Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen stammen von ukrainischen oder russischen Behörden und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
Tote und Verletzte bei Raketenangriff auf Dnipro
Selenskij in Berlin: Deutschland und Ukraine wollen Zusammenarbeit ausbauen
Merz empfängt Selenskij im Kanzleramt
Ukraine greift russisches Düngemittelwerk an
Ukraine beklagt fast 2300 Verstöße gegen Osterwaffenruhe – Russland widerspricht
Selenskij beklagt Engpässe bei Waffen und Aufmerksamkeit der USA
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij hat im ZDF-Interview mit Maybrit Illner davor gewarnt, dass der Irankrieg die Friedensbemühungen für die Ukraine und die Waffenlieferungen an sein Land gefährde. Die US-Unterhändler Jared Kushner und Steve Witkoff seien „ständig in Kontakt mit Iran und haben keine Zeit für die Ukraine“, so Selenskij.
„Wir haben so ein Defizit gerade, schlimmer geht es nicht mehr.“
Wolodimir Selenskij über den Mangel bei der LuftverteidigungBesonders dramatisch sei die Lage beim Patriot-Luftabwehrsystem: „Wir haben so ein Defizit gerade, schlimmer geht es nicht mehr“, sagte der Präsident. Je länger der Krieg andauere, desto weniger Waffen stünden der Ukraine zur Verfügung.
Ukraine-Unterstützer treffen sich in Berlin
Die militärischen Unterstützer der Ukraine treffen sich auf Einladung von Verteidigungsminister Boris Pistorius zu einer neuen Beratungsrunde in Berlin. An dem Treffen der sogenannten Ukraine Defence Contact Group (UDCG) nehmen der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow sowie dessen britischer Amtskollege John Healey und Nato-Generalsekretär Mark Rutte persönlich teil, andere Teilnehmer werden digital dazugeschaltet.
Bei der Sitzung geht es um die weitere Unterstützung für die Ukraine, nachdem bei deutsch-ukrainischen Regierungskonsultationen schon neue zwischenstaatliche Projekte in erheblichem Umfang vereinbart wurden. Es soll auch darum gehen, wie Russland zu einem Frieden gezwungen werden könne, teilte das Ministerium in Kiew mit. Deutschland und Großbritannien hatten im April 2025 gemeinsam die Leitung der Ukraine-Kontaktgruppe übernommen.
Lesen Sie mehr über die deutsch-ukrainischen Regierungskonsultationen:
Tote und Verletzte bei Raketenangriff auf Dnipro
Durch einen russischen Raketenangriff auf die ukrainische Industriestadt Dnipro sind nach Behördenangaben mindestens fünf Menschen getötet worden. Mindestens 25 Zivilisten seien verletzt worden, davon 10 schwer, schrieb der Gouverneur des Gebietes Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, auf Telegram. Die ukrainische Luftwaffe meldete zuvor den Anflug einer ballistischen Rakete aus Russland auf die Großstadt. Die gegenseitigen Attacken Russlands und der Ukraine sind nach einer Waffenruhe über das orthodoxe Osterfest am vergangenen Sonntag wieder mit voller Wucht entbrannt.
Südwestlich von Dnipro im ukrainischen Gebiet Cherson wurden binnen eines Tages vier Zivilisten durch russische Drohnen- und Artillerieangriffe getötet. Außerdem seien mindestens 16 Menschen verletzt worden, teilte die Nationale Polizei der Ukraine in Kiew mit. In drei Fällen seit Montag griffen demnach russische Drohnen fahrende Pkws an und töteten die Fahrer oder Beifahrer.
Im Gebiet Cherson bildet der Fluss Dnipro die Frontlinie. Die gleichnamige Gebietshauptstadt Cherson liegt in Reichweite russischer First-Person-View-Drohnen, deren Bediener ukrainischen Angaben zufolge gezielt Jagd auf Zivilisten und zivile Fahrzeuge machen. Wegen der ständigen Gefahr leben nur noch etwa 60 000 Menschen in der Frontstadt, die vor dem Krieg knapp 280 000 Einwohner hatte. Straßen werden mit Netzen überspannt, um Drohnen abzuhalten. Am Dienstagvormittag traf eine Drohne ein Krankenhaus in Cherson, wie die Regionalverwaltung mitteilte.
Selenskij in Berlin: Deutschland und Ukraine wollen Zusammenarbeit ausbauen
Deutschland und die Ukraine bauen ihre militärische und politische Zusammenarbeit weiter aus. Das haben Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij bei deutsch-ukrainischen Regierungskonsultationen in Berlin vereinbart. Unterzeichnet wurde eine Kooperationsvereinbarung, um in der Verteidigung zusammenzuarbeiten. Außerdem unterschrieben sie eine Absichtserklärung zur Förderung des Wiederaufbaus und der Widerstandsfähigkeit der Industrie. Zusätzlich würden die bilateralen Beziehungen auf die Ebene einer strategischen Partnerschaft angehoben, sagte Merz.
Nach Angaben des Kanzlers wurden weitere umfassende Unterstützungsleistungen vereinbart. Das betreffe die Luftverteidigung, weitreichende Waffen, Drohnen und Artilleriemunition. Es solle auch einen Austausch digitaler Gefechtsdaten zur Entwicklung neuer Waffensysteme geben. „Was wir in dieser Kooperation tun, ist nicht nur von Nutzen für die Verteidigung der Ukraine. Es ist auch von besonderem Nutzen für uns, für unsere Sicherheit“, betonte Merz.
Merz sicherte der Ukraine außerdem die weitere Unterstützung Deutschlands auf dem Weg in die EU zu und – drang nach dem Wahlsieg des ungarischen Oppositionsführers Péter Magyar auf eine schnelle Freigabe des von dem Land bislang blockierten 90-Milliarden-Euro-Kredits der EU für die Ukraine. „Die Mittel für die militärische Unterstützung müssen jetzt rasch ausgezahlt werden“, sagte der CDU-Vorsitzende. Die Ukraine brauche das Geld dringend – das betonte auch Selenskij.
Ausländische Frachter in der Ukraine von russischen Drohnen getroffen
Bei russischen Drohnenangriffen in der südwestukrainischen Region Odessa sind Behördenangaben zufolge zwei ausländische Frachtschiffe getroffen worden. Im Donau-Hafen der Stadt Ismajil sei ein unter der Flagge Panamas fahrendes Schiff beschädigt worden, teilte der stellvertretende ukrainische Ministerpräsident Olexij Kuleba auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Zudem seien Hafenanlagen getroffen worden. „Der Feind zielt erneut bewusst auf kritische Infrastruktur und Logistik in der Region Odessa“, schrieb Kuleba. Der Hafen Ismajil nahe der Donaumündung ist eine wichtige Ausweichroute für den Export von Getreide, seit Russland das Abkommen zur sicheren Verschiffung über das Schwarze Meer aufgekündigt hat.
Ein weiterer Frachter unter liberianischer Flagge wurde auf dem Weg in den Schwarzmeer-Hafen Tschornomorsk zur Ladung von Getreide von einer Drohne getroffen, wie die Behörden erklärten. Ein Feuer sei ausgebrochen, das die Besatzung aber rasch gelöscht habe. Das Schiff habe seine Fahrt fortsetzen können.
In der Umgebung von Ismajil wurden nach Angaben des Gouverneurs der Region, Oleh Kiper, zudem eine Autowerkstatt, mehrere Fahrzeuge und sechs Wohnhäuser beschädigt. Die ukrainische Luftwaffe erklärte, Russland habe seit Montagabend mit vier Raketen und 129 Drohnen angegriffen. Davon habe die Luftabwehr eine Rakete und 114 Drohnen abgefangen.
Merz empfängt Selenskij im Kanzleramt
Bundeskanzler Friedrich Merz hat den ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij zu den ersten deutsch-ukrainischen Regierungskonsultationen seit vielen Jahren am Vormittag in Berlin begrüßt. Die beiden Politiker umarmten sich bei der Begrüßung vor dem Bundeskanzleramt.
Der ukrainische Staatschef wird von mehreren Ministern seines Kabinetts begleitet. Neben der finanziellen und militärischen Unterstützung der Ukraine wird es um den Wiederaufbau und die Rückkehr von Geflüchteten gehen. Bei dem Treffen sollen mehrere Abkommen unterzeichnet werden, anschließend ist eine gemeinsame Pressekonferenz von Merz und Selenskij geplant.
Zuletzt haben sich Merz und Selenskij am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar getroffen. Dort habe Merz unterstrichen, „dass auf Deutschland als momentan größter Unterstützer der Ukraine weiter Verlass sein werde".
Ukraine greift russisches Düngemittelwerk an
Die Ukraine hat nach eigenen Angaben ein Düngemittelwerk im Nordwesten Russlands angegriffen. Ziel war ein Werk der Apatit JSC in der Region Wologda, dessen Produkte auch Grundstoffe für TNT und andere Munitionskomponenten sein können, wie der ukrainische Drohneneinheits-Kommandeur Robert Brovdi auf Telegram mitgeteilt hat. Unabhängig überprüfen lässt sich die Darstellung nicht. Der Apatit-Mutterkonzern Phosagro lehnte eine Stellungnahme ab.
Das ukrainische Militär intensiviert seine Angriffe auf russische Industrieanlagen, um die Einnahmen Moskaus aus dem Rohstoffexport zu verringern. Wegen der gestiegenen Weltmarktpreise infolge des Kriegs in Iran sind Russlands Einnahmen zuletzt gestiegen. Kommandeur Brovdi hatte in diesem Monat bereits mitgeteilt, Drohnen hätten eine Anlage von Kuibyshevazot, eine Chemieindustrie-Firma, in der Region Samara angegriffen.
Russland ist der zweitgrößte Düngemittelproduzent der Welt, sein Anteil am Welthandel im Segment liegt bei rund 20 Prozent. Seine Bedeutung ist seit dem Iran-Konflikt gewachsen, der die Straße von Hormus als wichtigen Transportweg für Stickstoff- und Phosphatdünger faktisch blockiert hat.
Ukrainische Armee gibt Grenzdorf bei Sumy auf
Die ukrainische Armee hat nach eigenen Angaben ein grenznahes Dorf im Gebiet Sumy unter dem Druck russischer Angriffe geräumt. Dabei handele es sich um den Weiler Myropilske, teilte das 14. Armeekorps auf Facebook mit. Um eigene Verluste zu vermeiden, hätten sich die Verteidiger auf vorbereitete Stellungen zurückgezogen.
Die russische Armee hat an mehreren Stellen die Grenze zum nordukrainischen Gebiet Sumy überschritten. Den größten Streifen halten die Russen bei Junakiwka besetzt, von wo aus ukrainische Truppen 2024 in das westrussische Gebiet Kursk vorgedrungen waren. Die Kämpfe um Myropilske bedeuten einen weiteren russischen Einbruch, auch wenn die eroberte Fläche bislang klein ist.
Ukraine will Chemiefabrik in Russland angegriffen haben
Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben eine russische Chemiefabrik in der Olblast Wologda angegriffen. Das Werk liege in der Stadt Tscherepowez, teilt der Kommandeur der Drohnenstreitkräfte Robert Browdi auf Telegram mit. Es stelle Chemikalien her, die als Rohstoffe für TNT, Hexogen und Munitionskomponenten dienten.
Ukraine beklagt fast 2300 Verstöße gegen Osterwaffenruhe – Russland widerspricht
Die Ukraine hat Russland Tausende Verletzungen der von Kremlchef Wladimir Putin angeordneten Waffenruhe zum orthodoxen Osterfest vorgeworfen. Der ukrainische Generalstab registrierte seit Samstag 2299 Verstöße, wie er am Sonntagmorgen mitteilte. Konkret gab es demnach unter anderem 479 Fälle von Beschuss und etwa 1800 Angriffe mit kleineren Drohnen. „Schläge mit Raketen, Gleitbomben und Drohnen vom Typ Shahed gab es nicht“, teilte der Generalstab weiter mit. Im Gebiet Charkiw im Osten der Ukraine meldeten die Behörden nach einem russischen Drohnenangriff zwei Verletzte in einem Lebensmittelgeschäft.
Die ukrainischen Luftstreitkräfte erklärten, dass es für sie eine Pause von 18 Stunden gegeben habe. Am Sonntagmorgen habe es allerdings im Gebiet Sumy einen für die Flugabwehr relevanten russischen Drohnenangriff gegeben. Eine offizielle Aufkündigung der Waffenruhe, die 32 Stunden lang bis Sonntagabend gelten soll, gab es laut ukrainischem Militär nicht.
Russlands Verteidigungsministerium behauptete dagegen, die russischen Truppen respektierten die Feuerpause. Das Ministerium warf zugleich der Ukraine gezielte Angriffe vor und sprach von 1971 ukrainischen Waffenruhe-Verstößen bis Sonntagmorgen.
Russische Nachrichtenagenturen meldeten unter Berufung auf das Ministerium, dass bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die russische Region Kursk Zivilisten verletzt worden seien. Unter den Verletzten sei ein Kind. Auch die Gouverneure von Kursk sowie der russischen Region Belgorod warfen der Ukraine Angriffe vor. Die Stadtverwaltung in der von Russland kontrollierten Stadt Nowa Kachowka im südukrainischen Gebiet Cherson sprach ebenfalls von Angriffen der Ukraine. Infolge von Drohnenattacken gebe es mindestens einen Verletzten.
Die Ukraine und Russland hatten jeweils angekündigt, auf Beschuss des Gegners zu reagieren. Von solchen Reaktionen war aber in den offiziellen Mitteilungen bisher keine Rede.
Russland und Ukraine tauschen Kriegsgefangene aus
Russland und die Ukraine haben erneut Kriegsgefangene ausgetauscht. Es seien jeweils 175 Gefangene übergeben worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Der Austausch sei auf Vermittlung der Vereinigten Arabischen Emirate zustandegekommen. Russland und die Ukraine haben bereits wiederholt Kriegsgefangene ausgetauscht.
Ukraine: Tote und Verletzte vor Osterwaffenruhe
Vor der angekündigten Waffenruhe für das orthodoxe Osterfest haben Russland und die Ukraine ihre Drohnenangriffe fortgesetzt. In Odessa am Schwarzen Meer wurden ukrainischen Behörden zufolge mindestens zwei Menschen getötet. Bei den Toten handele es sich um eine 38 Jahre alte Frau und einen 32 Jahre alten Mann, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Es habe auch Verletzte, Schäden an zahlreichen Wohnhäusern und an einem Kindergarten gegeben, teilte die Verwaltung der Stadt mit. Die Stadt Sumy im Nordosten des Landes meldete mindestens 17 Verletzte sowie ebenfalls Schäden an Wohnhäusern, einem Kindergarten und zahlreichen Autos. Die ukrainische Flugabwehr zählte insgesamt 160 russische Drohnenangriffe.
Das russische Verteidigungsministerium sprach unterdessen am Morgen von 99 abgeschossenen ukrainischen Drohnen. Zu Treffern oder Schäden machte das Ministerium keine Angaben. Die Behörden in der südrussischen Region Krasnodar teilten mit, dass Trümmer einer abgeschossenen Drohne einen Brand auf dem Gelände einer Anlage der Ölindustrie in der Stadt Krymsk ausgelöst hätten. Das Feuer sei gelöscht worden, hieß es. Die Ukraine will mit diesen Gegenangriffen auf die russischen Energieanlagen Moskaus Kriegswirtschaft schaden.
An diesem Nachmittag soll um 16 Uhr (15 Uhr MESZ) in der Ukraine und Russland eine 32-stündige Waffenruhe beginnen. Der russische Präsident Wladimir Putin setzte die Feuerpause nach eigenen Angaben bis Mitternacht am Sonntag an, damit Ukrainer und Russen das orthodoxe Osterfest in Ruhe feiern können. Der Kreml sprach von einer humanitären Geste.
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij reagierte auf die Pläne aus Moskau zustimmend: „Wir haben eine Waffenruhe über die Osterfeiertage in diesem Jahr vorgeschlagen und werden entsprechend handeln.“ Die Ukraine hatte in den vergangenen Tagen mehrfach über eine Feuerpause zum orthodoxen Osterfest gesprochen, der Kreml ging allerdings nicht auf die Äußerungen aus Kiew ein.
Bei einer von Putin einseitig verfügten Feuerpause zu Ostern voriges Jahr meldeten beide Kriegsparteien zahlreiche Verstöße. Auch diesmal haben Moskau und Kiew angekündigt, auf Angriffe des Gegners zu reagieren.
Greenpeace: Angriffe auf Ölanlagen bremsen Russlands Tanker
Ukrainische Angriffe auf Russlands Ölindustrie haben nach Einschätzung der Umweltschutzorganisation Greenpeace kurzfristig Auswirkungen auf die sogenannte russische Schattenflotte in der Ostsee gezeigt. „Für einige Tage kamen keine beladenen Tanker mehr aus Richtung Osten, und die wenigen, die unterwegs waren, fuhren größtenteils leer“, teilte eine Greenpeace-Sprecherin mit.
Die Ukraine hatte in den vergangenen Wochen mit Drohnenangriffen auf Anlagen der russischen Ölindustrie mehrere Objekte in Brand gesetzt. Im Gebiet Leningrad, das an Sankt Petersburg (früher Leningrad) grenzt, war schon mehrfach der Hafen Primorsk Ziel ukrainischer Angriffe. Auch den russischen Öl- und Gashafen Ust-Luga an der Ostsee bei Sankt Petersburg hatten ukrainische Langstreckendrohnen wiederholt angegriffen.
Wegen des wieder angelaufenen Betriebs der Häfen, der laut Greenpeace teils auch fast nie vollständig stillgestanden habe, rechnet die Organisation in den kommenden Tagen wieder mit entsprechenden Tankern in der Ostsee. „Allerdings lässt sich die genaue Frequenz noch schwer einschätzen, da unklar ist, welche Ladekapazitäten noch vorhanden sind.“
Auffällig ist demnach, dass mehr Tanker vor Anker liegen als zuvor. „Was angesichts der Situation aber nicht überraschend ist.“ Die für die Ostsee zuständige Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt bestätigte die Angaben von Greenpeace nicht: „Erkenntnisse dazu liegen hier nicht vor“, erklärte ein Sprecher.
Greenpeace hatte wiederholt vor den Umweltrisiken gewarnt, die nach Überzeugung der Umweltschützer von der Schattenflotte ausgehen. Mit der Schattenflotte versucht Moskau, einen von westlichen Unterstützern der Ukraine eingeführten Preisdeckel für russisches Öl zu umgehen. Dabei kommen alte und unterversicherte Tanker zum Einsatz. Der Öl-Export ist eine wichtige Einnahmequelle Russlands.
Ukraine kündigt „Ramstein“-Treffen für 15. April an
Der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow hat in einem Telefonat mit seinem deutschen Amtskollegen Boris Pistorius (SPD) für den 15. April ein neues Treffen im sogenannten Ramstein-Format vereinbart. Bei den Gesprächen der Ukraine-Kontaktgruppe solle es darum gehen, wie Russland zu einem Frieden gezwungen werden könne, teilte das Ministerium in Kiew mit.
Vom Bundesverteidigungsministerium gab es bisher keine Informationen zu dem Telefonat. Unklar war auch, ob die Gespräche per Videokonferenz oder an einem konkreten Ort laufen sollen. Seit 2022 hat es in dem in Ramstein gegründeten Format, zu dem auch Deutschland gehört, Dutzende Sitzungen gegeben.
„Den Partnern werden vorrangige Bereiche der Zusammenarbeit vorgestellt, insbesondere bei der Stärkung der Luftabwehr, der Entwicklung von Drohnensystemen sowie beim Austausch von Daten und Technologien“, hieß es in der Mitteilung in Kiew. Nach ukrainischen Angaben bereiten die Ukraine und Deutschland eine Reihe gemeinsamer Projekte vor, die „in naher Zukunft“ umgesetzt werden sollen.
Dabei gehe es um eine Verstärkung der Luftabwehrsysteme, die Finanzierung von Drohnen und die Entwicklung gemeinsamer technologischer Lösungen, darunter innovative Laserwaffen. Fedorow dankte der Mitteilung zufolge Pistorius auch für die Unterstützung Deutschlands beim Schutz der Ukrainer und der Infrastruktur während des Winters.
Sorge vor Eskalation: Estland stoppt keine russischen Tanker
Estland verzichtet aus Sorge vor einer militärischen Eskalation darauf, Schiffe der sogenannten russischen Schattenflotte in der Ostsee festzusetzen. Das Risiko sei zu hoch, sagt der estnische Marine-Befehlshaber Ivo Vark der Nachrichtenagentur Reuters. Russland habe seine militärische Präsenz im Finnischen Meerbusen deutlich verstärkt und patrouilliere dort permanent mit bewaffneten Schiffen. Derzeit warten in den Gewässern vor Estland rund 30 bis 40 Tanker auf die Einfahrt in russische Häfen, nachdem ukrainische Drohnen die Hafenanlagen immer wieder getroffen haben.












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