Iran und die USA stecken offenbar mitten im Verhandlungspoker. In der Nacht sprachen beide Drohungen gegen die jeweils andere Seite aus. Zugleich hieß es von Trump, es gebe »recht gute Neuigkeiten« bezüglich Irans. »Es scheint im Nahen Osten mit Iran sehr gut zu laufen«, erklärte Trump Reportern an Bord der Air Force One. »Wir werden sehen, was passiert, aber ich denke, es wird passieren«, sagte er auf die Frage, was die guten Neuigkeiten seien.
Die Verhandlungen zwischen den USA und Iran würden am Wochenende fortgesetzt, kündigte Präsident Trump am Freitag an. Es gebe nicht mehr allzu viele wesentliche Differenzen.
Der Präsident will offenbar eine schnelle Lösung des Konflikts. Denn er drohte mit einem Ende der Waffenruhe, falls bis Mittwoch keine langfristige Einigung mit Iran zur Beendigung des Krieges erzielt werde. »Vielleicht werde ich sie nicht verlängern, aber die Blockade der iranischen Häfen wird bestehen bleiben«, sagte Trump. »Die Blockade bleibt, und leider müssen wir dann wieder anfangen, Bomben abzuwerfen.«
Drohungen kamen auch aus Teheran. Iran kündigte eine erneute Schließung der Straße von Hormus an, sollte die US-Blockade iranischer Häfen andauern. »Mit der Fortsetzung der Blockade wird die Straße von Hormus nicht offen bleiben«, schrieb Irans einflussreicher Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf in der Nacht auf der Plattform X.
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Die Durchfahrt durch die für den globalen Öl- und Gasmarkt wichtige Meerenge erfolge auf der von Iran »festgelegten Route« und mit »iranischer Genehmigung«, fügte Irans Chefunterhändler hinzu.
Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baqaei, warf den USA vor, die Seeblockade stelle einen Verstoß gegen die Waffenruhe dar und werde »eine angemessene Reaktion Irans zur Folge haben«.
Ghalibaf schrieb, ob die Straße geöffnet oder geschlossen sei und welche Bestimmungen gelten, werde vor Ort entschieden, »nicht durch soziale Medien«. Trump habe falsche Behauptungen aufgestellt. Damit würden die USA auch in Verhandlungen nicht weiterkommen.
Nach wochenlanger Blockade wegen des Irankriegs hatte die Staatsführung in Teheran erklärt, dass Öltanker und Handelsschiffe während der laufenden Waffenruhe durch die Meerenge fahren könnten. Umgekehrt wollen die USA aber ihre eigene Seeblockade aufrechterhalten, die nur für Schiffe mit Start- oder Zielhafen in Iran gilt, wie Präsident Donald Trump betonte. Sie bleibe »bis zum vollständigen Abschluss unserer Vereinbarungen mit Iran« bestehen, schrieb er auf der Plattform Truth Social.
Wirklich frei ist die Meerenge jedoch offenbar immer noch nicht. In der Nacht brach eine Gruppe von rund 20 Handelsschiffen den Versuch ab, die Straße von Hormus zu passieren. Schiffsbewegungsdaten zufolge kehrten die meisten Schiffe, darunter Containerschiffe, Massengutfrachter und Tanker, wieder um.
Der Grund dafür ist zurzeit unklar. Zu der Gruppe gehören auch drei Containerschiffe der französischen Reederei CMA CGM. Sie lehnte eine Stellungnahme ab. Die Schiffe waren Teil des bisher größten Schiffskonvois Richtung Straße von Hormus seit Beginn des Irankriegs.
Was passiert mit dem Uran?
Einer der zentralen Streitpunkte bei den Verhandlungen zwischen Washington und Teheran ist der Umgang mit Irans hoch angereichertem Uran. Der Sender CBS News zitierte Trump aus einem Telefoninterview mit der Aussage, die USA würden für die Bergung der Uran-Vorräte mit Iran zusammenarbeiten. »Unsere Leute werden gemeinsam mit den Iranern arbeiten, um es zu holen. Und dann bringen wir es in die Vereinigten Staaten.«
Irans Außenamtssprecher Baghai wies dies umgehend zurück. »Der Transfer von Uran in die USA war nie eine Option und stand auch nicht zur Debatte«, sagte er laut Nachrichtenagentur Tasnim. Trump schrieb dagegen auf Truth Social, die USA würden Irans Uran bekommen und Geld werde dafür nicht fließen.
Das US-Nachrichtenportal »Axios« hatte zuvor unter Berufung auf zwei US-Beamte und weitere mit den laufenden Verhandlungen vertraute Personen berichtet, dass unter anderem darüber diskutiert werde, ob die USA eingefrorene Gelder Irans in Höhe von 20 Milliarden US-Dollar freigeben. Im Gegenzug solle Teheran seinen Vorrat an hoch angereichertem Uran aufgeben.
Mehr zum Konflikt im Nahen Osten: Israel und die Hisbollah im Libanon haben sich auf eine Waffenruhe verständigt. Folgt nun ein stabiler Frieden? Die Geschichte zeigt: wohl eher nicht .

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