Der Versuch ist schon vielfach unternommen worden: Ein erfolgreiches Modell kommt mit minimalen Änderungen von einem Kooperationspartner ebenfalls auf den Markt. Der neue Mitsubishi Eclipse Cross ist unzweifelhaft eine Kopie des Renault Scenic. Der Japaner kostet minimal weniger als das Original, doch das dürfte kaum entscheidend sein. Vielmehr werden zu zahlender Preis und die Nähe zum Händler im Einzelfall wesentlich dafür sein, wo der Käufer seine Unterschrift setzt. Die Eckdaten versprechen in beiden Fällen ein durchaus attraktives Angebot.
Konkurrenz für den Elroq
Mit 4,49 m ist der Eclipse etwa so groß wie ein Skoda Elroq, der im vergangenen Jahr zeitweise zum meistverkauften Elektroauto in Deutschland gehörte. Der Radstand misst 2,78 m, der Kofferraum 545 Liter. Das verspricht so ordentliche Platzverhältnisse, dass der Eclipse Cross problemlos manch einen Kombi ersetzen könnte. Schon die Basisausstattung lässt kaum etwas vermissen, sieht man einmal von der merkwürdigen Entscheidung ab, ihr eine Höhenverstellung des Beifahrersitzes zu versagen.
Auch innen gleicht der neue Eclipse Cross dem Renault Scenic.
(Bild: Mitsubishi)
Dennoch: für unverhandelt 47.990 Euro bekommt der Kunde ein Elektroauto mit vergleichsweise großer Batterie samt serienmäßiger Wärmepumpe und umfangreicher Ausstattung. Nicht zu vernachlässigen sind fünf Jahre Herstellergarantie bis 100.000 km, die danach in ähnlichem Umfang bis zu dreimal je für ein Jahr bis maximal 160.000 km verlängert werden kann. Ähnliches wird von anderen Anbietern schon mal mit vierstelligen Beträgen extra in Rechnung gestellt.
87 kWh und 22 kW AC-Laden
Zum Start gibt es nur eine Antriebskonfiguration. Der E-Motor, der nur die Vorderräder bespielt, leistet 160 kW und bietet 300 Nm. Mitsubishi nennt 7,9 Sekunden für den Sprint auf 100 km/h und 170 km/h Spitze. Die Batterie ist mit 87 kWh für diese Klasse durchaus üppig dimensioniert. Im WLTP soll eine Reichweite zwischen 615 und 627 km möglich sein. Abgesehen von der Metalliclackierung (ab 750 Euro) offeriert die Preisliste nur ein Extra: Für 1400 Euro Aufpreis kann der Kunde an Wechselstrom mit bis zu 22 kW laden, serienmäßig sind es 11 kW. In einigen Szenarien kann diese Ladebeschleunigung durchaus einen Unterschied machen.
An Gleichstrom nur Mittelmaß
An Gleichstrom bleibt der neue Eclipse Cross im Mittelfeld dieser Klasse. 150 kW DC-Ladeleistung werden versprochen, doch die Ladekurve scheint ziemlich konservativ ausgelegt zu sein. Von 15 auf 80 Prozent gibt Mitsubishi eine Zeit von 37 Minuten an. Übersetzt heißt das: In dieser Zeit werden netto knapp 57 kWh mit knapp 92 kW im Schnitt nachgeladen. Das bekommen einige erheblich schneller hin: Ein Skoda Elroq 85 etwa lädt ähnlich viel in 28 Minuten nach – mit etwa 115 kW im Mittel.
Die versenkbaren Türgriffe sind im Eclipse Cross, anders als beispielsweise im Mercedes GLB EQ, in jeder Ausstattungslinie Serie.
(Bild: Mitsubishi)
Im Sommer will Mitsubishi noch eine Variante mit kleinerer Batterie und etwas weniger Motorleistung nachreichen. Deren Eckdaten sind nicht schwer vorherzusagen, denn sie dürften denen im Scenic-Basismodell entsprechen. Die Maschine leistet 125 kW, die Batterie hat 60 kWh. Der Renault kostet damit derzeit 40.500 Euro, der Eclipse Cross wird die Marke von 40.000 Euro vermutlich knapp unterschreiten.
(mfz)











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