Billie Eilish wirft US-Regierung vor, Bürgerrechte zu beschneiden

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Billie Eilish bei der Preisverleihung in Atlanta

Billie Eilish bei der Preisverleihung in Atlanta

Foto: Paras Griffin / Getty Images

Popstar Billie Eilish, 24, unterstützte im US-Wahlkampf die Demokratin Kamala Harris gegen den späteren Sieger Donald Trump. Nun zählt sie zu den größten Kritikerinnen der Trump-Regierung. Von anderen Promis würde sie sich ähnliche Äußerungen wünschen, wie sie nun erklärte. »Ich habe diese Plattform und ich denke, es ist meine Verantwortung, sie zu nutzen. Also habe ich das Gefühl, dass ich nur das tue, was jeder in meiner Position tun sollte«, sagte Eilish laut »Hollywood Reporter« .

Das King-Center, das das Erbe des Bürgerrechtlers Martin Luther King Jr. weitertragen will, zeichnete Eilish am Samstag mit einem Award für ihr philanthropisches Engagement aus. Eilish hatte zuletzt etwa 11,5 Millionen Dollar an Gruppen gespendet, die sich für Klimagerechtigkeit einsetzen. In ihrer Dankesrede erklärte Eilish, es sei seltsam, diesen Preis jetzt zu erhalten, wo das Ziel der Klimagerechtigkeit angesichts der politischen Lage in den USA weniger erreichbar erscheine.

»Wir sehen, wie unsere Nachbarn entführt werden, friedliche Demonstranten angegriffen und ermordet werden, unsere Bürgerrechte beschnitten werden«, sagte Eilish. Damit nahm sie Bezug auf die Mitarbeiter der Einwanderungsbehörde ICE, die gegen Migranten vorgehen. Ein ICE-Beamter hatte bei einem Einsatz in Minneapolis die unbewaffnete 37 Jahre alte Renee Good in ihrem Auto mit mehreren Schüssen getötet.  Proteste und Konfrontationen zwischen Einwohnern der Stadt und ICE-Einsatzkräften waren die Folge.

Eilish warf der US-Regierung außerdem vor, Ressourcen zur Bekämpfung der Klimakrise zugunsten fossiler Brennstoffe zu kürzen, der Zugang zu Nahrungsmitteln und Gesundheitsversorgung werde zu einem Privileg für reiche Menschen. »Es ist ganz klar, dass der Schutz unseres Planeten und unserer Gemeinden für diese Regierung keine Priorität hat«, sagte Eilish. Deswegen sei es für sie nun schwer, die Auszeichnung zu feiern, »wenn wir uns in unseren eigenen Häusern oder auf unseren Straßen nicht mehr sicher fühlen.«

Der Abend im King-Center mit einer Gemeinschaft, die sich für das Erbe von Martin Luther King Jr. einsetze, stimmte Eilish aber offenbar hoffnungsvoll. Der Abend habe sie sehr inspiriert, sagte Eilish.

US-Präsident Trump regiert durch Spektakel, Geschwindigkeit und Gewalt. Seine Stärke ist die Überforderung aller. Seine Schwäche: Er liefert nur für 30 Prozent der Bevölkerung. Ein Jahr Trump II – die SPIEGEL-Bilanz lesen Sie hier. 

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