Israel hat nach Angriffe der Hisbollah und des Iran Ziele in Teheran und Beirut beschossen. Deutschland warnt vor einer israelischen Bodenoffensive im Libanon. Die Nacht
17. März 2026, 5:52 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, AFP, spr
Israel hat in der Nacht erneut Angriffe auf Ziele im Iran sowie im Libanon geflogen. In der iranischen Hauptstadt Teheran wurde Infrastruktur angegriffen, wie das Militär mitteilte. In der libanesischen Hauptstadt Beirut galten die Angriffe nach israelischen Angaben mehreren Einrichtungen der vom Iran unterstützten Terrororganisation Hisbollah. Nach Angaben der libanesischen staatlichen Nachrichtenagentur NNA waren drei südliche Vororte von Beirut betroffen.
Zuvor hatte die israelische Armee mitgeteilt, aus dem Iran abgefeuerte Raketen steuerten auf Israel zu. "Abwehrsysteme sind im Einsatz, um die Bedrohung abzufangen", hieß es. Menschen in den betroffenen Gebieten wurden aufgerufen, Schutzräume aufzusuchen. Nach jeweils kurzer Zeit wurde der Raketenalarm wieder aufgehoben und Entwarnung gegeben.
Spannungen im Libanon
Die Hisbollah hat in der Nacht mehrere Angriffe auf israelische Truppen im Südlibanon gemeldet. Das israelische Militär kündigte indes die Ausweitung des Einsatzes von Bodentruppen in der Region an. Die Armee mobilisiere weitere Reservisten, sagte Sprecher Effie Defrin. Gegenwärtig seien bereits mehr als 100.000 Reservesoldaten an allen Fronten im Einsatz. Im Libanon nimmt die Sorge vor einer großangelegten Bodeninvasion Israels mit anschließender Besatzung zu.
Mehrere Staaten, darunter Deutschland, haben Israel vor einem solchen Schritt gewarnt. "Eine signifikante israelische Bodenoffensive hätte verheerende humanitäre Folgen und könnte zu einem langwierigen Konflikt führen", teilten die Staats- und Regierungschefs Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Kanadas und des Vereinigten Königreichs mit. Die Länder verurteilten auch die Entscheidung der Hisbollah, sich Irans Angriffen auf Israel anzuschließen.
Angriff auf Tanker im Golf von Oman
Die britische Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt meldete Beschuss auf einen Tanker vor der Küste des Emirats Fudschaira im Golf von Oman. Es sei niemand verletzt worden. Das Schiff habe gut 40 Kilometer vor der Küste vor Anker gelegen, hieß es. Das kleine Emirat Fudschaira, das zu den Vereinigten Arabischen Emiraten gehört, liegt südlich der Straße von Hormus – der strategisch bedeutsamen Meerenge, die den Zugang zum Persischen Golf bildet und derzeit gesperrt ist.
Angriffe in der Golfregion
Der Iran hat in der Nacht erneut Ziele in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Saudi-Arabien angegriffen. Die Emirate schlossen kurzzeitig ihren Luftraum wegen laufender Angriffe, öffneten diesen später allerdings wieder. Das Verteidigungsministerium in Saudi-Arabien teilte mit, im Osten des Landes seien mehrere Drohnen abgefangen worden.
Im Irak gab es unbestätigten Medienberichten zufolge neue Angriffe auf die US-Botschaft in Bagdad. Zuvor war ein Hotel, das wie die Botschaft in der streng gesicherten Grünen Zone liegt, nach Angaben des irakischen Innenministeriums von einer Drohne getroffen worden. In den oberen Stockwerken des Gebäudes brach daraufhin ein Feuer aus.
Iran warnt vor US-Angriff auf Ölinsel
Der Sprecher der iranischen Streitkräfte, Abolfasl Schekartschi, hat den Vereinigten Staaten bei weiteren Angriffen auf die Ölinsel Charg mit Gegenangriffen gedroht. Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim behauptete Schekartschi, dass der Iran die Öl‑ und Gasanlagen aller Staaten attackieren werde, die sich an möglichen Angriffen beteiligen.
Irans Außenminister Abbas Araghtschi dementierte indes einen Medienbericht über Kontakt mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff. Sein letzter Austausch mit Witkoff habe vor dem Beginn des Kriegs stattgefunden. Zuvor hatte das Portal Axios unter Berufung auf einen US-Beamten und eine informierte Quelle berichtet, dass zwischen beiden Seiten in den vergangenen Tagen angeblich ein direkter Kommunikationskanal reaktiviert worden sein soll.
Trump verschiebt Reise nach China
US-Präsident Donald Trump hat seine geplante Chinareise wegen des Kriegs im Iran verschoben. Er habe die chinesische Regierung um einen Aufschub von etwa einem Monat gebeten, sagte Trump. Ursprünglich wollte er vom 31. März bis zum 2. April nach China reisen und Präsident Xi Jinping treffen. Die chinesische Regierung hatte die Reise bislang nicht bestätigt.
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