Österreichs größtes Medienhaus wird von einem heftigen Skandal erschüttert: Der ORF-Generaldirektor Roland Weißmann trat vergangenen Sonntag zurück. Eine Mitarbeiterin im Sender hatte ihm vorgeworfen, sie sexuell belästigt zu haben und legte dem ORF-Stiftungsrat offenbar belastendes Material vor. Das Gremium setzte dem Generaldirektor eine Frist von wenigen Tagen für seinen Rückzug. Weißmann bestreitet über seinen Anwalt jegliches Fehlverhalten und behauptet, eine einvernehmliche Beziehung mit der Mitarbeiterin gehabt zu haben. Trotzdem räumte er am 8. März seinen Posten, angeblich, um »Schaden vom Unternehmen abzuwenden«.
Brisant ist auch der Zeitpunkt, an dem die Vorwürfe publik wurden. Die mutmaßlichen Belästigungsvorfälle liegen bereits vier Jahre zurück. Zugleich steht in wenigen Monaten die Wahl des neuen ORF-Generaldirektors an.
Weißmann, der der konservativen Volkspartei nahesteht, hatte gute Aussichten auf eine Wiederwahl. Im ORF-Kosmos hatte er aber auch Widersacher, unter anderem den ORF-Manager Pius Strobl, dem Weißmann offenbar eine Rentenzusage verweigerte.
Strobl steht angeblich in einem engen Verhältnis zu der Frau, die die Belästigungsvorwürfe gegen Weißmann erhoben hat. Hat Strobl die Mitarbeiterin zu dem Schritt ermutigt, um Weißmann unter Druck zu setzen? Strobl bestreitet das auf Anfrage des »Standard« .
Wie beim ORF gerade eine problematische Unternehmenskultur und Machtkämpfe ineinandergreifen, darüber sprechen wir mit »Standard«-Medienredakteur Harald Fidler. Und wir fragen, wie sehr der ORF jetzt unter Druck steht.
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