Laut einer Analyse der Unternehmensberatung Kearney droht Europa ohne massive Kapitalspritzen der digitale Stillstand. Demnach fehlen mindestens 174 Milliarden Euro an zusätzlichen Investitionen für den Ausbau der europäischen Digitalnetze. Auch die Zahlen für Deutschland sind enttäuschend. Rechenleistung und Jahresumsatz des ChatGPT-Entwicklers OpenAI haben sich in den vergangenen zwölf Monaten verdreifacht. Auch in Zukunft bleibe der Zugang zu Rechenkapazität entscheidend, sagt die Finanzchefin. Und in Lufthansa-Maschinen dürfen künftig keine Powerbanks mehr genutzt werden – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
Der Befund ist ernüchternd. Im „Telecom Health Index“ zur Situation im Telekommunikationssektor landet Deutschland nur auf Rang 15 von 20 untersuchten Staaten – mit erheblichen Risiken für die künftige Wettbewerbsfähigkeit. Der Index ist Teil einer größeren Analyse des europäischen Telekommunikationsmarkts durch die Unternehmensberatung Kearney. Diese sieht die angepeilte flächendeckende 5G-Versorgung und Gigabit-Anschlüsse in jedem Haushalt in der EU bis zum Jahr 2030 gefährdet und stellt eine gewaltige Finanzierungslücke fest. Das Kernproblem der Branche ist laut der Studie hausgemacht und systemisch. Die etablierten Telekommunikationsanbieter sind demnach finanziell am Limit. Europas 174-Milliarden-Lücke: Müssen Privatinvestoren die Digitalnetze retten?
Das Problem ist nicht auf Deutschland beschränkt. Letzten Sommer hat Österreichs Regulierungschef Klaus M. Steinmaurer in einem Interview mit heise online betont, dass es ohne Infrastruktur keine digitale Souveräntität geben werde.
Verdreifachung des Jahresumsatzes und der verfügbaren Rechenleistung innerhalb eines Jahres – die von OpenAI-Finanzchefin Sarah Friar in einem Blogbeitrag veröffentlichten Zahlen beeindrucken. Auch die Zahlen für die wöchentlich aktiven Nutzer und die täglich aktiven Nutzer erreichten laut Friar Rekordhöhen. Doch das ist nur eine Seite der Medaille. Erst Ende des Jahres vermeldete der ChatGPT-Entwickler zweistellige Milliardenverluste und kündigte an, ab dieser Woche Werbung in seinem KI-Chatbot testen zu wollen, im Versuch, eine neue Geldquelle zu erschließen. Die nächste Entwicklungsstufe aber werde über Abonnements und Werbung hinausgehen, kündigte Friar an. Entscheidend für die künftige Entwicklung sei der Zugang zu Rechenleistung. OpenAI verdreifacht Rechenleistung und Umsatz
Es ist fast ein Jahr her, dass sich im Gepäckfach einer Maschine der südkoreanischen Fluggesellschaft Air Busan ein mobiler Akku, eine sogenannte Powerbank, entzündet und ein Feuer an Bord verursacht hat. Das Flugzeug wurde weitgehend zerstört. Glücklicherweise befand es sich noch am Boden und alle 176 Insassen konnten über die Notrutschen in Sicherheit gebracht werden. Einige Personen wurden leicht verletzt. Nach dem Unglück passten verschiedene ostasiatische Airlines die Regeln für Powerbanks im Flugzeug an. Nun hat auch die deutsche Lufthansa die Regeln für Powerbanks an Bord ihrer Flugzeuge verschärft. Lufthansa verbietet Nutzung von Powerbanks an Bord
Der Übergang von Kupfernetzen zu moderner Glasfaserinfrastruktur ist eine Mammutaufgabe. Nach derzeitigen Schätzungen beginnt die Abschaltung frühestens im Jahr 2030 und kann bis zu zehn Jahre dauern. Für eine genaue Prognose müsste sich die Telekom in die Karten schauen lassen. Bislang macht der Konzern aus Bonn aber keinerlei Anstalten, seine Abschaltpläne öffentlich zu diskutieren. Allerdings ist die Telekom dazu auch nicht verpflichtet. Am Montag hat die Bundesnetzagentur ihr Regulierungskonzept für den Übergang von alten Kupfernetzen zu moderner Glasfaserinfrastruktur vorgestellt. Jetzt ist der Gesetzgeber am Zug – und die EU. Regulierungskonzept: Bundesnetzagentur skizziert den Abschied vom Kupfernetz
Und noch ein Konzept wurde in Berlin vorgestellt – das zur E-Auto-Förderung. Bereits Anfang Oktober hatte sich der Koalitionsausschuss auf die Förderung geeinigt und sich Ende November auf weitere Eckpunkte des Programms verständigt. Dann aber kam es zum politischen Streit um die Aufnahme von Hybridfahrzeugen in das Förderprogramm, der die Bekanntgabe der Details verzögerte. Nach einer Kompromissfindung war es jetzt an Bundesumweltminister Carsten Schneider, die wichtigsten noch fehlenden Einzelheiten der Elektroautoförderung vorzustellen, die rückwirkend seit Jahresbeginn gelten soll. Unabhängig von der Förderung erwartet Schneider ab diesem Jahr „exponentielles Wachstum“ bei E-Autos. Bundesumweltministerium gibt weitere Details zur E-Auto-Förderung bekannt
Auch noch wichtig:
- Einige MacBook-Pro-Modelle mit M4 Pro und M4 Max sind derzeit schwer verfügbar. Im deutschen Apple Store verzögert sich die Auslieferung teils bis März. MacBook Pro mit M4 Max: Lange Lieferzeiten als Zeichen für neue Geräte?
- Der Anbieter von Informationen zu Unfällen, Blitzern, Pannen und Baustellen, Blitzer.de, hat seine iOS-App erweitert. Pro-Nutzer bekommen nun direkten Zugriff via CarPlay: Blitzer.de-App kommt ins Auto
- Amazon beendet den Support für den Fire TV Blaster – und macht das Gerät per Update unbrauchbar. Kunden bekommen als Entschädigung eine Geschenkkarte. Amazon macht Fire TV Blaster unbrauchbar
- Google gibt Hilfestellung beim Knacken von NTLM-Hashes und provoziert damit Microsoft, aber auch Admins, die um die Sicherheit ihrer Windows-Netze bangen. Windows-Netze: Google Mandiant gibt Microsofts NTLM den Todesstoß
- Das chinesische Raumschiff „Shenzhou 20“ ist zurück auf der Erde. Wegen eines vermuteten Schadens an einem Fenster kehrte es ohne Crew an Bord zur Erde zurück. Beschädigte Raumfähre „Shenzhou 20“ kehrt unbemannt zur Erde zurück
- In den USA ist der Bau zahlreicher Rechenzentren geplant. Ausgerechnet der Mangel an gut ausgebildeten Handwerkern könnte allerdings zu Verzögerungen führen. Fachkräftemangel: Warum in der KI-Branche gerade Elektriker und Klempner fehlen
- Der Speicherriese Micron will ein taiwanisches Halbleiterwerk kaufen. Auch da dauert es aber, bis signifikante Mengen Speicher vom Band rollen. Speicherkrise: Microns Kapazitätserweiterungen greifen frühestens in 1,5 Jahren
- Android-Apps können offenbar auch ohne Entwickler-Verifizierung bei Google per Sideload installiert werden. Der Ablauf soll aber aufwändiger werden als bisher. Android: Sideloading unverifizierter Apps wird aufwändiger
- Der Iran ist anderthalb Wochen ohne Internet, ein Ende ist nicht in Aussicht. Am Sonntag wurde wohl mehrere staatliche Fernsehsender gehackt und regierungskritische Botschaften ausgestrahlt. Iran weiter ohne Internet: Staatsfernsehen gehackt und Regimekritik verbreitet
- Xreal wirft dem Konkurrenten Viture Patentrechtsverletzung vor. Der Rechtsstreit begann in Deutschland und hat sich mittlerweile auf die USA ausgeweitet. Xreal vs. Viture: Worum es beim Patentstreit der Display-Brillen geht
- Wer als Developer relevant bleiben will, muss jetzt handeln und sich mit Softwarearchitektur beschäftigen, meint heise-Autor Golo Roden. Kommentar: Entwickler, wacht auf – oder verliert euren Job
(akn)











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