US-Präsident: Donald Trump teilt private Textnachricht von Emmanuel Macron

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US-Präsident Trump hat eine private Nachricht von Emmanuel Macron über ein mögliches G7-Treffen in Paris geteilt. Auch eine Nachricht von Nato-Chef Rutte postete Trump.

Aktualisiert am 20. Januar 2026, 12:09 Uhr Quelle: DIE ZEIT, Reuters, AFP, ,

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 Das Verhältnis zwischen Emmanuel Macron (links) und Donald Trump gilt als angespannt.
Das Verhältnis zwischen Emmanuel Macron (links) und Donald Trump gilt als angespannt. © Al Drago/​Reuters

US-Präsident Donald Trump hat eine private Nachricht von Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron auf seiner Onlineplattform veröffentlicht. In der Nachricht schrieb Macron: "Ich verstehe nicht, was du bei Grönland machst." Eine Quelle aus Macrons Umfeld bestätigte auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters die Echtheit der Nachricht.

Macron schlägt in der Nachricht ein Treffen der G7-Staaten in Paris im Anschluss an das Weltwirtschaftsforum in Davos vor. Am Rande könnten Vertreter der Ukraine, Dänemarks, Syriens und Russlands eingeladen werden, schrieb Macron.

Trump postete auf seiner Onlineplattform wenig später noch eine weitere diplomatisch brisante Nachricht. Er teilte den Screenshot einer Textnachricht, die offenbar von Nato-Generalsekretär Mark Rutte stammt. Darin bedankt sich Rutte sehr ausgiebig für Trumps Vorgehen in Syrien und verspricht Trump, "seine Arbeit" in Syrien, Gaza und der Ukraine auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos medial herauszustellen. Außerdem schreibt Rutte, er sei "entschlossen, einen Weg nach vorn in der Grönlandfrage zu finden". Eine Bestätigung der Echtheit dieser Nachricht liegt bislang nicht vor.

Das Verhältnis zwischen Trump und Macron gilt als angespannt. Kurz vor der Veröffentlichung der Nachricht hatte Trump in Miami gegenüber Reportern mit Zöllen von 200 Prozent auf französischen Wein und Champagner gedroht, sollte Macron die Einladung zur Teilnahme an Trumps sogenanntem Friedensrat nicht annehmen.

Frankreich lehnt Teilnahme an "Friedensrat" ab

Frankreich wies die Drohungen indes mit deutlichen Worten zurück. "Drohungen mit Zöllen zur Beeinflussung unserer Außenpolitik sind inakzeptabel und wirkungslos", zitiert die Nachrichtenagentur AFP eine Quelle aus dem Umfeld des französischen Präsidenten.

Zuvor hatte bereits Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot die Einladung Trumps abgelehnt. Frankreich müsse "Nein sagen, weil die Charta dieses Friedensrates über den Gazastreifen und damit über den von den Vereinten Nationen unterstützten Friedensplan hinausgeht", sagte Barrot vor Abgeordneten. Trumps Initiative werfe Fragen auf, insbesondere mit Blick auf die "Achtung der Prinzipien und der Struktur der Vereinten Nationen", hieß es aus dem Umfeld Macrons. Diese Prinzipien dürften auf keinen Fall infrage gestellt werden. Frankreich gehört als ständiges Mitglied dem UN-Sicherheitsrat an.

Bundesregierung hält sich Zusage offen

Trump hat bislang rund 60 Staats- und Regierungschefs zu dem Gremium eingeladen, das parallel zu den Vereinten Nationen agieren soll. Einem der Nachrichtenagentur Bloomberg und dem Magazin The Atlantic vorliegenden Satzungsentwurf zufolge soll Trump auf Lebenszeit den Vorsitz innehaben. Mitgliedsstaaten sollen eine dreijährige Amtszeit erhalten, sofern sie nicht eine Milliarde US-Dollar für einen ständigen Sitz zahlen. Das Gremium soll sich nach dem Willen des US-Präsidenten nach dem Ende der israelischen Militärangriffe auf Gaza auch anderen Konflikten widmen.

Trump bestätigte, dass auch der russische Staatschef Wladimir Putin in den Rat eingeladen worden sei. Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums bestätigte ebenfalls eine Einladung; ob sich die Volksrepublik beteiligen will, blieb zunächst offen. Auch die Bundesregierung erhielt eine Einladung. Regierungssprecher Stefan Kornelius sagte, die Bundesregierung werde in Absprache mit ihren Partnern darüber beraten. Eine Zusage gab er nicht ab.

Wiederholte Angriffe auf UN-Institutionen

Der geplante Friedensrat reiht sich ein in eine Serie von Angriffen der US-Regierung auf internationale Institutionen und das Völkerrecht. Die Trump-Regierung hat Sanktionen gegen den Internationalen Strafgerichtshof verhängt, darunter gegen Chefankläger Karim Khan und mehrere Richter. Im Juli 2025 sanktionierte Außenminister Marco Rubio zudem die UN-Sonderberichterstatterin für die besetzten Palästinensischen Gebiete, Francesca Albanese. 

Anders als etwa bei dem völkerrechtswidrigen Angriff auf den Irak 2003 versuchte die US-Regierung unter Trump zuletzt nicht, die Angriffe auf Venezuela und die Gefangenennahme von Präsident Nicolás Maduro im UN-Sicherheitsrat völkerrechtlich zu legitimieren. 

Alle Entwicklungen zu der von Trump angedrohten Annexion Grönlands lesen Sie in unserem Liveblog.

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