Iran: Irans Polizeichef fordert Protestierende zur Selbstanzeige auf

vor 13 Stunden 5

BenachrichtigungPfeil nach linksPfeil nach rechtsMerklisteAufklappenAbspielenPauseAbspielenWiederholen

Wer "unwissentlich" protestiert habe, würde "Nachsicht" erfahren, heißt es von Irans Polizei. Die Lufthansa setzt bis Ende März alle Flüge nach Teheran aus.

19. Januar 2026, 23:57 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AFP,

 Schätzungen zufolge wurden bei den Protesten im Iran mehr als 3.400 Menschen getötet.
Schätzungen zufolge wurden bei den Protesten im Iran mehr als 3.400 Menschen getötet. © Atta Kenare/​AFP/​Getty Images

Nach der brutalen Niederschlagung der Proteste im Iran hat der Polizeichef des Landes Demonstranten aufgerufen, sich binnen drei Tagen den Behörden zu stellen. Junge Menschen, die "unwissentlich in die Unruhen verwickelt" worden seien, würden als "getäuschte Personen und nicht als feindliche Soldaten" und "mit Nachsicht vom System" betrachtet, sagte der Behördenchef Ahmad-Resa Radan im iranischen Staatsfernsehen.

Die Proteste im Iran hatten am 28. Dezember begonnen. Sie entzündeten sich an der schlechten Wirtschaftslage, weiteten sich aber rasch zu einer Massenbewegung gegen die religiöse und politische Führung der Islamischen Republik aus. Die Behörden gingen brutal gegen die Demonstrierenden vor. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHR) wurden mindestens 3.428 Demonstrierende getötet, einige Schätzungen gehen demnach sogar von 5.000 bis 20.000 Toten aus.

Die Führung des Iran stellt die Proteste als Komplott der USA und Israels dar. Irans Präsident Massud Peseschkian, Justizchef Gholamhossein Mohseni Edschei und Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf kündigten in einer gemeinsamen Erklärung an, die Anstifter "terroristischer Vorfälle" würden "entschlossen bestraft".

Kein Internet, keine Flüge der Lufthansa

Im Zuge der Proteste wurde im Land der Zugang zum Internet unterbrochen. Am Sonntag waren im Iran ausländische Websites wie Google kurzzeitig aufrufbar gewesen. Am Montag war es jedoch erneut unmöglich, Links aus Suchergebnissen zu öffnen.

Die Lufthansa kündigte an, ihre Flüge von und nach Teheran bis Ende März auszusetzen. Die Verbindungen würden bis einschließlich 29. März gestrichen, sagte eine Sprecherin der Fluggesellschaft. Bereits am Mittwoch hatte die Lufthansa mitgeteilt, den Luftraum über dem Iran und dem Nachbarland Irak bis auf Weiteres zu meiden.

Gesamten Artikel lesen