Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
USA versprechen Belohnung für Informationen über iranische Führung
UN-Chef Guterres zu „Solidaritätsbesuch“ in Libanon
Sechs US-Soldaten bei Flugzeugabsturz getötet
Bericht: Tote und Verletzte durch Drohne im Oman
Revolutionsgarde: Werden die Straße von Hormus geschlossen halten
Trump: Für Ölindustrie wichtige iranische Insel angegriffen
US-Streitkräfte haben nach Angaben von Präsident Donald Trump die militärischen Anlagen auf der für Irans Ölindustrie wichtigen Insel Kharg zerstört. Auf eine Vernichtung der Öl-Infrastruktur habe er vorerst verzichtet, schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social. Er warnte jedoch, diese Entscheidung sofort zu überdenken, sollte Iran die Durchfahrt durch die Straße von Hormus blockieren.
Trump bezeichnete die Angriffe als „einen der mächtigsten Bombenangriffe in der Geschichte des Nahen Ostens". Seit Beginn des nun 14 Tage andauernden Krieges haben die USA und Israel nach Angaben von Verteidigungsminister Pete Hegseth rund 15 000 Ziele getroffen. Fast 2600 Menschen sind bislang ums Leben gekommen, die meisten davon in Iran.
Kharg Island ist von strategischer Bedeutung: Über die Insel werden rund 90 Prozent der iranischen Ölexporte abgewickelt. Die Straße von Hormus ist seit Kriegsbeginn faktisch blockiert – mit massiven Folgen für den globalen Energiemarkt.
Rakete trifft Hubschrauberlandeplatz der US-Botschaft in Bagdad
Auf dem Gelände der US-Botschaft in Bagdad ist am Morgen eine Rakete eingeschlagen. Sie habe einen Hubschrauberlandeplatz getroffen, meldete die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf zwei irakische Sicherheitsbeamte. Über dem Gelände steige eine Rauchsäule auf.
KI-Beauftragter im Weißen Haus fordert Kriegsende
Der KI-Beauftragte des Weißen Hauses, David Sacks, fordert ein Ende des US-Krieges gegen Iran. „Dies ist ein guter Zeitpunkt, um den Sieg zu erklären und auszusteigen“, sagt Sacks in seinem „All-In Podcast“ in Washington. Die USA hätten die militärischen Fähigkeiten des Iran geschwächt.
Nun sollten die USA einen Ausweg aus der Situation finden. Wenn eine Eskalation zu nichts Gutem führe, müsse man darüber nachdenken, wie man deeskalieren könne. „Deeskalation, denke ich, beinhaltet das Erreichen einer Art Waffenstillstandsabkommen oder einer Art Verhandlungslösung mit Iran.“
Libanon: Mindestens zwölf medizinische Mitarbeiter bei israelischem Angriff getötet
Bei einem israelischen Angriff auf ein Gesundheitszentrum im Südlibanon sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums mindestens zwölf medizinische Mitarbeiter getötet worden. Dies meldet die staatliche libanesische Nachrichtenagentur unter Berufung auf das Ministerium. Die Zahl der Todesopfer in der Stadt Borj Qalaouiya könnte sich noch ändern. Rettungskräfte suchten nach Vermissten.
Medien: USA senden weitere Soldaten und Schiffe nach Nahost
Das Pentagon schickt Medienberichten zufolge weitere Kriegsschiffe und Marine-Infanteristen nach Nahost. Das zuvor in Japan stationierte amphibische Angriffsschiff „USS Tripoli“ sei samt Marine-Infanteristen auf dem Weg dorthin, berichtet das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf US-Beamte. Die bereits in der Region eingesetzten US-Streitkräfte erhielten dadurch Verstärkung durch Tausende Infanteristen, mehrere Kriegsschiffe und Kampfflugzeuge des Typs F-35, schreibt das Nachrichtenportal „Axios“ unter Berufung auf einen hochrangigen US-Beamten.
Demnach geht die Aufstockung auf eine Anfrage des für die Region zuständigen Regionalkommandos des US-Militärs (Centcom) zurück, die auf mehr militärische Optionen im Krieg mit Iran abzielt. Die Marine-Infanteristen wären laut „Axios“ in der Lage, falls gewollt Bodeneinsätze durchzuführen.
Luftfrachtraten steigen wegen Iran-Kriegs um bis zu 70 Prozent
Der Krieg gegen Iran treibt die Kosten für Luftfracht in die Höhe. Auf den Routen zwischen Südasien und Europa seien die Frachtraten seit Beginn der Kämpfe um bis zu 70 Prozent gestiegen, teilte die Buchungsplattform Freightos mit. Grund seien Sperrungen des Luftraums und die Blockade wichtiger Seewege. Nach Angaben von Branchenexperten sitzen derzeit mehr als 100 Containerschiffe in der strategisch wichtigen Straße von Hormus fest. Dies zwinge viele Unternehmen, auf den deutlich teureren Luftweg auszuweichen, um Lieferengpässe zu vermeiden.
Die Entwicklung heizt den Preisanstieg weiter an, da gleichzeitig das Angebot an Frachtraum sinkt. Wichtige Drehkreuze wie Dubai und Doha sind durch den Konflikt nur eingeschränkt nutzbar. Fluggesellschaften müssen Tankstopps streichen und können auf Direktflügen weniger Ladung aufnehmen. Luftfracht ist im Schnitt fünf- bis zehnmal teurer als Seefracht. Zusätzlich belasten höhere Energiekosten die Branche. Der Preis für Kerosin hat sich seit Ausbruch der Kämpfe verdoppelt. Die dänische Reederei Maersk teilte mit, für ihre Luftfrachtsparte nun Treibstoffzuschläge und Kriegsrisikozuschläge zu erheben. Auch auf die Seefracht aus der Region weitete der Konzern am Freitag die Aufschläge aus. Analysten gehen davon aus, dass die Ölpreise kurzfristig auf hohem Niveau verharren werden, bevor sie sich im Laufe des Jahres stabilisieren dürften.
Iran-Krieg verschärft Düngemittelmangel in Nordamerika
Die Blockade der Straße von Hormus durch den Krieg in Iran hat in den USA und Kanada zu einer Düngemittelknappheit geführt. Den US-Bauern fehlen nach Angaben des Branchenverbands "The Fertilizer Institute" etwa 25 Prozent der üblichen Vorräte für die Frühjahrsaussaat. Die Preise für verfügbare Lieferungen seien seit Kriegsbeginn um mehr als ein Drittel gestiegen. Die USA importieren in manchen Jahren die Hälfte ihres Harnstoffdüngers aus dem Ausland.
Die Lage könnte sich weiter verschärfen, da andere Länder bereit sind, höhere Preise zu zahlen. Der Marktanalyst Josh Linville von StoneX warnte, dass der Preis im Hafen von New Orleans derzeit bis zu 119 Dollar pro Tonne unter dem Weltmarktpreis liege. "Ich befürchte nicht nur, dass ankommende Schiffe zu lukrativeren Bestimmungsorten umgeleitet werden", sagte der Analyst. Es sei sogar denkbar, dass Händler vorhandene Vorräte aufkauften und exportierten.
Bauern, die ihre Düngemittel noch nicht gekauft haben, finden vielerorts leere Lager vor oder müssen Preise zahlen, die für manche unbezahlbar sind.
Über die Straße von Hormus wurden vor dem Krieg mehr als 30 Prozent der weltweiten Stickstoffdünger-Exporte abgewickelt. Anders als China verfügten die meisten Länder über keine strategischen Düngemittelreserven, erklärte die Ökonomin Veronica Nigh des Düngerverbands. Das US-Händlersystem arbeite nach dem Just-in-time-Prinzip und halte kaum Lagerbestände. Die Transportzeit vom Persischen Golf in die USA betrage mehrere Wochen. Dünger, der zu spät ankomme, könne für die Ernte 2026 nicht mehr verwendet werden. Der US-Bauernverband warnte diese Woche, die Knappheit könne die Lebensmittelversorgung des Landes beeinträchtigen.
USA versprechen Belohnung für Informationen über iranische Führung
Die USA setzen eine Belohnung von bis zu 10 Millionen US-Dollar (8,7 Millionen Euro) für Informationen über Irans Führung, darunter das neue Staatsoberhaupt Modschtaba Chamenei, aus. Es geht unter anderem um mehrere einflussreiche Führungspersonen rund um die iranische Revolutionsgarde, der Elitestreitmacht Irans, wie das US-Außenministerium mitteilte. Die USA wirft der Revolutionsgarde vor, weltweit terroristische Akte zu planen und durchzuführen.
Modschtaba Chamenei ist der Sohn von Ayatollah Ali Chamenei. Der langjährige Religionsführer war am 28. Februar zu Beginn der israelisch-amerikanischen Angriffe auf Iran getötet worden. Modschtaba Chamenei überlebte den Angriff.
Nicht alle gesuchten Personen sind mit Foto und Name hinterlegt - offenbar ist in den US-Behörden nicht bei allen Positionen bekannt, wer nach den Angriffen auf Irans Führungsriege nachgerückt ist.
Iran lässt indische LPG-Tanker durch Straße von Hormus
Iran lässt zwei indische Flüssiggastanker (LPG) durch die blockierte Straße von Hormus passieren. Die Shivalik habe die Meerenge bereits unter Geleitschutz der indischen Marine durchquert, das Schwesterschiff Nanda Devi solle in den kommenden Stunden folgen, berichten vier Insider. Iran hatte erklärt, keine Lieferungen für die USA oder deren Verbündete durchzulassen, Indien hat jedoch Ausnahmen erwirkt. Premierminister Narendra Modi hatte nach eigenen Angaben mit dem iranischen Präsidenten Masud Peseschkian über den Transport von Gütern und Energieträgern aus der Golfregion gesprochen. Indien leidet derzeit unter der schwersten Gaskrise seit Jahrzehnten.
Iran weist Trumps Behauptungen über Marine zurück
Iran hat Darstellungen von US-Präsident Donald Trump über den Zustand der iranischen Marine und Luftstreitkräfte scharf zurückgewiesen. „Die USA behaupten, die iranische Marine sei zerstört (...) Dann sei die Frage erlaubt, warum die Straße von Hormus immer noch geschlossen ist und kein Tanker sie durchqueren kann“, sagte Mohammed Akbarsadeh, stellvertretender Kommandeur der Marine der Revolutionsgarde, laut der Nachrichtenagentur IRNA. Trump hatte auf seiner Plattform Truth Social geschrieben, die iranische Marine sei verschwunden, die Luftwaffe existiere nicht mehr, Raketen, Drohnen und alles andere werde vernichtet.
Der iranische Machtapparat hat sich bislang als widerstandsfähig erwiesen und schlägt immer wieder zurück, was den USA und ihren Verbündeten sowie der Weltwirtschaft zunehmend zusetzt. Die iranische Revolutionsgarde hält etwa an einer Blockade der für den Öltransport wichtigen Straße von Hormus fest.
UN-Chef Guterres zu „Solidaritätsbesuch“ in Libanon
UN-Generalsekretär António Guterres ist überraschend zu einem „Solidaritätsbesuch“ nach Libanon gereist. „Ich bin gerade in Beirut gelandet für einen Solidaritätsbesuch bei den Menschen in Libanon“, teilte Guterres mit. Die Menschen in Libanon hätten sich „diesen Krieg nicht ausgesucht“, sagte der UN-Chef. „Sie sind da reingezogen worden.“
Die proiranische Schiitenmiliz Hisbollah hatte nach den US-israelischen Angriffen auf Iran damit begonnen, Raketen auf Ziele in Israel zu feuern. Israel reagiert seitdem mit umfangreichen Luftangriffen. Hunderte Zivilisten in Libanon seien seitdem schon ums Leben gekommen, mehr als 800 000 Menschen seien innerhalb des Landes geflohen, sagte Guterres.
Der UN-Chef rief die Weltgemeinschaft auf, zusätzlich mehr als 300 Millionen Dollar (etwa 260 Millionen Euro) zur Unterstützung der humanitären Hilfe für die Menschen in Libanon zu spenden. „Die UN und ich werden keine Mühe scheuen, uns für eine friedliche Zukunft einzusetzen, die Libanon und diese Region so sehr verdienen.“
Merz mahnt überzeugenden Plan für Ende des Iran-Kriegs an
Bundeskanzler Friedrich Merz hat von den USA und Israel eine Strategie für eine Beendigung des Kriegs mit Iran angemahnt. Mit jedem Kriegstag stellten sich mehr Fragen, als Antworten gegeben würden, sagte der CDU-Vorsitzende im norwegischen Bardufoss in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit den Regierungschefs von Norwegen und Kanada, Jonas Gahr Støre und Mark Carney. „Vor allem wird immer deutlicher: Es braucht einen überzeugenden Plan“, sagte Merz.
„Wir haben kein Interesse an einem endlosen Krieg“, betonte Merz am Rande des Militärmanövers „Cold Response“ von 14 Nato-Staaten in der norwegischen Arktis. „Ein Zerfall der territorialen Integrität, der Staatlichkeit und der wirtschaftlichen Lebensfähigkeit Irans hätte schwerwiegende Folgen auch für uns. Deswegen brauchen wir jetzt eine Perspektive für eine Friedensordnung.“
Der Kanzler versicherte zugleich, dass die Bundesregierung wichtige Ziele der Vereinigten Staaten und Israels teile. Iran dürfe Israel und andere Nachbarn nicht weiter bedrohen, das Land müsse sein Nuklearprogramm und sein ballistisches Raketenprogramm beenden, forderte Merz. Zudem müsse Iran aufhören, im eigenen Land und über die Region hinaus Terror zu unterstützen.
Hegseth: Hochrangiger Militär untersucht Angriff auf Schule
Die USA haben nach Angaben ihres Verteidigungsministers Pete Hegseth einen hochrangigen Militär außerhalb des für Iran zuständigen US-Kommandos (Centcom) mit der Untersuchung des Angriffs auf eine Mädchenschule in Iran beauftragt. Diese werde so lange dauern, wie nötig, betonte Hegseth bei einer Pressekonferenz.
Medienberichten zufolge sind US-Streitkräfte für den Angriff verantwortlich. Das geht aus vorläufigen Ergebnissen einer eingeleiteten Untersuchung hervor, wie die New York Times und der Sender CNN unter Berufung auf vertrauliche Quellen berichten. Die USA hätten einen Stützpunkt der Revolutionsgarde im Visier gehabt, zu dem das Schulgebäude früher gehört hatte. Veraltete Ortungsdaten führten demnach zu dem folgenschweren Fehler der US-Streitkräfte.
Der New York Times zufolge erstellten Beamte von Centcom die Zielkoordinaten für den Angriff und verwendeten veraltete Angaben von Geheimdiensten. Allerdings hätten die Quellen betont, dass es sich um vorläufige Ergebnisse handele und wichtige Fragen offen blieben. Dazu zähle auch, warum die veralteten Informationen nicht noch einmal überprüft worden seien.
Bei dem Angriff am ersten Kriegstag Ende Februar waren in Minab im Süden des Landes nach iranischen Angaben rund 170 Schülerinnen getötet worden. US-Präsident Donald Trump hatte zunächst behauptet, Iran stehe hinter der Attacke.
Sechs US-Soldaten bei Flugzeugabsturz getötet
Das US-Militär hat den Absturz eines US-Tankflugzeugs vom Typ KC-135 im Westen des Iraks gemeldet. Alle sechs Besatzungsmitglieder an Bord des Flugzeugs sind Angaben des US-Militärs zufolge ums Leben gekommen. Ermittlungen zu dem Vorfall dauerten an. Zunächst war von vier Toten die Rede gewesen.
„Der Vorfall hat sich in verbündetem Luftraum ereignet“, teilte das für die Region zuständige US-Kommando (Centcom) auf X mit. Er sei weder auf feindlichen Beschuss noch auf Beschuss von Verbündeten zurückzuführen, hieß es. Nach Angaben von Centcom waren zwei Flugzeuge an dem Vorfall beteiligt. Eines sei sicher gelandet, das andere vom Typ KC-135 sei im Westen des Iraks abgestürzt.
Eine vom Iran unterstützte Milizengruppe hat nach eigenen Angaben das Tankflugzeug des US-Militärs vom Typ KC-135 im Westirak abgeschossen. Der Islamische Widerstand im Irak, eine Dachorganisation bewaffneter Gruppen, teilt mit, der Abschuss sei „zur Verteidigung der Souveränität und des Luftraums unseres Landes“ erfolgt.












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