Irankrieg: Nato-Abwehrsystem fängt weitere Rakete aus dem Iran über der Türkei ab

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Ein dritter Raketenangriff auf die Türkei ist laut deren Verteidigungsministerium von der Nato abgewehrt worden. Die Türkei fordert vom Iran eine Stellungnahme.

13. März 2026, 13:01 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AFP, Reuters, dpa,

 Patriot-Luftabwehrsysteme auf dem Stützpunkt in İncirlik
Patriot-Luftabwehrsysteme auf dem Stützpunkt in İncirlik © Anadolu/​Getty Images

Abwehrsysteme der Nato haben nach Angaben der Türkei eine dritte iranische Rakete zerstört. Diese sei vom Iran in Richtung Türkei abgeschossen worden, teilte das türkische Verteidigungsministerium mit. Wo genau die Rakete abgefangen wurde, teilte das Ministerium nicht mit. Die Türkei habe den Iran um eine Stellungnahme ersucht.

Türkischen Medienberichten zufolge waren am Morgen Sirenen nahe dem Nato-Luftwaffenstützpunkt in İncirlik in der Provinz Adana zu hören. Das Verteidigungsministerium bestätigte das zunächst nicht.

Iranischer Präsident telefonierte mit Recep Tayyip Erdoğan

Es ist bereits der dritte Angriff auf den Nato-Bündnispartner Türkei seit Beginn des Irankriegs. Vor einer Woche war die erste iranische Rakete von der Nato über dem Mittelmeer abgefangen worden. Das Geschoss war nach türkischen Angaben gestoppt worden, ehe es den türkischen Luftraum erreichte. Trümmerteile ​der Abfangrakete waren in der südöstlichen Provinz Hatay niedergegangen.

Am Montag wurde dann erneut eine aus dem Iran abgefeuerte Rakete von den Nato-Verteidigungskräften über dem östlichen Mittelmeer abgefangen. Laut dem türkischen Verteidigungsministerium sind Munitionsteile in der südöstlichen Provinz Gaziantep niedergegangen. Bei den beiden Angriffen wurden jedoch keine Menschen verletzt.

Nach dem zweiten Vorfall telefonierte der iranische Präsident Massud Peseschkian mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdoğan. Laut türkischem Präsidialamt sagte Peseschkian in dem Telefonat, dass "die in den türkischen Luftraum eingedrungenen Raketen nicht aus dem Iran stammen".

Am Dienstag gab die türkische Regierung bekannt, dass sie als Reaktion auf die Angriffe ein Patriot-Raketenabwehrsystem in der östlichen Provinz Malatya stationieren werde. In der Provinz liegt der Militärstützpunkt Kürecik, auf dem neben US-Soldaten ein Radarsystem der Nato stationiert ist, das iranische Raketenstarts erkennen kann. Bereits nach dem Abschuss der ersten Rakete im türkischen Luftraum in der vergangenen Woche hatte die Nato ihre Abwehrbereitschaft verstärkt.

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