Der reduzierte Impfplan für Kinder von US-Gesundheitsminister Kennedy sei willkürlich, urteilte ein Bundesrichter. Damit gab er einer Klage von Kinderärzten statt.
17. März 2026, 0:16 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AFP, dpa, mm
Ein US-Richter hat den Kurswechsel in der Impfpolitik unter Präsident Donald Trump vorerst gestoppt. Bundesrichter Brian Murphy urteilte, die von Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. herbeigeführten Änderungen seien "willkürlich" und verstießen gegen wissenschaftliche Methoden und eingespielte Verfahren. Konkret beanstandete der Richter den reduzierten Impfplan für Kinder sowie die eingeschränkten Empfehlungen für Corona-Immunisierungen.
Die Trump-Regierung habe das traditionelle Verfahren für Impf-Empfehlungen "missachtet und damit die Redlichkeit ihres Handelns untergraben", sagte Murphy, der von Trumps Vorgänger Joe Biden ernannt worden war. Er gab damit Klagen von Ärzteverbänden statt.
Murphy urteilte außerdem, dass Kennedy mit der Neubesetzung eines Beratungskomitees für Impfungen vermutlich gegen Bundesrecht verstoßen habe. Der teils mit Impfskeptikern besetzte Ausschuss hatte unter anderem empfohlen, Kinder nicht mehr gegen Rotaviren, Influenza, Hepatitis A und B und Meningokokkenformen zu impfen.
Gesundheitsministerium behauptet, die Entscheidung werde wieder aufgehoben
Der Verband der Kinderärzte nannte die Entscheidungen "historisch und willkommen". Die Änderungen durch den von Kennedy neu berufenen Impfausschuss hätten "Chaos und Verwirrung für Eltern und Kinderärzte im ganzen Land gestiftet", teilte der Verband mit.
Das Gesundheitsministerium erwartet nach Angaben eines Sprechers dagegen, dass die Entscheidung in der nächsten Instanz wieder aufgehoben werde. Kennedy gilt selbst als Impfskeptiker und hatte den Ausschuss mit der Überprüfung der mehr als 30 Jahre alten Regeln beauftragt. Kennedy, ein Neffe des früheren Präsidenten John F. Kennedy, bringt Immunisierungen etwa mit Autismus bei Kindern in Zusammenhang. Dies ist jedoch nicht wissenschaftlich erwiesen.
Hintergrund ist eine steigende Impfskepsis in den USA. Fachleute warnen vor einer Rückkehr potenziell tödlicher Krankheiten, die als weitgehend ausgerottet galten. Im vergangenen Jahr erlebten die USA den größten Masernausbruch seit mehr als 30 Jahren, mit mehr als 1.400 Fällen.

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