Juli in den USA, Kanada und Mexiko statt. Iran soll in der Vorrunde zwei Gruppenspiele in Los Angeles und eines in Seattle bestreiten.
Indien dementiert Bericht über Tauschgeschäft mit Iran
Indien dementiert Verhandlungen mit Iran über die Freigabe von drei festgesetzten Tankern. Es gebe keine Gespräche darüber, den Iranern die Schiffe im Gegenzug für sicheres Geleit indischer Frachter durch die Straße von Hormus zu überlassen, teilt das Außenministerium in Delhi mit. Ein Sprecher bezeichnet einen entsprechenden Bericht der Nachrichtenagentur Reuters als unbegründet.
Die indische Marine hatte im Februar drei unter US-Sanktionen stehende Öl-Tanker nahe indischen Hoheitsgewässern gestoppt. Den Betreibern warf Indien vor, auf hoher See illegalerweise Öl auf nicht sanktionierte Schiffe umzuladen. Reuters hatte am Montag unter Berufung auf Insider gemeldet, Teheran wolle die beschlagnahmten Tanker mit Verhandlungen freibekommen.
Hintergrund der Auseinandersetzung ist der Krieg der USA und Israels gegen Iran, der den Schiffsverkehr in der Golfregion fast zum Erliegen gebracht hat. Für Indien ist die Route theoretisch lebenswichtig: Etwa 90 Prozent der indischen Flüssiggasimporte (LPG) stammen aus der Region. Zuletzt hatte Iran zwei indischen LPG-Tankern die Durchfahrt gestattet.
Geheimdienst soll in Iran 55 angebliche Kollaborateure festgenommen haben
Der Geheimdienst der Revolutionsgarde hat 55 Personen im Süden Irans festgenommen, denen das Regime Zusammenarbeit mit den USA und Israel vorwirft. Das meldet die iranische Nachrichtenagentur Tasnim. Menschenrechtsorganisationen dokumentierten schon vor Kriegsbeginn willkürliche Festnahmen in Iran. Amnesty International und Human Rights Watch berichten regelmäßig von Fällen, in denen Bürger unter vagen Vorwürfen wie „Spionage" oder „Verschwörung gegen die nationale Sicherheit" inhaftiert werden.
Die Agentur berichtet auch, das iranische Geheimdienstministerium habe in einer landesweiten Aktion Hunderte Empfangsgeräte für das US-Satellitennetzwerk Starlink beschlagnahmen lassen. Die Beschlagnahmung der Starlink-Geräte ist mutmaßlich Teil der Internetzensur des Regimes, die die Kommunikation der Bevölkerung unterbinden soll.
Israel: Kommandeur der iranischen Basidsch-Einheiten getötet
Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben den Kommandeur der iranischen Basidsch-Einheiten, Brigadegeneral Gholamresa Soleimani, gezielt getötet. Der Angriff habe am Montag in Teheran stattgefunden, hieß es in der Mitteilung des Militärs. Aus Iran gab es dafür bisher keine Bestätigung.
Die Basidsch-Einheiten unter Soleimanis Führung seien für die blutige Niederschlagung der Proteste in Iran im Januar verantwortlich, schrieb die israelische Armee. Die Basidsch-e Mostasafin (Mobilisierte der Unterdrückten) ist eine paramilitärische Einheit in Iran. Gegründet nach der Islamischen Revolution 1979 und rekrutiert aus jungen Teilen der Gesellschaft, spielt die Miliz eine zentrale Rolle bei der Unterdrückung von Protesten im Land. Die Miliz ist Teil der Revolutionsgarde, ihr sollen mehrere Hunderttausend systemtreue Anhänger angehören.










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