Syrien: Kurdenmilizen ziehen von berüchtigtem IS-Lager ab

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Die von Kurdenmilizen angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) ziehen nach eigenen Angaben von dem berüchtigten Lager al-Hol in Syrien ab. In dem Lager, das die SDF bisher bewachten, sind Tausende Angehörige von Kämpfern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) untergebracht, vor allem Frauen, Kinder und Jugendliche. Der Abzug folgt auf eine Offensive von Regierungstruppen im Nordosten. Das Lager ist offiziell kein Gefängnis, wird von Bewohnern aber oft als ein solches beschrieben. Sie können das Camp nicht freiwillig verlassen. „Aufgrund der Gleichgültigkeit der internationalen Gemeinschaft gegenüber dem IS-Problem“ seien die SDF-Streitkräfte gezwungen gewesen, aus dem Lager abzuziehen, hieß es in einer Pressemitteilung. Sie warfen der internationalen Gemeinschaft vor, ihrer Verantwortung bei der Bewältigung „dieser ernsten Angelegenheit“ nicht nachgekommen zu sein. Die SDF-Einheiten seien in andere Gebiete im Nordosten Syriens verlegt worden.Kurdische Verantwortliche hatten schon vor der Ankündigung die Befürchtung geäußert, ein Kontrollverlust über die Gefängnisse oder Lager für IS-Kämpfer und deren Angehörige könnte ein Erstarken des IS begünstigen und die gesamte Region in eine neue Phase von Gewalt und Instabilität reißen.

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