Ölpreiskrise: Donald Trump verteidigt Lockerung der Ölsanktionen gegen Russland

vor 1 Tag 3

Der US-Präsident rechtfertigt die Rücknahme der Russlandsanktionen und teilt gegen den ukrainischen Präsidenten aus. Er sei ein größeres Hindernis für Frieden als Putin.

15. März 2026, 5:02 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa,

 US-Präsident Donald Trump hat seine Entscheidung verteidigt, Sanktionen gegen den Kauf von russischem Erdöl kurzfristig aufzuheben.
US-Präsident Donald Trump hat seine Entscheidung verteidigt, Sanktionen gegen den Kauf von russischem Erdöl kurzfristig aufzuheben. © Mark Schiefelbein/​AP/​dpa

US-Präsident Donald Trump hat die Lockerung von US-Sanktionen gegen Russland wegen der sich zuspitzenden Ölkrise infolge des Irankriegs gerechtfertigt. "Ich will Öl für die Welt haben", sagte Trump dem Sender NBC News auf die Frage, warum er die Kaufbeschränkung für russisches Erdöl temporär aufgehoben habe.

Deutschland und andere Ukraineunterstützer hatten die Entscheidung der USA kritisiert, Käufe von russischem Öl kurzfristig bis zum 11. April zu erlauben. Sie verwiesen darauf, dass der Druck auf Russland aufrechterhalten werden müsse, um den Krieg in der Ukraine zu beenden. Am Samstagabend verlängerte die EU ihre bestehenden Sanktionen gegen Russland um weitere sechs Monate.

Trump hingegen warf dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in dem NBC-Interview erneut vor, ein größeres Hindernis für ein mögliches Ende des Krieges zu sein als der russische Präsident Wladimir Putin. "Ich bin überrascht, dass Selenskyj kein Abkommen schließen will. Sagen Sie Selenskyj, er soll ein Abkommen schließen, denn Putin ist dazu bereit", sagte Trump in dem NBC-Interview. "Mit Selenskyj ist es weitaus schwieriger, eine Einigung zu erzielen."

Der US-Präsident fällt seit Monaten mit ständig wechselnden Positionen zum Ukrainekrieg auf. Nach einem Telefonat mit Putin Anfang der Woche hatte er angekündigt, "bestimmte ölbezogene Sanktionen auszusetzen, um die Preise zu senken". Die Ölpreise sind wegen blockierter Lieferketten im Nahen Osten auf rund 100 US-Dollar je Barrel gestiegen.

Kurz nach Trumps Ankündigung gab US-Finanzminister Scott Bessent bekannt, dass Länder – entgegen den bisherigen Sanktionen – nun 30 Tage lang straffrei russisches Öl und Ölprodukte kaufen dürften, die sich auf See befinden. Die Maßnahme sei "eng begrenzt" und "kurzfristig" und werde der russischen Regierung keinen nennenswerten finanziellen Vorteil ​verschaffen, sagte Bessent. Am Vortag hatte das US-Energieministerium bereits angekündigt, 172 Millionen Barrel Öl aus der strategischen Ölreserve freizugeben, um den Ölmarkt zu stützen.

Gesamten Artikel lesen