LNG: Flüssiggaslieferungen aus den USA nach Deutschland steigen auf Rekordniveau

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Die Abhängigkeit Deutschlands von US-Flüssiggas -Importen hat im vergangenen Jahr zugenommen. Insgesamt importierte Deutschland 2025 rund 101 Terawattstunden Gas aus den USA – ein Plus von mehr als 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit erreichten die LNG-Importe aus den USA einen neuen Höchstwert, wie offizielle US-Exportdaten zeigen, die von der Deutschen Umwelthilfe ausgewertet wurden und dem SPIEGEL vorliegen.

Mittlerweile stammen rund 96 Prozent aller deutschen LNG-Importe aus den USA. Für das US-Gas zahlten die Deutschen rund 3,2 Milliarden Dollar, gegenüber 1,9 Milliarden im Jahr 2024.

Die Gesamtmenge an Flüssiggas, das über deutsche Terminals ins deutsche Gasnetz kam, stieg ebenfalls: von 69 Terawattstunden im Jahr 2023 auf nunmehr 106 Terawattstunden. Die höchste Auslastung erreichte das Terminal Brunsbüttel mit 84 Prozent, die beiden Terminalschiffe in Wilhelmshaven kamen gemeinsam auf rund 65 Prozent. Das umstrittene Terminal auf Rügen blieb mit 48 Prozent Auslastung Schlusslicht.

DUH-Forderung: Keine neuen Importverträge für US-LNG

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert die Entwicklung scharf. »Bei den LNG-Importen geht es längst nicht mehr um die Bewältigung einer kurzfristigen Krise. Donald Trump nutzt die Gaslieferungen gezielt, um Europa und Deutschland in eine fatale fossile Abhängigkeit zu drängen«, sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner.

Die Umweltorganisation fordert, den Ausbau von LNG-Terminals an der deutschen Küste sofort zu stoppen und keine neuen Importverträge für US-Fracking-Gas abzuschließen. Stattdessen müsse die Bundesregierung auf Energieeffizienz und den Ausbau erneuerbarer Energien setzen.

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