Der US-Präsident will nicht sagen, ob er zur Übernahme Grönlands militärische Gewalt einsetzen würde. Gold- und Silberpreise steigen nach US-Drohungen. Das Liveblogg
Aktualisiert am 19. Januar 2026, 18:26 Uhr
Ungarn sieht Grönland nicht als Angelegenheit der EU
Ungarn will sich nach Angaben von Außenminister Peter Szijjarto nicht an einer gemeinsamen EU-Erklärung zur Zukunft Grönlands beteiligen. Dies sei eine bilaterale Angelegenheit und kein Thema für die Europäische Union, sagte er. Ungarn ist von den US-Zöllen gegen mehrere europäische Staaten und Nato-Mitglieder nicht betroffen.
Dänischer Außenminister fordert EU-Antwort auf Trumps Drohungen
Der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen hat die EU-Staaten zu einer Reaktion auf die Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump aufgerufen. Dies sei keine alleinige Angelegenheit Dänemarks, sagte der Minister vor Journalisten in London. Die EU müsse über die Antwort auf die Drohungen entscheiden.
Dänemark freue sich über die Unterstützung, die es erhalte. "Wir haben rote Linien, die nicht überschritten werden dürfen", sagte Rasmussen.
Trump hatte zusätzliche Zölle gegen Dänemark, Deutschland, Norwegen, Schweden, Frankreich, Großbritannien, die Niederlande und Finnland angedroht, sollten die USA Grönland nicht kaufen können.

US-Finanzminister bezeichnet mögliche Vergeltungsmaßnahmen der EU als "sehr unklug"
Im Streit um Grönland hat US-Finanzminister Scott Bessent die europäischen Regierungen vor möglichen Vergeltungsmaßnahmen gewarnt. "Ich halte das für sehr unklug", sagt Bessent am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos auf die Frage nach handelspolitischen Gegenmaßnahmen. Europa solle nicht an den Absichten von US-Präsident Donald Trump zweifeln. "Ich habe mit Präsident Trump gesprochen, und es gibt offenbar viele Reaktionen", sagte Bessent weiter. Jeder solle den Präsidenten beim Wort nehmen. Einem Medienbericht zufolge erwägt Trump eine gewaltsame Übernahme Grönlands, falls Dänemark ein Kaufangebot der USA ablehnt.
Trump äußert sich nicht zu möglichem Militäreinsatz in Grönland
US-Präsident Donald Trump hat sich nicht dazu äußern wollen, ob er zur Übernahme Grönlands militärische Gewalt einsetzen würde. Auf die Frage, ob er Gewalt anwenden würde, um die zu Dänemark gehörende Insel in Besitz zu nehmen, antwortete Trump in einem kurzen Telefoninterview mit dem Sender NBC News: "Kein Kommentar".
Zugleich bekräftigte er seine Zolldrohungen. Er werde "100-prozentig" weitere Zölle gegen europäische Länder erheben, sollten sie die Übernahme Grönlands behindern. Europa sollte sich eher auf den Ukrainekrieg fokussieren – nicht auf Grönland, sagte er.
Was hilft gegen Trumps neuste Zolldrohungen?
US-Präsident Donald droht erneut mit Zöllen – diesmal im Zusammenhang mit Grönland. Die EU erwägt Gegenmaßnahmen. Doch was funktioniert wirklich?
Gabriel Felbermayr, Direktor des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung, hält eine glaubwürdige Abschreckungspolitik für notwendig. "Abschreckung funktioniert nur, wenn sie sichtbar ist", sagt Felbermayr im Interview mit meinem Kollegen Zacharias Zacharakis. Er rief die EU-Staaten dazu auf, offen zu zeigen, "was im Instrumentenkasten ist".
„"Wer nicht glaubwürdig abschreckt, könnte am Ende eher gezwungen sein, die Maßnahmen tatsächlich umzusetzen" “
Gabriel Felbermayr, Direktor des Österreichischen Instituts für WirtschaftsforschungDas ganze Interview lesen Sie hier:

Dröge kritisiert CDU für Umgang mit Trumps Zolldrohungen
Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katharina Dröge wirft der CDU im Konflikt um die Besitzansprüche der USA auf Grönland Realitätsverweigerung und Planlosigkeit vor. US-Präsident Donald Trump spreche inzwischen offen aus, "dass so etwas wie ein internationales Recht für ihn nicht existiert, sondern allein seine eigenen Entscheidungen für ihn der Kompass des Handels sind", sagte Dröge in Berlin. Die EU und die Bundesregierung müssten jetzt Antworten geben.

Gold- und Silberpreise steigen nach US-Drohungen
Nach der angekündigten Zollerhöhung von US-Präsident Donald Trump sind die Aktienkurse vielerorts in Europa gefallen. Gegen Mittag lag der Deutsche Aktienindex 1,33 Prozent im Minus. An der Pariser Börse fiel der Index CAC 40 um 1,58 Prozent, die Mailänder Börse hatte ein Minus von 1,46 Prozent und in London gaben die Kurse um 0,51 Prozent nach.
Die Preise für Gold und Silber stiegen dagegen auf neue Rekordwerte. Eine Unze Gold kostete zeitweise mehr als 4.690 US-Dollar, was umgerechnet rund 4.030 Euro entspricht. Eine Unze Silber kostete mehr als 94 US-Dollar (rund 81 Euro).

Linke fordert nach Trump-Drohungen Abbruch des laufenden Nato-Manövers
Die Linke hat angesichts der jüngsten Zolldrohungen von US-Präsident Donald Trump eine deutliche europäische Antwort gefordert – inklusive des Abbruchs eines laufenden Nato-Manövers. Linken-Bundesgeschäftsführer Janis Ehling sagte, "wenn Deutschland und Europa jetzt nicht reagieren und Trump Widerstand leisten, dann wird sich dieser Möchtegern-Autokrat weiter bestätigt fühlen".
Als ersten Schritt forderte Ehling, dass die EU-Staaten die Nato-Militärübung Steadfast Dart 26 beenden. Die Übung ist die größte des Bündnisses in diesem Jahr und trainiert die schnelle Verlegung von Material und Fahrzeugen quer durch das Nato-Gebiet. Deutschland spielt dabei eine zentrale Rolle als logistischer Knotenpunkt.
Nach Einschätzung der Linken ist das angesichts der aktuellen Spannungen nicht mehr tragbar. "Spätestens seit Trumps Drohung ist doch klar, dass da nicht mehr mit einem Verbündeten, sondern mit einem Gegner trainiert wird", sagte Ehling. Europa müsse ein eigenes System der kollektiven Sicherheit aufbauen – unabhängig von den USA und der Nato.

Chemieverband befürchtet Zollspirale
Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) hat auf die von den USA angedrohten neuen Zölle im Streit um Grönland reagiert und warnt vor einer neuerlichen Zollspirale. Eine solche Eskalation würde hohe wirtschaftliche Kosten verursachen und die Unsicherheit für die Branche erhöhen. Dadurch würden zudem Investitionsentscheidungen erschwert.
Mit der Androhung der Zölle durch US-Präsident Donald Trump sei ein neuer Tiefpunkt in den transatlantischen Beziehungen erreicht, sagte der Hauptgeschäftsführer des VCI, Wolfgang Große Entrup. Europas Antwort könne nur Einigkeit heißen. Die EU müsse ein schlüssiges Maßnahmenpaket vorbereiten für den Fall, dass die angedrohten Zölle in Kraft treten.

Dänemark schickt offenbar mehr Soldaten nach Grönland
Nachdem in der vergangenen Woche bereits etwa 200 dänische Soldaten auf Grönland gelandet sind, will Dänemark nun offenbar eine größere Anzahl an Einsatzkräften zur arktischen Insel schicken. Das berichtete der dänische Fernsehsender TV2 unter Berufung auf das dänische Verteidigungsministerium. Die genaue Anzahl der Soldaten wurde nicht genannt, es solle sich jedoch um einen "wesentlichen Beitrag" handeln.
Die Soldaten sollen noch heute in Kangerlussuaq, einer Siedlung etwa 300 Kilometer nördlich von der grönländischen Hauptstadt Nuuk, ankommen. Der dänische Heereschef Peter Boysen führt den Einsatz.

Friedrich Merz will "besonnen und angemessen" reagieren
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat sehr zurückhaltend auf die angekündigten Strafzölle von Donald Trump reagiert. Auf einer Pressekonferenz sagte er, dass man als Europa eine Lösung finden wolle. "Wir werden besonnen und angemessen auf solche Herausforderungen reagieren."
Er stehe in engem Austausch mit den europäischen Partnern und auch dem amerikanischen Präsidenten, sagte Merz weiter. Er wolle versuchen, Trump am Rande des Weltwirtschaftsgipfels in Davos am Mittwoch zu treffen und habe mit ihm vergangene Woche telefoniert.
„Wir wollen keinen Handelskrieg mit den USA.“
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU)Es bestehe große Einigkeit darin, dass Zollandrohungen die transatlantischen Beziehungen nicht stärken, sondern schwächen. "Sie bergen auch das Risiko einer Eskalation." Zölle würden in der Regel von denen bezahlt, in deren Land die Importe zurückgehen. Das würde auf die amerikanischen Konsumenten zurückfallen, aber auch der deutschen Wirtschaft schaden, ergänzte der Kanzler. Wenn es nötig sei, werde Deutschland auch "nationale Interessen schützen".
Mit Blick auf den Konflikt im Grönland sagte Merz, er teile die Auffassung von Trump, dass die Nato ihr Engagement "im hohen Norden" verstärken müsse. Der Kanzler betonte ein "gemeinsames transatlantisches Interesse" in Bezug auf Grönland. Er grenzte sich aber auch klar von den US-Ansprüchen auf die Insel ab und verdeutlichte, dass Dänemark auf die Unterstützung Deutschlands zählen könne.Mehr dazu lesen Sie hier:

EU-Kommission setzt auf Deeskalation und Dialog
Mit Blick auf die möglichen wirtschaftlichen Folgen eines neuen Zollstreits mit den USA will die EU-Kommission zunächst auf Gespräche setzen. "Aus den Konsultationen unter den EU-Staats- und Regierungschefs, einschließlich Präsidentin von der Leyen, geht klar hervor, dass die Priorität darin besteht, den Dialog zu suchen, nicht zu eskalieren, und die Verhängung von Zöllen zu vermeiden", sagte ein Sprecher in Brüssel. Grund sei, dass neue Zölle letztlich Verbraucherinnen und Verbraucher sowie Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks schaden würden.
Wie der Dialog mit den USA organisiert werden soll, sagte der Sprecher nicht. Ein Treffen zwischen von der Leyen und US-Präsident Donald Trump beim Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos war nach seinen Angaben zunächst nicht geplant.
Zugleich machte der Sprecher deutlich, dass die EU für den Fall neuer US-Zölle über Abwehrinstrumente verfüge und diese bei Bedarf auch einsetzen werde.
„Wir werden alles tun, was erforderlich ist, um die wirtschaftlichen Interessen der EU zu schützen.“
Sprecher der EU-Kommission
EU-Sprecherin bestätigt Sondergipfel am Donnerstag
Nach den Zolldrohungen von US-Präsident Trump treffen sich die EU-Staats- und Regierungschefs am Donnerstag zum Sondergipfel. Ratspräsident António Costa habe die 27 Vertreter für 19 Uhr (MEZ) nach Brüssel eingeladen, bestätigte eine Sprecherin. Bei dem Treffen soll über eine Antwort auf Trumps Drohungen beraten werden.

Niederländische Offiziere reisen aus Grönland ab
Die beiden niederländischen Marineoffiziere, die an der europäischen Erkundungsmission in Grönland teilgenommen haben, kehren nach Angaben des Verteidigungsministeriums in die Niederlande zurück. Ihre Untersuchungen seien planmäßig abgeschlossen worden, teilte das Ministerium in Den Haag mit. Die Soldaten waren erst am Freitag nach Grönland gereist.
Die von Dänemark geführte militärische Erkundung wurde von mehreren Nato-Partnern unterstützt, darunter auch Deutschland. Sie diente dazu, die Bedingungen für die mögliche gemeinsame Nato-Übung Arctic Endurance zu prüfen. Dänemark und die Niederlande sollen die weiteren Vorbereitungen übernehmen.

Spahn ruft zu Besonnenheit bei Gesprächen mit den USA auf
Unionsfraktionschef Jens Spahn hat zu einer "besonnenen Reaktion" auf die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Zölle gegen europäische Partner aufgerufen. Man müsse nun "klar und deutlich" das Gespräch mit den USA suchen, sagte der CDU-Politiker vor einer Präsidiumssitzung in Berlin. Trotz der aktuellen Spannungen gebe es zahlreiche sicherheitspolitische Schnittmengen mit den USA, etwa im Blick auf die Ukraine.
„Wir brauchen einander – das sollten wir uns in den Gesprächen immer wieder vor Augen führen.“
Jens Spahn, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion
vor 21 Stunden
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