Adamuz, Spanien
Trümmer, weit über die Unglücksstelle verstreut: Die spanischen Behörden haben neues Videomaterial vom Ort des verheerenden Zugunglücks veröffentlicht. Der Schock in der Gemeinde sitzt tief – Augenzeugen berichten von furchtbaren Eindrücken:
Paqui, Augenzeugin:
»Wir sahen Teile von Menschen, es waren keine Menschen mehr, man fand Arme. Mein Mann sah ein Kind, das im Zug gestorben war. Es war furchtbar anzusehen. Er sah ein anderes Kind, das nach seiner Mutter rief und sie suchte.«
Bei der Kollision zweier Hochgeschwindigkeitszüge in der andalusischen Provinz Córdoba starben mindestens 39 Menschen. Es ist eines der schwersten Eisenbahnunglücke in der Geschichte Spaniens.
Juan Manuel Moreno, Ministerpräsident der Region Andalusien
»Die Aufnahmen waren sehr, sehr schockierend. Sie haben mich auf jeden Fall schockiert. So etwas habe ich noch nie zuvor gesehen.«
Die Ursache für die Kollision der beiden Züge auf gerader Strecke ist noch unklar. Feuerwehrleute versuchen mit Spezialwerkzeug das Fenster der Lok zu öffnen. Forensische Teams vor Ort untersuchen den Gleisabschnitt. Laut Behörden sei die betroffene Bahnstrecke vollständig saniert gewesen. Die Lok des Unglückszuges sei neu und soll erst drei Tage vor dem Unglück inspiziert worden sein. Es sei unklar, warum sie plötzlich auf das gegenüberliegende Gleis geriet.
Beim Aufprall schleuderten Wagen von den Gleisen und stürzten eine vier Meter hohe Böschung hinunter. Die Rettungskräfte hatten Schwierigkeiten, die in den Waggons festsitzenden Passagiere zu befreien.
Paqui, Augenzeugin:
»Ich kann nicht schlafen, diese Bilder lassen mich nicht los. Und wenn sie mich nicht loslassen, stellen Sie sich vor, wie es für meinen Mann ist, der hineinging und alles mit ansehen musste.«
Nach Angaben des Innenministeriums wurden mehr als 170 Menschen bei dem Unglück verletzt, 29 davon schwer. Die Zahl der Todesopfer werde noch steigen – so die Befürchtung.

vor 1 Tag
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