Ein Gerichtsmediziner hat den Tod eines inhaftierten Migranten Medienberichten zufolge als Tötung eingestuft. Die US-Regierung hatte den Fall als Suizid dargestellt.
22. Januar 2026, 12:42 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, lk
Der Tod eines kubanischen Migranten in einer Haftanstalt der US-Einwanderungsbehörde ICE wird laut einem gerichtsmedizinischen Befund als Tötung eingestuft. Der 55-Jährige sei durch Ersticken infolge von Druck auf Hals und Oberkörper gestorben, wie aus dem Autopsiebericht hervorgeht, den US-Medien übereinstimmend zitierten. Der Bericht vermerkt zudem Schürfwunden an Brust und Knien, die auf einen Kampf hindeuten.
Die rechtsmedizinischen Ergebnisse stehen im Widerspruch zu Aussagen der US-Regierung. Die stellvertretende Ministerin im Heimatschutzministerium, Tricia McLaughlin, hatte nach dem Tod behauptet, der Mann habe versucht, sich das Leben zu nehmen. Wachbeamte hätten in der Haftanstalt nahe El Paso in Texas versucht, ihn zu retten. Der Kubaner habe Widerstand geleistet und während eines Gerangels aufgehört zu atmen. McLaughlin wiederholte diese Darstellung auch nach Veröffentlichung des Autopsieberichts.
Die Washington Post hatte bereits in der vergangenen Woche unter Berufung auf einen Mitinsassen berichtet, Wachbeamte hätten Lunas Campos gewürgt. Der Zeuge habe gehört, wie der Mann wiederholt sagte, er könne nicht atmen. Medizinisches Personal habe im Anschluss eine Stunde lang versucht, ihn wiederzubeleben.
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