Innerhalb von zwei Jahren sollen Hunderte Stellen des UN-Entwicklungsprogramms nach Deutschland umziehen. Johann Wadephul spricht von einem wichtigen politischen Signal.
19. Januar 2026, 23:36 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AFP, dpa, Reuters, maw
Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) verlegt Teile seines Hauptsitzes von New York nach Bonn. In den kommenden zwei Jahren sollen 300 Mitarbeiter und zentrale Funktionen dort angesiedelt werden, teilten die Bundesregierung, das Land Nordrhein-Westfalen und die Stadt Bonn in einer gemeinsamen Erklärung mit. Etwa 100 weitere Stellen sollen nach Madrid ziehen, gab die UNDP bekannt. UNDP-Chef Alexander De Croo habe die Bundesregierung zuvor über die Entscheidung informiert.
Knapp eine Woche zuvor hatte Außenminister Johann Wadephul (CDU) nach einem Gespräch mit UN-Generalsekretär António Guterres in New York für eine Verlagerung von UN-Organisationen nach Bonn geworben. Nun begrüßte er den Schritt. "Das stärkt den UN-Standort Bonn", sagte er. Wadephul sprach von einem wichtigen politischen Signal für das Vertrauen in die deutsche Außenpolitik.
"Deutschland ist und bleibt ein Verfechter und Förderer von internationaler Zusammenarbeit – denn diese ist gleichzeitig auch für die Sicherheit, die Freiheit und den Wohlstand unseres Landes wichtig", sagt Wadephul. Globale Herausforderungen wie Kriege, Hunger und Umweltzerstörung könnten nur in Kooperation bewältigt werden.
Mehr als 27 UN-Einrichtungen in Bonn
Bonn zählt neben Genf und Wien schon jetzt zu einem der größten europäischen UN-Standorte. Die UN verfügt in der Stadt am Rhein über 27 Einrichtungen mit etwa 1.200 Mitarbeitern. Das UN-Klimasekretariat (UNFCCC) sowie das UN-Freiwilligenprogramm (UNV) und das Sekretariat des UN-Übereinkommens zur Bekämpfung der Wüstenbildung (UNCCD) haben in Bonn ihren weltweiten Hauptsitz. Zuletzt war im November 2025 ein Büro der Frauenrechtsorganisation UN Women in Bonn eröffnet worden.
Das UNDP ist eigenen Angaben zufolge in rund 170 Ländern und Gebieten
mit etwa 22.000 Mitarbeitern vertreten. Mit mehr
als 19.000 Mitarbeitern arbeitet die große Mehrheit in Länderbüros und regionalen Zentren.

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