Iran-News heute: Iran will seit Kriegsbeginn 700 ballistische Raketen abgefeuert haben

vor 13 Stunden 2

Dieser Artikel gehört zum Angebot von SPIEGEL+. Sie können ihn auch ohne Abonnement lesen, weil er Ihnen geschenkt wurde.

Irans Präsident spricht mit Macron über Straße von Hormus

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat sich mit Irans Präsident Masoud Pezeshkian über die Lage in der Straße von Hormus ausgetauscht. Pezeshkian telefonierte mit Macron, wie aus einer iranischen Regierungserklärung hervorgeht. Nähere Details gab es zunächst nicht. 

Pezeshkian sprach nach Angaben aus Teheran von einem aufgezwungenen Krieg. Er kritisierte die Haltung »einiger europäischer Länder« und warf ihnen vor, Israel und die USA blind zu unterstützen. Irans Präsident forderte, dass Völkerrecht und Rechtsstaatlichkeit gewahrt werden. Ein weiteres Thema waren den Angaben nach »konsularische Angelegenheiten«. Seit mehreren Monaten bereits gibt es Berichte über einen möglichen Gefangenentausch zwischen Iran und Frankreich. 

Iranischer Botschafter in Saudi-Arabien: Beziehungen zu Golfstaaten müssen überprüft werden

Angesichts des Kriegs will Iran offenbar seine Beziehungen zu ​den arabischen Golfstaaten überdenken. Das geht zumindest aus Äußerungen des iranischen Botschafters in Saudi-Arabien, Aliresa Enajati, hervor. 

»Das ist eine berechtigte Frage, und die Antwort mag einfach sein. Wir sind Nachbarn und können nicht ohneeinander auskommen; wir werden eine ernsthafte Überprüfung benötigen«, sagte ​Enajati der Nachrichtenagentur Reuters: »Was die Region in den vergangenen fünf Jahrzehnten erlebt hat, ist das ⁠Ergebnis eines ausgrenzenden ⁠Ansatzes und einer übermäßigen Abhängigkeit von externen Mächten«. Er plädiert für eine engere Zusammenarbeit in der Golfregion. 

»Wall Street Journal«: Trump will Geleitschutz für Schiffe in der Straße von Hormus präsentieren

Öltanker liegen an der Straße von Hormus und warten darauf, ihre Ladung in die Welt zu bringen. Iran blockiert die Straße, aber US-Präsident Donald Trump wirbt für eine Koalition, die Schiffe sicher durch die Meerenge geleitet. Schon in den kommenden Tag will Trump verkünden, wer zu dieser Koalition gehört. So berichtet es zumindest das »Wall Street Journal« unter Berufung auf US-Beamte. Diskutiert werde aber noch, ob diese Operation erst im Falle eines Waffenstillstandes beginnen solle.

Das Weiße Haus äußert sich bislang nicht offiziell zu dem Bericht. Öffentlich hat auch noch kein Land verkündet, sich an der Operation beteiligen zu wollen. 

Iran will seit Kriegsbeginn 700 ballistische Raketen abgefeuert haben

Irans Luftstreitkräfte haben eigenen Angaben zufolge seit Kriegsbeginn 700 Raketen auf Ziele in Israel und US-Stützpunkte der Golfregion gefeuert. Daneben seien rund 3600 Kampfdrohnen für den Kamikazeeinsatz gestartet worden, berichten die iranischen Onlineportale »Tabnak« und »Avash« unter Berufung auf einen Militärsprecher der Revolutionswächter.

General Ali Mohammed Naini, Sprecher der Revolutionswächter, hatte dem iranischen Staatsfernsehen am Sonntag ein Interview gegeben. Auch die Nachrichtenagentur Fars, die der Elitestreitmacht nahesteht, zitierte daraus. Naini sagte demnach, dass viele der abgefeuerten Raketen aus alten Beständen stammten. Viele der ballistischen Raketen aus neuer Produktion seien noch nicht zum Einsatz gekommen, meinte der Sprecher. 

Israel hat noch »Tausende Ziele« in Iran, der Sturz der Regierung zählt aber nicht dazu

Zählt der Sturz der iranischen Regierung zu den Kriegszielen? US-Präsident Donald Trump sprach das so aus, Israel vertritt aber eine andere Position. Das israelische Militär habe nicht das Ziel, die Regierung in Iran zu »stürzen«, sagte Brigadegeneral Effie Defrin, Sprecher des israelischen Militärs, laut »New York Times« bei einem Pressebriefing. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte zuvor erklärt, der Sturz der iranischen Regierung hänge vom iranischen Volk ab.

Israel hat dafür nach Angaben des Militärs noch »Tausende« weitere Ziele in Iran. »Wir haben einen präzisen Plan«, sagte Militärsprecher Defrin in einer Fernsehansprache. »Wir haben immer noch Tausende Ziele in Iran und identifizieren jeden Tag neue Ziele.« Die iranische Führung sei »geschwächt und wir werden sie noch weiter schwächen«, sagte Defrin. 

Liebe Leserinnen und Leser, die USA und Israel setzen ihre Angriffe gegen Iran und seine Nachbarn fort, das Regime in Teheran antwortet mit Gegenangriffen. Wir halten Sie hier über die Entwicklungen in Nahost und die Auswirkungen jenseits der Region auf dem Laufenden. Was am Sonntag geschah, können Sie hier nachlesen. 

Mit Material der Agenturen

Gesamten Artikel lesen