(SZ) Benzin ist ein ganz besonderer Saft. Wäre Goethe nicht mit der Eisenbahn gefahren – ein Gruß an den verewigten Fritz J. Raddatz –, sondern mit dem Auto, hätte Faust seinen Pakt mit Mephisto bestimmt mit E 5 unterzeichnet und nicht mit Blut. Das Benzin jedenfalls ist zurzeit teuer. Dies gefällt einerseits Wladimir Putin, weil sein Freund, der US-Präsident, deswegen die Ölverkaufs-Sanktionen gegen Russland gelockert hat. Trump, der größte Stratege aller Zeiten, hat leider nicht einkalkuliert, dass sich die Iraner wehren würden, wenn man sie angreift. Andererseits gefallen die hohen Benzinpreise hierzulande etlichen Freundinnen und Freunden der Elektromobilität, weil sie, simpel gesagt, es nur gerecht finden, wenn das Verbrennermilieu bezahlen muss. Die Pädagoginnen und Pädagogen unter den Zwei-Euro-Fünfzig-Befürwortern glauben außerdem, die Revolutionsgarden würden sehr indirekt mehr Menschen in Deutschland zum Kauf von Elektroautos erziehen. Ein drittes Lager wiederum, in dem sich die wirklichen Durchblicker aufhalten, lässt das Publikum wissen, dass es sich wieder mal über etwas Falsches, den Benzinpreis, aufregt, statt sich mit den echten Problemen dieser Welt zu beschäftigen. Aber das sei ja „sehr deutsch“. Gut, dass es Menschen gibt, die uns das erklären.











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