Die Formel 1 startet mit ihrem neuen Reglement in China ins zweite Saisonrennen, mit dabei: technische Innovationen , die die Ingenieurinnen und Ingenieure der Teams in den vergangenen Monaten entwickelt haben. Besonders im Fokus steht in Shanghai: das Ferrari-Heck.
Die 2026er-Autos sollen agiler und aerodynamisch effizienter werden. Dafür bekommen sie neue bewegliche Front- und Heckflügel, mit denen die Fahrer den Luftwiderstand auf der Geraden senken können. Doch bei Ferrari klappt das verstellbare Element am Heckflügel nicht nur, sondern dreht sich auch um 180 Grad.
Beim einzigen freien Training in China kam der spezielle Heckflügel am Rennwochenende – früher als erwartet – zum ersten Mal zum Einsatz, beim Saisonauftakt in Australien vor einer Woche hatte man noch darauf verzichtet.
Eigentlich sollte der Flügel erst später in der Saison eingeführt werden. Ferraris Starfahrer Lewis Hamilton zeigte sich deshalb besonders begeistert: »Es ist großartig zu sehen, dass das Team kämpft, das Team pusht, das Team jagt und wirklich Überstunden in der Fabrik macht, um die Upgrades zu liefern, denn darum geht es.«
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Schon bei den Testfahrten in Bahrain im Februar hatte Ferrari den rotierenden Heckflügel präsentiert. Haas-Fahrer Ollie Bearman war danach so geschockt, dass er Reportern erzählte, er habe gedacht, mit Hamiltons Auto stimme etwas nicht.
Besonderes Interesse weckt der Ferrari-Flügel aber auch wegen seiner Bezeichnung. Schnell hatte sich neben dem Begriff »Flip-Flop«-Flügel auch die Formulierung »Macarena«-Flügel etabliert, in Anlehnung an den gleichnamigen Song des spanischen Musikduos Los del Río, der durch eine Remix-Version der Band Bayside Boys (und die zugehörigen Tanzbewegungen) Mitte der Neunzigerjahre zu einem Sommerhit wurde.
Ferrari-Teamchef Frédéric Vasseur soll dem Flügel seinen Spitznamen gegegen haben
Foto: Hector Retamal / AFPDas Rotieren des Flügels erinnert etwas an den Macarena-Tanz von damals.
Hamilton sagte, er wisse nicht, ob sich das Team bereits auf einen offiziellen Namen für den Heckflügel geeinigt habe. Der Macarena-Spitzname soll aber auf Ferrari-Teamchef Frédéric Vasseur zurückgehen, wie auch der Sender ESPN berichtet . Vasseur hatte den Flügel im Rahmen der Vorsaisontests offenbar scherzhaft gegenüber dem französischen Sender »Canal+« so bezeichnet und mit den Armen die Bewegung des Flügels imitiert. Es kursieren Videoausschnitte im Internet.
In der Ferrari-Garage dröhnt der Macarena
Wie auch immer der Flügel zu seinem Spitznamen kam, in Shanghai wird er rege aufgegriffen. Sky-UK-Reporter Ted Kravitz und Expertin Bernie Collins drehten in der Ferrari-Garage den »Macarena«-Song auf , der dort zuvor bereits abgespielt worden sei, wie der Sender Sky UK und »Bild« berichten. Andere Journalisten tanzten, während sie die Funktion des Flügels erklärten.
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Inwiefern sich der neue Flügel auch sportlich auf den Erfolg der Ferraris auswirken kann, ist noch unklar. Bei den Tests in Bahrain hatte Hamilton noch berichtet, er habe während der Tests keinen Unterschied beim Einsatz des Flügels bemerkt, während Experten vermuten, dass der rotierende Flügel auf den Geraden sogar leichten Auftrieb produzieren könnte. Möglich sei auch, dass der erzeugte Luftstrom die nachfolgenden Autos beeinflussen könne.
Im China-Training rutschte Hamilton mit dem neuen Flügel bei Kurve sechs weg und landete in der Auslaufzone. Beim anschließenden Qualifying zum ersten Sprintrennen der Saison (Samstag, 4.00 Uhr MEZ, TV: Sky) verzichtete Ferrari dann wieder auf den Macarena-Flügel.

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