Die syrische Armee ist weiter in bisher von Kurden kontrollierte Gebiete vorgerückt. Das US-Militär hat die syrischen Streitkräfte zu einem Ende der Kämpfe aufgefordert.
18. Januar 2026, 5:45 Uhr Quelle: DIE ZEIT, Reuters, AFP, htg , vsp
Im Norden Syriens ist die Armee des Landes weiter in bisher von Kurden kontrollierte Gebiete vorgedrungen. In der Provinz Raka habe die Armee Sonntagfrüh die Kontrolle über die Stadt Tabka mitsamt dem größten Staudamm des Landes am Euphrat erlangt, zitiert die staatliche Nachrichtenagentur Sana den syrischen Informationsminister Hamsa Mustafa.
Am Samstag hatte die syrische Armee Sana zufolge bereits den Militärflughafen von Tabka sowie zwei Ölfelder in dem Gebiet eingenommen. Tabka liegt rund 160 Kilometer östlich der nordsyrischen Stadt Aleppo.
Mit den neuesten Vorstößen hat die syrische Armee kurdische Kämpfer aus Gebieten vertrieben, in denen Kurden bisher de facto Autonomie genossen hatten. Am Samstag brachten die syrischen Staatstruppen in Aleppo weitere Viertel unter ihre Kontrolle. Sie eroberten ein Gebiet im Osten der Stadt. Vergangene Woche hatten sie bereits kurdische Kämpfer aus zwei weiteren Stadtteilen vertrieben.
Die mehrheitlich kurdisch besetzten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) kontrollieren große Gebiete in Syriens ölreichem Norden und Nordosten. Viele davon hatten die SDF-Kämpfer während des syrischen Bürgerkriegs im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) eingenommen.
Die SDF wurden jahrelang von den USA unterstützt, die aber nun auch die neue syrische Führung unterstützen. Am Samstag rief das Zentralkommando der US-Armee die syrischen Regierungssoldaten auf, "alle offensiven Aktionen in den Gebieten zwischen Aleppo und Tabka zu beenden".
US-Militär tötet mutmaßlichen Extremisten bei Anschlag
Das US-Militär hat zudem bei einem Angriff in Syrien nach eigenen Angaben einen ranghohen Extremisten getötet. Bilal Hassan al-Dschasim habe mit der islamistischen Terrororganisation Al-Kaida in Verbindung gestanden. Der Getötete hatte nach Militärangaben außerdem einen direkten Draht zu einem Mitglied der Terrormiliz Islamischer Staat gehabt, das im Dezember in der Nähe von Palmyra aus dem Hinterhalt zwei US-Soldaten und einen als Dolmetscher tätigen US-Zivilisten getötet haben soll. Der Vergeltungsschlag sei am Freitag im Nordwesten des Landes erfolgt.

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