Kunstankauf in Weimar: Unbekannte Scherenschnitte von Runge erworben

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Die Museen der Klassik Stiftung Weimar haben fünf bislang unbekannte Scherenschnitte des romantischen Künstlers Philipp Otto Runge (1777-1810) für ihre Graphischen Sammlungen erworben. Die Arbeiten stammen aus dem Nachlass der mit Runge befreundeten Hamburger Künstlerfamilie Speckter und befanden sich bis heute im Besitz von Nachfahren, wie die Stiftung am Montag in Weimar mitteilte. Das Konvolut zeige florale Motive wie Flieder, Maiglöckchen, Margerite, Narzisse und Nelke.

Runges Scherenschnitte zählen den Angaben zufolge zu den herausragenden Werken der Romantik. Mit den Papierarbeiten habe er genaue Naturbeobachtung mit naturwissenschaftlichem Interesse an Aufbau und Gestalt der Pflanzen verbunden.

Für Weimar besitzen die Blätter laut Stiftung eine besondere Bedeutung, die sich aus Runges Beziehung zu Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) ergibt. Seit der Jahrhundertwende um 1800 standen beide im Austausch. 1806 übersandte Runge Goethe eine größere Anzahl von Blumenschnitten, mit denen dieser das Musikzimmer seines Wohnhauses am Frauenplan ausstatten wollte. Keines dieser Werke hat sich jedoch in Goethes Sammlung erhalten.

Die angekauften Arbeiten sollen in Goethes Wohnhaus präsentiert werden. Die Direktorin der Museen der Klassik Stiftung Weimar, Annette Ludwig, erklärte, mit dem Ankauf kehrten Runges Scherenschnitte mehr als 200 Jahre später symbolisch ins Goethehaus zurück. Die Scherenschnitte wurden mit Unterstützung der Ernst von Siemens Kunststiftung erworben. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.

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