Zolldrohungen der USA: Europäische Staaten wollen im Streit um Grönland Souveränität wahren

vor 2 Tage 4

Deutschland und sieben weitere Länder haben Trumps Zolldrohungen im Grönland-Streit zurückgewiesen. Europa lasse sich nicht erpressen, warnt Dänemarks Regierungschefin.

Aktualisiert am 18. Januar 2026, 14:58 Uhr Quelle: DIE ZEIT,

42 Kommentare
 Acht Nato-Staaten verurteilen die Zollandrohungen von US-Präsident Donald Trump. Sie solidarisierten sich mit Dänemark und verlangten Dialog auf Augenhöhe.
Acht Nato-Staaten verurteilen die Zollandrohungen von US-Präsident Donald Trump. Sie solidarisierten sich mit Dänemark und verlangten Dialog auf Augenhöhe. © Jörg Sarbach/​dpa

Nach Donald Trumps Zollankündigung haben die betroffene Länder die Drohung von US-Präsident Donald Trump zurückgewiesen. "Zolldrohungen untergraben die transatlantischen Beziehungen und bergen das Risiko einer Eskalation", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von Deutschland und sieben weiteren Ländern. "Wir werden weiterhin geeint und koordiniert reagieren. Wir sind entschlossen, unsere Souveränität zu wahren", kündigten sie an.

Die von Dänemark koordinierte Militärübung "Arctic Endurance" diene der gemeinsamen Sicherheit in der Arktis und stelle keine Bedrohung dar. Als Nato-Verbündete seien die beteiligten Länder der Stabilität in der Region verpflichtet, die ein zentrales transatlantisches Interesse sei, teilten die Regierungen mit.

Zugleich erklärten die Staaten ihre Solidarität mit Dänemark und der Bevölkerung Grönlands. In der Erklärung heißt es weiter: "Wir stehen in voller Solidarität ‍an der Seite des Königreichs Dänemark und der Bevölkerung Grönlands." Man sei zu einem Dialog bereit, der jedoch auf den Prinzipien der Souveränität und territorialen Integrität basieren müsse, ⁠zu denen man fest stehe.

"Europa lässt sich nicht erpressen"

Diese Haltung wird auch von Dänemarks Regierung deutlich geteilt. "Wir sind nicht diejenigen, die den Konflikt suchen", sagte Regierungschefin Mette Frederiksen der Nachrichtenagentur Ritzau. Sie freue sich über die gleichlautenden Signale aus anderen europäischen Ländern. "Europa lässt sich nicht erpressen", sagte sie.

"Das Königreich Dänemark erfährt große Unterstützung", sagte Frederiksen weiter. "Gleichzeitig wird nun noch deutlicher, dass es sich hierbei um eine Angelegenheit handelt, die weit über unsere eigenen Grenzen hinausreicht."

Trump setzt europäische Staaten unter Druck

US-Präsident Trump hatte am Samstag erneut darauf gepocht, Grönland, das zu Dänemark gehört, den USA einzuverleiben. Er behauptete immer wieder, dass dies mit Sicherheitsbedenken wegen einer angeblichen Bedrohung durch China und Russland in der Region begründet sei.

Trump übte auch Kritik daran, dass Deutschland und andere europäische Nato-Staaten auf Einladung Dänemarks einige Soldaten für die Erkundungsmission geschickt haben. Die Soldaten der Verbündeten seien dort "für unbekannte Zwecke", behauptete Trump. Dies sei eine "sehr gefährliche Situation" für die Sicherheit, den Schutz und das Überleben des Planeten.

Zusätzliche Zölle sollen ab Februar in Kraft treten

Mehrere Nato-Staaten, darunter Deutschland und Frankreich, hatten Soldaten für eine Erkundungsmission auf die Insel entsandt. Es gehe um die Frage, ob die Arktis sicher sei und inwiefern Deutschland mit seinen Nato-Partnern dazu beitragen könne, hieß es dazu aus Verteidigungsministerium. Gegen diese acht europäischen Staaten kündigte Trump daraufhin zusätzliche Zölle an. 

Vorgesehen ist ein gestuftes Vorgehen: Ab dem 1. Februar sollen zusätzliche Zölle von zehn Prozent erhoben werden, ab dem 1. Juni dann 25 Prozent – und zwar auf alle Exporte in die USA. Derzeit liegt der reguläre Zollsatz für die meisten EU-Waren bei 15 Prozent.

Verfolgen Sie alle aktuellen Entwicklungen im Streit um die US-Forderungen zu Grönland in unserem Liveblog.

Gesamten Artikel lesen