Lega-Mitbegründer Italienischer Rechtspopulist Bossi gestorben
Er galt jahrelang als lauter Rechtsaußen der italienischen Politik und als Weggefährte Silvio Berlusconis. Nun ist Umberto Bossi tot. Der Mitgründer der Lega ist im Alter von 84 Jahren gestorben.
19.03.2026, 22.43 Uhr
Umberto Bossi (Aufnahme von 2012)
Foto: Paolo Magni / ANSA / dpaAutomatisch erstellt mit KI. Mehr Informationen dazu hier.
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Umberto Bossi ist tot. Der Mitbegründer der rechten italienischen Regierungspartei Lega starb im Alter von 84 Jahren in einem Krankenhaus in Varese, wie die Partei mitteilte. Bossi hatte Mitte der Achtzigerjahre in der Lombardei die Autonomiebewegung Lega Autonomista gegründet. Daraus entstand später die Lega Nord und schließlich die heutige Lega, die in Rom an der Regierung beteiligt ist.
Bossis Karriere war eng mit dem Aufstieg des 2023 verstorbenen, mehrfachen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi verknüpft, mit dem er sich immer wieder zerstritt. Der frühere Kommunist saß viele Jahre im italienischen Parlament und auch im Europaparlament. Unter Berlusconi, dem Gründer der Partei Forza Italia, war Bossi zweimal Minister. Italiens Präsident Sergio Mattarella würdigte ihn als »aufrichtigen Demokraten«.
Umberto Bossi und der damalige italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi, 2010 in Rom
Foto: Tiziana Fabi / AFPIm Norden des Landes hatte Bossi mit Kritik am italienischen Zentralismus und teils wüsten Tiraden gegen den Süden zeitweise großen Erfolg. 2012 trat er infolge eines Finanzskandals als Parteichef zurück. Wegen Veruntreuung von Parteimitteln wurde er später zu einer Haftstrafe verurteilt. In den vergangenen Jahren trat Bossi trotz seines Senatorenpostens öffentlich nur noch selten in Erscheinung.
Heute wird die Lega von Verkehrsminister Matteo Salvini geführt, der in der Koalition von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni auch Vize-Regierungschef ist. In Umfragen liegt die Lega aktuell bei unter zehn Prozent. Wegen Bossis Tod sagte die Partei am Abend alle Veranstaltungen für eine Volksabstimmung über eine Justizreform am Sonntag und Montag ab.

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