US-Präsident: Donald Trump will Gaza-Friedensrat weltweite Zuständigkeit geben

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US-Präsident Trump plant Medien zufolge einen neuen weltweiten Friedensrat als mögliche UN-Alternative. Wer als Staat teilnehmen will, soll eine Milliarde Dollar zahlen.

18. Januar 2026, 2:48 Uhr

 US-Präsident Donald Trump plant offenbar ein neues internationales Gremium unter seiner Führung.
US-Präsident Donald Trump plant offenbar ein neues internationales Gremium unter seiner Führung. © Julia Demaree Nikhinson/​picture alliance /​ ASSOCIATED PRESS

US-Präsident Donald Trump plant laut Berichten verschiedener US-Medien, den für Gaza ins Leben gerufenen sogenannten Friedensrat unter seinem Vorsitz auf eine weltweite Zuständigkeit auszudehnen. Die Nachrichtenagentur Bloomberg und das Nachrichtenmagazin The Atlantic haben nach eigenen Angaben die Gründungscharta dieses Gremiums eingesehen. 

Demnach sollen Staaten für eine dauerhafte Mitgliedschaft in dem neuen Friedensrat eine Gebühr von mindestens einer Milliarde Dollar zahlen. Trump will den Berichten zufolge als Gründungsvorsitzender darüber entscheiden, welchen Staaten eine Mitgliedschaft angeboten wird. 

Trump müsste alle Beschlüsse genehmigen

Das Gründungsdokument beschreibt den "Friedensrat" den Angaben zufolge als "internationale Organisation", welche "die Stabilität fördern, verlässliche und gesetzliche Führung wiederherstellen und in Gegenden, die von Konflikten betroffen oder bedroht sind, dauerhaften Frieden wiederherstellen will".

Entscheidungen sollen mit einfacher Mehrheit gefasst werden. Allerdings müsste der Vorsitzende – also Trump – alle Beschlüsse genehmigen. Der jeweilige Vorsitzende solle auch über seine Nachfolge entscheiden, heiße es. Dies würde garantieren, dass die USA den Vorsitz nie abgeben müssten.

Jedes Mitgliedsland solle dem Dokument zufolge für einen Zeitraum von maximal drei Jahren aufgenommen werden. Über eine Verlängerung der Mitgliedschaft entscheide "der Vorsitzende". Diese Beschränkung gelte allerdings nicht für Länder, die "mehr als eine Milliarde Dollar in bar" innerhalb des ersten Jahres nach Inkrafttreten des Gründungsdokuments beitrügen. Wofür das Geld verwendet werden soll, gehe aus der Charta nicht hervor. 

Konkurrenz zur UN?

Trump könnte den Berichten zufolge mit dem erweiterten Friedensrat eine Alternative zur UN schaffen wollen, die er seit langem kritisiert. In dem Gründungsdokument heiße es: "Dauerhafter Frieden braucht pragmatisches Urteilsvermögen, vernünftige Lösungen und den Mut, sich von Ansätzen und Institutionen zu verabschieden, die zu oft versagt haben." Es brauche ein wendigeres und effektiveres internationales friedensbildendes Gremium, heiße es in dem Entwurf der Charta. 

Der UN-Sicherheitsrat hatte das Konzept eines Friedensrates für Gaza im November als Teil eines ausgehandelten 20-Punkte-Plans zu einem Kriegsende im Gazastreifen unterstützt. Der nun in Umlauf gebrachte Entwurf für einen neuen, erweiterten Friedensrat erwähnt jedoch Gaza den Berichten zufolge nicht mehr explizit. 

Auch scheint Trump mit dem neuen Gremium und einer dreijährigen Mitgliedschaft für Staaten länger in die Zukunft zu planen, als es die UN-Resolution bisher für den Gaza-Friedensrat tut. Diese sieht bislang ein zweijähriges Mandat mit der Möglichkeit auf Verlängerung vor. 

Trump hält Vereinte Nationen für unfähig

Erst bei der UN-Generalversammlung um September war Trump hart mit den Vereinten Nationen ins Gericht gegangen. "Die UN löst keine Probleme. Sie schafft Probleme", sagte er bei dem jährlichen Spitzentreffen aller UN-Mitgliedsstaaten in New York. Überall, wo es Krisen gebe, seien die UN nicht da. Die Organisation sei ein unfähiger Haufen, der nicht gebraucht werde und nicht mit Geld umgehen könne, kritisierte er. 

Eine Reform der UN wird von vielen Seiten seit langem gefordert und gilt als überfällig. Das höchste Gremium der Vereinten Nationen, der UN-Sicherheitsrat, ist aufgrund des Vetorechts der fünf ständigen Mitglieder USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien in wichtigen Fragen oft entscheidungsunfähig.

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