London genehmigt neue chinesische Botschaft trotz Sicherheitsbedenken

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Trotz Spionagebedenken London genehmigt größte chinesische Botschaft Europas

Jahrelang wurde über die neue chinesische Botschaft in London gestritten, nun hat die Regierung grünes Licht gegeben. Dabei räumt Sicherheitsminister Jarvis ein – China werde die nationale Sicherheit weiterhin bedrohen.

20.01.2026, 20.25 Uhr

Blick auf den Royal Mint Court, das Gelände, auf dem die neue Botschaft Chionas in London gebaut werden soll

Blick auf den Royal Mint Court, das Gelände, auf dem die neue Botschaft Chionas in London gebaut werden soll

Foto: Jack Taylor / REUTERS

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Die britische Regierung hat den Bau einer neuen chinesischen Botschaft in der Nähe des Tower of London genehmigt. Die Anlage auf dem historischen Gelände des Royal Mint Court soll die bislang größte chinesische Vertretung in Europa werden. Die Entscheidung fällt trotz Warnungen britischer Sicherheitsbehörden und anhaltender Kritik aus Parlament und Nachbarschaft.

Pekings Pläne zum Bau einer neuen Botschaft auf dem 2018 gekauften Gelände stockten seit drei Jahren. Gegen das Großprojekt hatten unter anderem Anwohner, Abgeordnete aus Großbritannien, US-Politiker und Hongkonger Demokratie-Aktivisten in Großbritannien protestiert. Es gebe die Gefahr, dass Peking die unter dem ‍Gebiet in der Nähe des Londoner Finanzviertels verlaufenden Glasfaserkabel von Finanzunternehmen abhöre. Die oppositionellen Konservativen kritisierten deshalb die Entscheidung der Starmer-Regierung scharf.

Die Botschaft wäre mit 55.000 Quadratmetern zehnmal so groß wie die bisherige und deutlich größer ‌als die chinesische Vertretung in den USA. Damit dürfte es künftig auch mehr chinesische Diplomaten in Großbritannien geben.

Protestplakate in der Nähe des Royal Mint Court in London auf dem die geplante chinesische Botschaft gebaut werden soll

Protestplakate in der Nähe des Royal Mint Court in London auf dem die geplante chinesische Botschaft gebaut werden soll

Foto: Isabel Infantes / REUTERS

Die britischen Geheimdienste MI5 und GCHQ veröffentlichten am Dienstag ‍einen gemeinsamen Brief, in dem sie erklärten, es sei zwar unrealistisch, »jedes potenzielle Risiko« durch alle Botschaftsangehörigen auszuschließen. Die Geheimdienste, die in den Genehmigungsprozess eingebunden waren, betonten jedoch, dass jede Bedrohung durch die neue Botschaft abgewendet werden könne.

»China hat unsere nationale Sicherheit bedroht und wird dies auch weiterhin tun«, ⁠erklärte der britische Sicherheitsminister Dan Jarvis zwar vor dem britischen Parlament. Aber auch er fügte hinzu, dass ihm nach einer detaillierten Risikobewertung im Zusammenhang mit der neuen Botschaft versichert worden sei, »dass die nationale Sicherheit Großbritanniens geschützt ist«.

Der chinesische Präsident Xi Jinping hatte Premierminister Keir Starmer im vergangenen Jahr um Unterstützung gebeten, nachdem sich Widerstand gegen das Vorhaben formiert hatte. Die Regierung übernahm daraufhin die Entscheidungshoheit im Planungsprozess. Die Genehmigung erfolgte vor einer erwarteten Chinareise Starmers mit einer Wirtschaftsdelegation.

Dies wäre der erste Besuch eines britischen Regierungschefs bei ​der mit immer größeren Ansprüchen agierenden asiatischen Supermacht seit 2018. Eigentlich hatte Großbritannien der engste Partner ‌Pekings in Europa sein wollen, ⁠unter anderem wegen des britischen Austritts aus der EU hatten die Beziehungen jedoch gelitten. Einige britische und chinesische Regierungsvertreter hatten zuvor angedeutet, dass die Reise von der Genehmigung der Botschaft abhänge.

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