Netflix will in der Übernahmeschlacht um Warner Bros. Discovery punkten – mit einem vereinfachten Angebot. Der Streaminganbieter bietet den gesamten Kaufpreis in bar an.
20. Januar 2026, 18:15 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, akm
In der Übernahmeschlacht um den US-Film- und Medienkonzern Warner Bros. Discovery (WBD) hat Netflix sein Angebot vereinfacht und damit attraktiver gemacht. Netflix will rund 83 Milliarden US-Dollar für Warner Bros. Discovery zahlen. Das entspricht 27,75 Dollar pro Aktie. Neu ist, dass Netflix den gesamten Betrag sofort in bar zahlen will.
Für die Aktionäre würde das mehr Sicherheit bedeuten: Sie würden das Geld sofort erhalten und müssten kein Risiko durch mögliche Kursschwankungen oder eine spätere Wertminderung von Aktien eingehen. Der Streaminganbieter erwartet laut einer Erklärung, dass die Aktionäre von Warner Bros. dem Angebot nun bis zum April zustimmen.
Ein anderer Interessent, Paramount Skydance, hatte ebenfalls versucht, Warner Bros. Discovery zu übernehmen. Der Filmstudio-Betreiber und Streaminganbieter bietet mit 108 Milliarden Dollar rund 25 Milliarden Dollar mehr als Netflix. Dennoch hat die Führung von Warner die Offerte mehrfach zurückgewiesen. Sie begründete dies unter anderem damit, dass die Finanzierung der Transaktion auf wackligen Beinen stehe.
Trump mischt sich in Übernahme ein
Vor wenigen Tagen war Paramount vor einem US-Gericht mit einem Eilantrag gescheitert. Die Firma wollte Warner dazu zwingen, umgehend die Hintergründe der Entscheidung zugunsten von Netflix offenzulegen. Warner will dies erst nach der Abstimmung der Aktionäre über diese Transaktion tun. Ein Termin für eine Abstimmung steht noch nicht fest.
Der Streit um die Übernahme hat inzwischen auch eine politische Seite: Netflix-Mitgründer Reed Hastings unterstützt mit Spenden die oppositionellen Demokraten. Der Vater von Paramount-Chef David Ellison, Milliardär Larry Ellison, hingegen steht auf der Seite von US-Präsident Donald Trump.
Trump hatte die Übernahmepläne von Netflix infrage gestellt und dies mit dem "sehr großen Marktanteil" des Streaminganbieters begründet. Zudem pocht Trump darauf, dass der zu Warner Bros. gehörende Fernsehsender CNN, den er in der Vergangenheit wiederholt scharf kritisiert hatte, verkauft wird.

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