Deutsche Industrie: Gut gefüllte Auftragsbücher

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In der deutschen Industrie mehren sich die Hinweise auf ein Ende der Krise. In den Betrieben des Verarbeitenden Gewerbes ist das Auftragspolster auch dank Zuwächsen in der Autobranche den vierten Monat in Folge gewachsen. Der Auftragsbestand stieg im November um 5,9 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Im Monatsvergleich wird ein Plus von 1,8 Prozent gemeldet.

Der Anstieg sei wesentlich auf die Kategorie »Sonstiger Fahrzeugbau« zurückzuführen, zu der auch Militärfahrzeuge zählen. Aber auch Anstiege in der Automobilindustrie und im Maschinenbau haben sich laut Bundesamt positiv auf das Gesamtergebnis ausgewirkt.

Mit dem Auftragspolster sind die Firmen für die kommenden Monate ausgelastet. Wie das Bundesamt weiter mitteilte, beträgt die sogenannte Reichweite des Auftragsbestands acht Monate. Sie gibt an, wie lange die Betriebe bei gleichbleibendem Umsatz ohne neue Auftragseingänge produzieren müssten, um vorhandene Aufträge abzuarbeiten.

Die Zahlen stützen die Hoffnung, dass die krisengeplagte deutsche Industrie vor einer Erholung steht. Laut jüngsten Daten war der Auftragseingang im November deutlich gestiegen, um 5,6 Prozent. Dabei hatte es überdurchschnittliche viele Großaufträge aus dem Inland gegeben. Ökonomen sprachen von positiven Signalen aus der deutschen Industrie und von Zeichen für eine mögliche Trendwende.

Dabei könnte auch helfen, dass sich die Versorgung der deutschen Industrie mit Vorprodukten zum Jahresende 2025 ‌spürbar entspannt hat. Im Dezember meldeten noch 7,5 Prozent der befragten Unternehmen Engpässe bei der Materialbeschaffung, wie das Münchner Ifo-Institut mitteilt. Im November waren es in der regelmäßigen Umfrage der Wirtschaftsforscher noch 11,2 Prozent gewesen.

Leichte Entspannung in den Lieferketten

»Die Verfügbarkeit von Vorprodukten in der Industrie hat sich insgesamt verbessert«, sagte der ‌Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. »Die Lieferketten müssen aber weiter aufmerksam beobachtet werden.«

Besonders deutlich ⁠war ‍die Verbesserung in der Automobilwirtschaft. Dort sank der Anteil der Unternehmen mit Engpässen bei Vorprodukten von 27,6 Prozent im November ​auf nur noch 5,6 Prozent im ‌Dezember. Auch ⁠bei den Herstellern von elektronischen und optischen Erzeugnissen entspannte sich die Lage merklich, der Anteil fiel von 17,5 auf 10,9 Prozent.

Trotz der positiven Entwicklung warnt das ⁠Institut vor neuen Risiken. Die zunehmende Ausrichtung vieler Chiphersteller auf Anwendungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz ‌erhöhe die Nachfrage nach bestimmten ‍Vorprodukten und Kapazitäten. Dies könne einzelne Industriezweige erneut unter Druck setzen. »Vor diesem ‍Hintergrund ist die aktuelle Entspannung zwar ein positives Signal, eine nachhaltige Stabilisierung der Lieferketten ist ‍damit jedoch noch nicht gesichert«, betont das Ifo.

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