Snicklink: Deutscher Creator macht Trump-Kritik zum Geschäftsmodell

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Mit einem Spottvideo über die von US-Präsident Donald Trump ausgerufene Seeblockade gegen Iran wird ein deutscher Satiriker derzeit zur internationalen Internetpersönlichkeit. Der Mann, der sich selbst als »meta-autistischer Psychosoph« bezeichnet, hat mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) ein Video erzeugt, auf dem vermeintlich Trump zu sehen ist, wie er mit Achtzigerjahre-Mähne eine umgetextete Version des Hits »Voyage, Voyage« singt. Bei ihm lautet der Titel allerdings »Blockade, Blockade«.

In dem Text geht es um Irans Sperre der Straße von Hormus und Trumps Blockade iranischer Häfen als Reaktion darauf: »If u block me, I block u«.

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Auf dem YouTube-Kanal des Creators, der sich snicklink nennt, ist der Erfolg des Videos überschaubar. Der Kanal selbst hat 247.000 Abonnenten, das Short-Video des vermeintlichen Trump wurde bis zum Mittwochvormittag 35.000-mal angeklickt. Zu wenig, um als viraler Erfolg zu gelten. Anders sieht es auch Elons Musks Social-Media-Plattform X (früher Twitter) aus. Dort wurde snicklinks Post mit dem Clip schon fast eine Million Mal aufgerufen. Ein beachtliches Interesse, aber nichts Aufsehenerregendes.

KI als Instrument der Propaganda

Das änderte sich, nachdem das Video am Montagnachmittag vom Account der iranischen Botschaft in Südafrika repostet wurde . Jener Repost nämlich wurde seither 8,5 Millionen Mal aufgerufen. Ein böser Fauxpas: die Quelle des Videos haben die Iraner nicht verlinkt. So wurde der Clip zum Medienthema, etwa für »India Today «.

Die Übernahme ist kein Zufall. Seit den Angriffen Mitte März befeuert der iranische Propagandaapparat den Konflikt mit zahlreichen KI-generierten Videos, die sich über die US-Regierung mokieren. Unter anderem nutzen die Iraner populäre Vorlagen wie die Lego-Aninamtions-Filme. Ein Donald Trump in lächerlicher Achtziger-Kostümierung passt da gut ins Konzept.

Allein zu dem Originalpost auf X gibt es mittlerweile mehr als 400 Kommentare, viele davon ihrerseits mit KI-Videos oder -Bildern, die Donald Trump in unmöglichen Situationen zeigen sollen. Ganz oben aber steht die Frage, wie snicklink das Video und vor allem die Musik eigentlich erzeugt hat. Dass er dafür die Musik-KI Suno benutzt hätte, verneint der Creator, ohne darauf einzugehen, aus welcher Quelle der Track stammt. Wichtig scheint ihm dagegen zu sein, zu erklären, dass er die Stimme selbst eingesungen und dann mit einem Voice-Filter bearbeitet habe. Dass hier kein Gesangsprofi am Werk war, ist auch unüberhörbar.

Wichtiger für den YouTuber scheint dagegen, den unerwarteten Erfolg des Videos zu Geld zu machen. In seinem Onlineshop bietet snicklink jetzt T-Shirts, Hoodies, Tragetasche und Becher mit einem KI-Bild aus seinem Clip an. Die Preise: ab 18,95 Euro für die »Meme-Tasse glossy«.

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