Invasive Tierart breitet sich aus CDU-Politikerin fordert Kopfgeld für getötete Waschbären
Die Zahl der Waschbären in Deutschland wächst rasant, trotz steigender Abschusszahlen. Das zeigen aktuelle Zahlen des Jagdverbandes. Eine süddeutsche Politikerin fordert nun drastische Konsequenzen, um die Tiere zu stoppen.
13.03.2026, 13.08 Uhr
Waschbär (in einem Garten in Mecklenburg-Vorpommern): Rasante Vermehrung in Deutschland
Foto: H. Duty / blickwinkel / IMAGOUm den Siegeszug des Waschbären in Deutschland zu verstehen, lohnt es sich, direkt von hinten anzufangen. 284.220 Waschbären wurden im Jagdjahr 2024/25 erlegt. Das meldet der Deutsche Jagdverband (DJV). Die Zahl der erlegten Waschbären habe sich damit innerhalb der vergangenen zehn Jahre mehr als verdoppelt. Im Vergleich zu vor 20 Jahren verzehnfachte sich die Zahl der erlegten Waschbären in Deutschland sogar. Ein Anstieg um 1100 Prozent.
Trotz der vielen großen Zahlen bleiben die kleinen Tiere allerdings vor allem eines: unbeeindruckt. Und vermehren sich sogar noch mehr. Der Waschbär kommt heute in allen deutschen Bundesländern vor. Die stärksten Zuwächse verzeichneten zuletzt Brandenburg mit 43.694 (plus 10.585), Sachsen-Anhalt mit 33.681 (plus 5126), Nordrhein-Westfalen mit 33.672 (plus 3649), Niedersachsen mit 32.771 (plus 7286) sowie Hessen mit 41.147 (plus 4258), wie nun etwa in der »Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen« zu lesen ist .
Die Jäger fordern deshalb jetzt von der Politik ein »klares Bekenntnis zur Fangjagd« auf die invasive Tierart. Denn eigentlich, man vergisst es schon fast, stammt der Waschbär aus Nordamerika. Anzutreffen ist er laut DJV inzwischen allerdings in mehr als zwei Dritteln der Jagdreviere in Deutschland. In einigen Bundesländern seien sogar 90 Prozent der Jagdreviere betroffen, heißt es. Und dann: »Die Waschbärenjagd trage zum Erhalt der Artenvielfalt bei.«
Die Vorwürfe gegen die Waschbären sind altbekannt: Die Tiere fressen alles, derzeit wohl vorrangig Kröten und Frösche. Laut Jagdverband tragen sie zudem zum lokalen Aussterben von Lurchen bei. Helmut Dammann-Tamke, Präsident des Deutschen Jagdverbands, wird mit den Worten zitiert: »Der Waschbär frisst alles, vom Frosch im Teich bis zum Vogelküken auf dem Baum.«
Politisch scheinen die Tiere längst ähnlich kontrovers wie der Wolf. Sarah Schweizer, jagdpolitische Sprecherin der CDU in Baden-Württemberg, fordert laut »Bild« nun ein Kopfgeld für getötete Waschbären – und zahlreiche andere Maßnahmen, wie es heißt: »Jetzt braucht es eine Taskforce mit effektiven Maßnahmen für die Bekämpfung invasiver Arten – eine ganzjährige Aufhebung der Schonzeit, wie bei uns in Baden-Württemberg, die bundesweite Zulassung von Nachtsichttechnik und die Einführung einer Artenschutzprämie für die Erlegung.«
Vorherige Versuche, die Ausbreitung der Tiere zu stoppen, endeten in Hessen vergangenes Jahr mit einem Rechtsstreit zwischen Tierschützern, Jägern und Behörden. Weitgehend unversehrt ging aus dem Konflikt bislang meist nur einer heraus: der Waschbär.

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