US-Blockade: In ganz Kuba ist der Strom ausgefallen

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Landesweit ist in Kuba der Strom ausgefallen, das Stromnetz ist dem Betreiber zufolge "vollständig unterbrochen". Die USA blockieren seit Längerem Öllieferungen dorthin.

16. März 2026, 19:52 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AP, Reuters,

 Kuba erlebt derzeit eine schwere Energiekrise.
Das kubanische Parlamentsgebäude: Kuba erlebt derzeit eine schwere Energiekrise. © Norlys Perez/​Reuters

In ganz Kuba ist der Strom ausgefallen. Das nationale Stromnetz sei zusammengebrochen, teilte der Netzbetreiber mit. Damit sind auf Kuba zehn Millionen Menschen ohne Strom. Das Stromnetz war wegen der Ölblockade der Vereinigten Staaten bereits anfällig für Schäden. Der Betreiber teilte mit, dass man die Ursachen des Stromausfalls untersuche.

Die Vereinigten Staaten blockieren aktuell alle Öllieferungen für Kuba und haben anderen Staaten zudem Sanktionen angedroht, sollten sie das Land mit Öl versorgen. US-Präsident Donald Trump hatte im Januar mit Zöllen gegen jedes Land gedroht, das Öl an Kuba verkauft oder liefert. Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel hatte mitgeteilt, dass die Insel wegen einer Blockade der USA seit mehr als drei Monaten keine Öllieferungen mehr erhalten habe. Demonstrierende hatten am Wochenende in einem ungewöhnlichen Schritt das Büro der Kommunistischen Partei angegriffen.

Lebensgefährliche Situation in Kuba

Stromausfälle sind seit der Blockade jedoch keine Seltenheit. Durch einen großflächigen Stromausfall vor mehr als einer Woche waren im Westen der Insel bereits Millionen Menschen ohne Strom gewesen. Mit der anhaltenden Blockade werden die Reserven im Land knapp – sollte das anhalten, könnten Experten zufolge tatsächlich Menschen in Lebensgefahr geraten.

Kuba teilte am Freitag mit, dass es Gespräche mit den USA aufgenommen habe, in der Hoffnung, die Krise zu entschärfen. Der Austausch sei durch "internationale Akteure" begünstigt worden, dazu könnte auch der Vatikan gehört haben. Trump hat in den letzten Wochen wiederholt erklärt, dass Kuba kurz vor dem Zusammenbruch stehe und sehr daran interessiert sei, ein Abkommen mit den Vereinigten Staaten zu schließen. Trump hatte auch mit einer Übernahme gedroht. Viele haben Angst vor einem US-Angriff auf das Land.

Die Beziehungen zwischen Kuba und den USA sind seit der sozialistischen Revolution 1959 angespannt, jahrzehntelang stand Kuba unter harten US-Sanktionen. Seit die USA unter Trump den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro entführt hatten, verschlechterte sich die Lage für Kuba erneut, da das Land von Venezuelas Öl abhängig ist.

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