Israel reißt den Sitz des UN-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge in Ostjerusalem ab. Frankreich beteiligt sich nicht am sogenannten Friedensrat. Das Liveblog
Aktualisiert am 20. Januar 2026, 10:44 Uhr
- Seit dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 führt Israel einen Krieg im Gazastreifen.
- Am 10. Oktober 2025 ist dort eine Waffenruhe in Kraft getreten. Zuvor hatten sich Israel und die Hamas darauf geeinigt, die erste Phase eines von der US-Regierung vorgeschlagenen 20-Punkte-Plans umzusetzen.
-
Unsere Themenseite zum Krieg im Nahen Osten finden Sie hier.
- Neben eigenen Recherchen verwenden wir Material der Nachrichtenagenturen AFP, AP, dpa, epd, KNA und Reuters.
Israel zerstört UNRWA-Gebäude in Ost-Jerusalem
Israelische Polizeikräfte sind mit schwerem Gerät in die Außenstelle des UN-Hilfswerks UNRWA im völkerrechtswidrig annektierten Ost-Jerusalem eingedrungen. Nach Angaben der zuständigen israelischen Behörde wurde mit der Zerstörung von Gebäuden begonnen. An dem Einsatz waren demnach auch Mitarbeiter der Behörde beteiligt. Sie teilte mit, sie habe das rund 4,6 Hektar große Gelände auf Grundlage eines israelischen Gesetzes in staatlichen Besitz übernommen und wolle es künftig "neu ordnen" und "im öffentlichen Interesse" vermarkten.
UN-Personal befindet sich nach UNRWA-Angaben nicht mehr auf dem Areal. Bereits im Dezember waren israelische Kräfte mit Lastwagen und Gabelstaplern auf das Gelände gefahren; UNRWA sprach damals von einer "inakzeptablen Verletzung" der Rechte und Immunität einer UN-Organisation.
Israel behauptet seit Längerem, das Palästinenserhilfswerk UNRWA sei von der Hamas unterwandert, ohne dafür je substanzielle Belege vorgelegt zu haben. Das stellte auch der Internationale Gerichtshof (IGH) in einem Gutachten von Oktober des vergangenen Jahres fest. Völkerrechtlich ist Israel als Besatzungsmacht verpflichtet, die humanitäre Versorgung der Bevölkerung im Gazastreifen sicherzustellen und Hilfslieferungen der Vereinten Nationen zuzulassen. Dazu gehört ausdrücklich, dass Israel die Arbeit von UN-Organisationen wie UNRWA nicht behindern darf und ihre Einsätze unterstützen muss, statt sie zu blockieren.
Marokko wird Gründungsmitglied in Trumps Friedensrat, Frankreich lehnt ab
Der König von Marokko, Mohammed VI., hat eine Einladung von US-Präsident Donald Trump für den von den USA geführten Friedensrat für den Gazastreifen angenommen. Das teilt das Außenministerium mit. Marokko begrüße die zweite Phase von Trumps umfassendem Friedensplan sowie die offizielle Schaffung des Nationalen Komitees für die Verwaltung des Gazastreifens als Übergangsgremium.
Frankreich will dem von US-Präsident Donald Trump geplanten Friedensrat nach Angaben der Regierung dagegen nicht beitreten. Die Agenda des Friedensrats gehe anders als erwartet über die Verwaltung des Gazastreifens hinaus. Die Initiative werfe "wichtige Fragen auf, insbesondere hinsichtlich der Achtung der Grundsätze und der Struktur der Vereinten Nationen, die unter keinen Umständen infrage gestellt werden dürfen". Frankreich gehört als ständiges Mitglied dem UN-Sicherheitsrat an.
Trump will mit dem Friedensrat, den er selbst leiten will, ein Gremium schaffen, das in Konkurrenz zu den Vereinten Nationen weltweit Konflikte lösen soll. Mehrere Länder, darunter Deutschland, erhielten bereits eine Einladung für eine Mitgliedschaft.
Trump lädt Indien zu Friedensrat für Gaza ein
US-Präsident Donald Trump hat Indien nach US-Regierungsangaben dazu eingeladen, sich seinem sogenannten Friedensrat zur Lösung globaler Konflikte anzuschließen. Der US-Botschafter in Neu-Delhi, Sergio Gor, teilte eine entsprechende Erklärung auf X. Die Initiative solel sich zunächst auf Gaza konzentrieren.
Ob Indien sich anschließen wird, blieb vorerst unklar. Das indische Außenministerium äußerte sich zunächst nicht.
Trump hatte das Gremium ursprünglich dafür beauftragen wollen, die Nachkriegsverwaltung im Gazastreifen zu überwachen. Inzwischen will er den Rat laut US-Medienberichten auch für die Lösung weiterer Konflikte weltweit einsetzen – mit sich selbst als Vorsitzendem mit Vetorecht.

Ungarn soll sogenanntem Friedensrat von Donald Trump beitreten
US-Präsident Donald Trump hat Ungarns Präsidenten Viktor Orbán eingeladen, sich als Gründungsmitglied an der Arbeit des Friedensrats zu beteiligen. Das schrieb Orbán auf der Plattform X. "Wir haben diese ehrenvolle Einladung natürlich angenommen“, teilte er mit.
Laut Berichten verschiedener US-Medien plant Trump, den für Gaza ins Leben gerufenen sogenannten Friedensrat unter seinem Vorsitz auf eine globale Zuständigkeit auszudehnen. Trump will den Berichten zufolge als Gründungsvorsitzender darüber entscheiden, welchen Staaten eine Mitgliedschaft angeboten wird.

Trump lädt Jordaniens König Abdullah in den Friedensrat für Gaza ein
Jordaniens König Abdullah ist nach Angaben des jordanischen Außenministeriums von US-Präsident Donald Trump in den Friedensrat für Gaza eingeladen worden. Das Ministerium teilte mit, man prüfe aktuell die zugehörigen Dokumente.

Trump lädt mehrere Staatschefs zur Mitwirkung an Gaza-Friedensrat ein
Nach Angaben von US-Präsident Donald Trump sind mehrere Staats- und Regierungschefs von ihm eingeladen worden, am sogenannten Friedensrat für den Gazastreifen mitzuwirken. Demnach hat Trump etwa dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, Ägyptens Staatschef Abdel Fattah al-Sissi und Argentiniens Präsident Javier Milei eine Mitarbeit angeboten.
Das Kommunikationsbüro der türkischen Präsidentschaft bestätigte die Einladung, machte aber keine offiziellen Angaben dazu, ob Erdoğan bereits darauf geantwortet habe. Auch Ägyptens Außenminister Badr Abdelatty bestätigte die Einladung al-Sissis. Vonseiten des ägyptischen Staatsinformationsdienstes hieß es, Ägypten prüfe die Angelegenheit derzeit in all ihren Aspekten. Argentiniens Präsident Javier Milei schrieb auf X, es sei "eine Ehre, an einer so großen Verantwortung mitwirken zu dürfen".
Wie der Sender CBC unter Berufung auf einen hochrangigen Beamten berichtete, habe auch der kanadische Ministerpräsident Mark Carney eine Einladung zur Mitwirkung erhalten und wolle diese annehmen. Laut Berichten des britischen Senders BBC erwägt auch der britische Premierminister Keir Starmer einen Beitritt.
Der sogenannte Friedensrat ist Teil der zweiten Phase von Trumps Friedensplan für Gaza, der ein dauerhaftes Kriegsende vorsieht. Das internationale Gremium soll die neue Übergangsregierung des im Krieg zwischen der Hamas und Israel weitgehend zerstörten Küstenstreifens beaufsichtigen.

Israel kritisiert vorgeschlagene Besetzung des Gazakomitees
Israel lehnt die von den USA genannten Mitglieder eines neuen Gremiums für den Gazastreifen ab. Das sogenannte Exekutivkomitee sei nicht mit Israel abgestimmt und laufe seiner Politik zuwider, hieß es in einer Erklärung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Er werde demnach sein Außenministerium um ein Gespräch mit US-Außenminister Marco Rubio bitten.Der Exekutivausschuss soll die Arbeit eines von Präsident Donald Trump geleiteten Friedensrats (Board of Peace) umsetzen. Netanjahu stößt sich offensichtlich daran, dass dem Gremium der türkische Außenminister Hakan Fidan und der ranghohe katarische Diplomat Ali Thawadi angehören sollen. Die Türkei und Katar hatten Israels Krieg im Gazastreifen gegen die islamistische Palästinenserorganisation Hamas scharf kritisiert.
Wenige Minuten nach der Erklärung forderte Israels rechtsextremer Minister für nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, Netanjahu solle das Militär auf einen erneuten Krieg vorbereiten.

Milliardäre für den Frieden
Mehrere Monate, nachdem die US-Regierung die Bildung eines "Friedensrats" für Gaza angekündigt hatte, hat das Weiße Haus die Namen der designierten Ratsmitglieder bekannt gegeben. Dem Gremium, das die vorübergehende Verwaltung des Gazastreifens überwachen soll, sollen neben Donald Trump sieben weitere Männer angehören.
Fast alle Mitglieder der Kommission gehören bereits der US-Regierung oder dem Beraterkreis um Donald Trump an. Viele haben zudem eine weitere Gemeinsamkeit: Sie sind Milliardäre.
Eine Übersicht zu den wichtigsten Mitgliedern des sogenannten Friedensrats sehen Sie hier:
Marco Rubio und Tony Blair sitzen im Friedensrat für Gaza
Im Weißen Haus in Washington, D. C. sind am Abend die Namen der Politiker bekannt gegeben worden, die US-Präsident Donald Trumps Plänen zufolge als Friedensrat die vorübergehende Verwaltung des Gazastreifens überwachen sollen.
Zu den Mitgliedern dieser Kommission zählen demnach US-Außenminister Marco Rubio, Trumps Sonderbeauftragter Steve Witkoff, der ehemalige britische Premierminister Tony Blair, Trumps Schwiegersohn Jared Kushner sowie Weltbank-Präsident Ajay Banga, der US-Geschäftsmann Marc Rowan und Trump-Berater Robert Gabriel. Trump selbst ist Vorsitzender des Gremiums, das hatte der US-Präsident bereits im September 2025 mitgeteilt. Auf Grundlage von Trumps Plänen für Gaza war im Oktober eine Waffenruhe in Gaza ausgehandelt worden.
Mehr dazu lesen Sie hier:
Übergangsverwaltung für Gazastreifen trifft sich in Kairo
In Kairo ist heute die neue Übergangsverwaltung für den Gazastreifen ist zu ihrer ersten Sitzung zusammengekommen. Das berichtete der ägyptische Sender Al-Kahera News. Die Terrororganisation Hamas und die palästinensische Autonomiebehörde hatten sich am Mittwoch auf die Zusammensetzung des Technokratengremiums geeinigt. Es besteht aus 15 Palästinensern, angeführt wird es von dem ehemaligen Vizeminister der Autonomiebehörde, Ali Schaath.
Die US-Regierung hatte am Mittwoch den Beginn der zweiten Phase der Waffenruhe im Gazastreifen bekannt gegeben. Gemäß dem 20-Punkte-Plan soll die Übergangsverwaltung von einem "Friedensrat" überwacht und beaufsichtigt werden, den US-Präsident Donald Trump nach eigenen Angaben selbst leiten wird. Die Übergangsverwaltung soll für die alltäglichen Entscheidungen in dem Palästinensergebiet wie den Wiederaufbau zuständig sein. Der US-Plan sieht außerdem die Entsendung einer internationalen Stabilisierungstruppe vor.
Schaath sagte Al-Kahera News, wichtig sei nach der Zerstörung von 85 Prozent der Häuser im Gazastreifen vor allem die Schaffung neuen Wohnraums. Den Vertriebenen, die bisher "in vom Wind fortgerissenen Zelten" ausharren müssten, könne so "ihre Würde zurückgegeben" werden.
Israel erschießt 14-Jährigen im Westjordanland
Israelische Soldaten haben nach Angaben der Armee einen Palästinenser im Westjordanland erschossen, der mit Steinen auf sie geworfen hatte. Nach palästinensischen Angaben handelt es sich um einen 14-jährigen Jungen. Die Soldaten hätten noch Warnschüsse abgegeben, um die Person zu vertreiben, die mit einem Stein auf sie zugestürmt sei, teilen die Streitkräfte mit.
Im vergangenen Jahr wurden im Westjordanland deutlich mehr Gewalttaten verzeichnet. So haben Angriffe israelischer Siedler auf Palästinenser stark zugenommen, während die Armee die Einschränkungen für Palästinenser verschärft hat.
Israel greift Ziele im Gazastreifen an
Die israelische Armee hat trotz Waffenruhe nach eigenen Angaben Ziele im gesamten Gazastreifen angegriffen. Vorangegangen sei ein Angriff bewaffneter Palästinenser auf israelische Soldaten. Israels Militär habe Kommandeure der Terrororganisationen Hamas und Palästinensischer Islamischer Dschihad (PIJ) ins Visier genommen, teilte die Armee mit. Sie machte zunächst keine Angaben zu möglichen Opfern.
Aus medizinischen Kreisen im Gazastreifen hieß es, mindestens neun Menschen seien bei den Angriffen am Donnerstagabend getötet worden, darunter ein Kommandeur der Hamas sowie ein Kommandeur des bewaffneten Arms des PIJ. Den Angaben zufolge gab es auch mehrere Verletzte.
Bewaffnete hatten laut Israels Armee am Dienstag in einem von Israel kontrolliertem Gebiet in Rafah im Süden des Küstenstreifens israelische Soldaten angegriffen. In solchen Fällen hatte Israels Armee bereits zuvor wieder größere Angriffe ausgeführt, sich danach aber wieder an die Waffenruhe gehalten. Inzwischen haben die israelischen Bombardements im Gazastreifen Anwohnern zufolge wieder aufgehört.
BBC berichtet von verschobener Rückzugslinie – Israel widerspricht
Im Rahmen der vereinbarten Waffenruhe mit der Hamas hat sich die israelische Armee hinter die sogenannte Gelbe Linie zurückgezogen. Einem Bericht der britischen Rundfunkanstalt BBC zufolge hat Israel diese Rückzugslinie ins Landesinnere verschoben und so das von ihr kontrollierte Gebiet vergrößert. Die Armee wies die Darstellung auf Anfrage zurück.
Die Gelbe Linie erhielt ihren Namen, weil das israelische Militär die Rückzugslinie mit gelb markierten Betonelementen und Schildern kennzeichnet. Laut der BBC zeigen Satellitenbilder, dass das Militär diese Markierungen versetzt hat, und zwar an insgesamt 16 Positionen. Im Schnitt seien die Markierungen fast 300 Meter tiefer in das Palästinensergebiet verlegt worden.
Auch die Terrororganisation Hamas hatte Israel bereits beschuldigt, die Linie verschoben zu haben. Die israelische Armee hingegen wirft Hamas-Mitgliedern vor, die Rückzugslinie immer wieder zu überschreiten und damit gegen das Waffenruhe-Abkommen zu verstoßen. Derzeit kontrolliert das israelische Militär etwas mehr als die Hälfte des schwer zerstörten Küstengebiets.

US-Präsident Trump unterstützt "Technokratenregierung" im Gazastreifen
US-Präsident Donald Trump hat seine Unterstützung für die Übergangsregierung palästinensischer Fachleute für den Gazastreifen zum Ausdruck gebracht. "Als Vorsitzender des Friedensrates stehe ich hinter der neu ernannten palästinensischen Technokratenregierung", schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Die neue Führung solle den Gazastreifen "während des Übergangs" regieren. Die palästinensischen Anführer hätten sich unerschütterlich einer friedlichen Zukunft verschrieben, hieß es in dem Post.
Der "Friedensrat" soll als Kontrollgremium der Übergangsregierung dienen. Nach Angaben Trumps hat sich das Gremium, dem er vorsteht, nun formiert. Die Namen der Mitglieder würden bald bekanntgegeben, schrieb der US-Präsident. Vor kurzem waren die Mitglieder der Übergangsregierung benannt worden. Es handelt sich um 14 Palästinenser, die keine Verbindung zur islamistischen Hamas haben sollen. Sie sollen alle Aufgaben und Verantwortungen in dem in zwei Kriegsjahren weitgehend zerstörten Gazastreifen übernehmen.
Israel greift erneut Ziele im Libanon an
Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben mehrere Ziele im Libanon angegriffen. Im Süden des Nachbarlandes habe die Armee auf mehrere Waffenlager sowie auf weitere Infrastruktur der Hisbollah-Miliz gezielt, teilte das Militär mit. In einem weiteren Angriff wurde demnach ein unterirdisches Waffenlager getroffen. Berichte über mögliche Tote oder Verletzte gab es zunächst nicht.
Libanesischen Sicherheitsquellen zufolge führte die israelische Luftwaffe mindestens zwei Luftschläge aus. Anwohner benachbarter Gegenden berichteten von lauten Explosionen, die ihre Häuser erschüttert hätten. Das israelische Militär verwies in seiner Mitteilung auf Aktivitäten der Hisbollah an den genannten Orten, die eine Verletzung der zwischen Israel und dem Libanon vereinbarten Waffenruhe darstellten.

vor 3 Stunden
3










English (US) ·