Rätsel um Ilja Remeslo Wenn ein Putin-Fan ihn plötzlich Kriegsverbrecher nennt
Jahrelang war Ilja Remeslo Putins getreuer Propagandist. Jetzt fordert er auf Telegram: Der Präsident gehört vor ein Kriegsgericht. Die Äußerungen gehen weit über das hinaus, was der Kreml an Kritik zulässt.
18.03.2026, 19.21 Uhr
Dezember 2025: Eine Ansprache des russischen Präsidenten wird in Moskau übertragen
Foto:Semenova Maria / SIPA / picture alliance
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Die Kehrtwende eines Kremlpropagandisten sorgt in Russland für Aufregung: Ilja Remeslo, bislang bekannt für Kampagnen gegen die russische Opposition, schreibt auf seinem Telegram-Kanal , dass Wladimir Putin als Präsident illegitim sei und vor ein Kriegsgericht gehöre. Putin habe das Land in die Sackgasse des Ukrainekriegs geführt, heißt es in einer Art Manifest, das Remeslo in fünf Punkte aufgeteilt hat. Darin erhebt er schwere Vorwürfe gegen Putin. Der Kremlchef schade der Wirtschaft, erdrossele die Freiheit der Medien und des Internets.
Die russische Justiz hat Kritiker schon für weniger scharfe Äußerungen zu Haftstrafen verurteilt. Zwar werden die sogenannten Z-Blogger geduldet, die über echte oder vermeintliche Fehler der russischen Militärführung schreiben. Doch ein Frontalangriff auf Putin, zumal aus dem eigenen Lager, gibt Rätsel auf. Die Attacke fällt in eine Zeit, in der die schweren Verluste im Krieg wie auch die wirtschaftlichen Schäden in Russland spürbarer werden.
Remeslo, nach eigenen Angaben Jurist, ist unter anderem als Zeuge der Anklage in Prozessen gegen den Kremlgegner Alexej Nawalny aufgetreten, der 2024 in Haft ums Leben kam. Leonid Wolkow, ein ehemaliger enger Mitarbeiter Nawalnys, vermutet deshalb, dass hinter der angeblichen Kehrtwende ein Schachzug des Kreml stehe. »Ilja Remeslo macht niemals etwas umsonst. Und er macht niemals etwas ohne Erlaubnis«, schrieb er auf X . Und weiter : »Wir sollten die Theorie, dass er zur Vernunft gekommen ist, nicht in Betracht ziehen. Wir kennen Ilja schon zu lange und zu gut.«
Wolkow vermutete die kommende Parlamentswahl in Russland als Hintergrund. Weitere Kommentatoren führten die staatlichen Blockadeversuche gegen den Messenger Telegram als Grund an. Remeslo versicherte in einem kurzen Video, dass sein Telegram-Konto nicht gehackt worden sei. Er sei auch weiterhin in Russland, erklärte er.
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vor 2 Stunden
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