Spotify arbeitet an einer Funktion, mit der sich per KI Remixe und Coverversionen von Songs erstellen lassen. Der Musikstreaming-Dienst hat dafür bereits Vorab-Lizenzvereinbarungen mit Rechteinhabern geschlossen, berichtet der Tech-Newsletter Sources.
Spotify verspricht sich davon eine neue Plattform und Wertschöpfungsebene, über die Kreative bestehende Musik remixen und auf Spotify veröffentlichen können, mit Einnahmen, die an die ursprünglichen Rechteinhaber zurückfließen sollen. „Das ist eine große, bislang verpasste Chance für Künstler“, sagt Spotifys Co-CEO Gustav Söderström.
Bei der Einführung von KI-Funktionen wolle Spotify die Zustimmung der Rechteinhaber einholen und entsprechende Lizenzen erwerben. „Es gibt einen legalen Weg, das umzusetzen. Ob gut oder schlecht, wir entscheiden uns für den legalen Weg“, sagt Söderström.
Bislang gibt es keine entsprechenden Produkte von Spotify, und Söderström äußerte sich nicht zu einem Zeitplan für die geplante Funktion. Die allgemeine Skepsis gegenüber Künstlicher Intelligenz und ihren Auswirkungen auf Künstler sei jedoch kein Bremsklotz auf Spotifys Produktfahrplan, sagt der Co-CEO. Die Ängste bezeichnete er als verständlich, da durch KI „ein enormer Wandel“ stattfinde.
Spotify setzt bei KI auf Ausbau und Kontrolle
Söderström gilt als KI-Verfechter und sorgte kürzlich mit der Aussage für Aufsehen, dass seine besten Ingenieure dank KI keinen eigenen Code mehr schreiben, sondern diesen nur noch überwachen würden. Dem Tech-Newsletter sagt er, dass Spotify statt Entwicklerstellen abzubauen, lieber mehr Funktionen mithilfe von KI veröffentlichen wolle.
Dazu gehören vermehrt KI-Features: Erst vergangene Woche kündigte Spotify die Funktion „Taste Profile“ an, mit der Nutzer Einfluss auf den Empfehlungsalgorithmus nehmen können, indem sie der KI mitteilen, was sie an den Vorschlägen stört und was verbessert werden soll. Sie folgt auf die noch in der Beta befindliche Funktion „Prompted Playlist“, mit der sich basierend auf Texteingaben Playlists von der KI erstellen lassen.
Die aktuellen Pläne für KI-Remixe passen zu Spotifys bisherigem KI-Kurs. Der Dienst will generative KI nicht nur für neue Werkzeuge nutzen, sondern ihren Einsatz auch in klare Regeln fassen. Während Spotify mit großen Labels an „verantwortungsvollen“ KI-Produkten arbeitet, geht die Plattform zugleich gegen KI-Spam und fehlende Kennzeichnung bei KI-Musik vor.
Mit seinen KI-Remix-Plänen und dem angepeilten Lizenzmodell könnte Spotify als weltweit führender Musikstreaming-Dienst ein neues Modell für den Umgang mit Musiklizenzen und Künstlicher Intelligenz etablieren. Ob die Labels mitziehen und welche konkrete Form diese Pläne annehmen, bleibt jedoch abzuwarten.
(tobe)










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