Krieg in der Ukraine: Russland droht europäischen Staaten wegen Drohen-Hilfe für Ukraine

vor 2 Tage 2

Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen stammen von ukrainischen oder russischen Behörden und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.

Wichtige Updates

Selenskij beklagt Engpässe bei Waffen und Aufmerksamkeit der USA

Tote und Verletzte bei Raketenangriff auf Dnipro

Selenskij in Berlin: Deutschland und Ukraine wollen Zusammenarbeit ausbauen

Merz empfängt Selenskij im Kanzleramt

Ukraine greift russisches Düngemittelwerk an

Juri Auel

Drohnenproduktion: Moskaus Militär wirft Europa Eskalation vor und droht 

Das russische Verteidigungsministerium hat mit scharfer Kritik an Europa auf die Ankündigung neuer Drohnenlieferungen an die Ukraine reagiert. Die Produktion von Drohnen für das ukrainische Militär solle durch in Europa gelegene Fabriken stark ausgebaut werden, schrieb das Ministerium bei Telegram.

Die Kritik kommt vor dem Hintergrund weiterer Hilfszusagen an Kiew bei einem Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe in Berlin. Am Vortag hatte Bundeskanzler Friedrich Merz mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bereits eine „strategische Partnerschaft“ vereinbart, die auch militärische Komponenten beinhaltet.

Die Handlungen der europäischen Staatschefs führten nicht zu einer Stärkung der Sicherheit des Kontinents, hieß es weiter in der Mitteilung des Verteidigungsministeriums . Im Gegenteil: Die Länder, die Drohnen für die Ukraine produzierten, würden in den Krieg mit Russland hineingezogen. Genannt werden auch zwei Adressen in München und eine in Hanau, wo angeblich Drohnen für die Ukraine produziert werden. Wegen Sabotagegefahr werden die Standorte der Betriebe in Deutschland geheim gehalten.

Russlands Ex-Präsident Dmitri Medwedew, der als Vizechef des nationalen Sicherheitsrats immer noch großen Einfluss hat, bezeichnete auf der Plattform X die aufgeführten Unternehmen als „Liste potenzieller Ziele für die russischen Streitkräfte“. Wie schnell solche Schläge Realität würden, hänge von der weiteren Entwicklung ab, drohte er. In der Vergangenheit hatte Russland und vor allem auch Medwedew Staaten, die die Ukraine unterstützen, immer wieder mit Angriffen gedroht. 

Christoph Heinlein

Ukrainische Drohnen attackieren Chemiewerk tief in Russland

Über 1300 Kilometer hinweg hat die ukrainische Armee eine Chemiefabrik in der russischen Stadt Sterlitamak mit Kampfdrohnen angegriffen. Das Oberhaupt der Teilrepublik Baschkortostan, Radi Chabirow, bestätigte den Angriff, wie die staatliche Nachrichtenagentur Tass meldete. Er hielt sich an die übliche Darstellung, dass Trümmer abgeschossener Drohnen auf eine Industrieanlage gestürzt seien. Der entstandene Brand werde gelöscht. Von direkten Treffern ist in offiziellen russischen Mitteilungen selten die Rede.

Videos aus sozialen Netzwerken legten nahe, dass der Angriff dem petrochemischen Kombinat in Sterlitamak galt. Es produziert unter anderem Flugbenzin. Angaben zu Schäden wurden nicht gemacht. Baschkortostan liegt östlich von Moskau im Süden des Ural-Gebirges.

Christoph Heinlein

Ukraine meldet Angriffe mit Hunderten Drohnen

Die ​Ukraine ist auch in der Nacht von Russland massiv ​aus der Luft angegriffen worden. Insgesamt habe ⁠das russische Militär seit Dienstagabend 324 Drohnen und drei Raketen ​eingesetzt, ​teilte die ukrainische Luftwaffe ‌mit. Die Flugabwehr ‌habe 309 Drohnen abschießen oder unschädlich machen können. Die ​Raketen ​und die übrigen Drohnen hätten ​jedoch neun Ortschaften erreicht. Eine 74-jährige Kioskverkäuferin wurde nach Behördenangaben ‌getötet, mindestens sieben Menschen erlitten Verletzungen. Aus ‌mehreren Landesteilen wurden ‌Schäden gemeldet, darunter an ​Wohnhäusern. In der Region Odessa am ​Schwarzen Meer sei Hafeninfrastruktur ‌angegriffen worden, Verwaltungsgebäude und Lagerhallen seien beschädigt worden. 

Nadja Lissok

Ukraine-Unterstützer treffen sich in Berlin

Die militärischen Unterstützer der Ukraine treffen sich auf Einladung von Verteidigungsminister Boris Pistorius zu einer neuen Beratungsrunde in Berlin. An dem Treffen der sogenannten Ukraine Defence Contact Group (UDCG) nehmen der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow sowie dessen britischer Amtskollege John Healey und Nato-Generalsekretär Mark Rutte persönlich teil, andere Teilnehmer werden digital dazugeschaltet.

Bei der Sitzung geht es um die weitere Unterstützung für die Ukraine, nachdem bei deutsch-ukrainischen Regierungskonsultationen schon neue zwischenstaatliche Projekte in erheblichem Umfang vereinbart wurden. Es soll auch darum gehen, wie Russland zu einem Frieden gezwungen werden könne, teilte das Ministerium in Kiew mit. Deutschland und Großbritannien hatten im April 2025 gemeinsam die Leitung der Ukraine-Kontaktgruppe übernommen.

Lesen Sie mehr über die deutsch-ukrainischen Regierungskonsultationen:

Selenskij beklagt Engpässe bei Waffen und Aufmerksamkeit der USA

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij hat im ZDF-Interview mit Maybrit Illner davor gewarnt, dass der Irankrieg die Friedensbemühungen für die Ukraine und die Waffenlieferungen an sein Land gefährde. Die US-Unterhändler Jared Kushner und Steve Witkoff seien „ständig in Kontakt mit Iran und haben keine Zeit für die Ukraine“, so Selenskij.

Wir haben so ein Defizit gerade, schlimmer geht es nicht mehr.

Wolodimir Selenskij über den Mangel bei der Luftverteidigung

Besonders dramatisch sei die Lage beim Patriot-Luftabwehrsystem: „Wir haben so ein Defizit gerade, schlimmer geht es nicht mehr“, sagte der Präsident. Je länger der Krieg andauere, desto weniger Waffen stünden der Ukraine zur Verfügung. 

Christoph Heinlein

Tote und Verletzte bei Raketenangriff auf Dnipro

Durch einen russischen Raketenangriff auf die ukrainische Industriestadt Dnipro sind nach Behördenangaben mindestens fünf Menschen getötet worden. Mindestens 25 Zivilisten seien verletzt worden, davon 10 schwer, schrieb der Gouverneur des Gebietes Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, auf Telegram. Die ukrainische Luftwaffe meldete zuvor den Anflug einer ballistischen Rakete aus Russland auf die Großstadt. Die gegenseitigen Attacken Russlands und der Ukraine sind nach einer Waffenruhe über das orthodoxe Osterfest am vergangenen Sonntag wieder mit voller Wucht entbrannt.

Südwestlich von Dnipro im ukrainischen Gebiet Cherson wurden binnen eines Tages vier Zivilisten durch russische Drohnen- und Artillerieangriffe getötet. Außerdem seien mindestens 16 Menschen verletzt worden, teilte die Nationale Polizei der Ukraine in Kiew mit. In drei Fällen seit Montag griffen demnach russische Drohnen fahrende Pkws an und töteten die Fahrer oder Beifahrer.

Im Gebiet Cherson bildet der Fluss Dnipro die Frontlinie. Die gleichnamige Gebietshauptstadt Cherson liegt in Reichweite russischer First-Person-View-Drohnen, deren Bediener ukrainischen Angaben zufolge gezielt Jagd auf Zivilisten und zivile Fahrzeuge machen. Wegen der ständigen Gefahr leben nur noch etwa 60 000 Menschen in der Frontstadt, die vor dem Krieg knapp 280 000 Einwohner hatte. Straßen werden mit Netzen überspannt, um Drohnen abzuhalten. Am Dienstagvormittag traf eine Drohne ein Krankenhaus in Cherson, wie die Regionalverwaltung mitteilte.

Pauline Claßen

Selenskij in Berlin: Deutschland und Ukraine wollen Zusammenarbeit ausbauen

Deutschland und die Ukraine bauen ihre militärische und politische Zusammenarbeit weiter aus. Das haben Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij bei deutsch-ukrainischen Regierungskonsultationen in Berlin vereinbart. Unterzeichnet wurde eine Kooperationsvereinbarung, um in der Verteidigung zusammenzuarbeiten. Außerdem unterschrieben sie eine Absichtserklärung zur Förderung des Wiederaufbaus und der Widerstandsfähigkeit der Industrie. Zusätzlich würden die bilateralen Beziehungen auf die Ebene einer strategischen Partnerschaft angehoben, sagte Merz.

Nach Angaben des Kanzlers wurden weitere umfassende Unterstützungsleistungen vereinbart. Das betreffe die Luftverteidigung, weitreichende Waffen, Drohnen und Artilleriemunition. Es solle auch einen Austausch digitaler Gefechtsdaten zur Entwicklung neuer Waffensysteme geben. „Was wir in dieser Kooperation tun, ist nicht nur von Nutzen für die Verteidigung der Ukraine. Es ist auch von besonderem Nutzen für uns, für unsere Sicherheit“, betonte Merz.

Merz sicherte der Ukraine außerdem die weitere Unterstützung Deutschlands auf dem Weg in die EU zu und – drang nach dem Wahlsieg des ungarischen Oppositionsführers Péter Magyar auf eine schnelle Freigabe des von dem Land bislang blockierten 90-Milliarden-Euro-Kredits der EU für die Ukraine. „Die Mittel für die militärische Unterstützung müssen jetzt rasch ausgezahlt werden“, sagte der CDU-Vorsitzende. Die Ukraine brauche das Geld dringend – das betonte auch Selenskij.

Ausländische Frachter in der Ukraine von russischen Drohnen getroffen 

Bei russischen Drohnenangriffen ​in der südwestukrainischen Region Odessa sind Behördenangaben zufolge zwei ausländische Frachtschiffe getroffen worden. Im Donau-Hafen der Stadt Ismajil sei ein unter der Flagge Panamas fahrendes Schiff beschädigt ​worden, teilte der stellvertretende ukrainische Ministerpräsident Olexij Kuleba auf dem Kurznachrichtendienst Telegram ⁠mit. Zudem seien Hafenanlagen getroffen worden. „Der Feind zielt erneut bewusst auf kritische Infrastruktur und Logistik in der Region Odessa“, ​schrieb Kuleba. Der Hafen Ismajil nahe der Donaumündung ist eine wichtige Ausweichroute für den Export von Getreide, seit Russland das Abkommen zur sicheren ⁠Verschiffung über das Schwarze Meer aufgekündigt hat. 

Ein ​weiterer Frachter unter liberianischer Flagge wurde auf ‌dem Weg in den Schwarzmeer-Hafen Tschornomorsk ‌zur Ladung von Getreide von einer Drohne getroffen, wie die Behörden erklärten. Ein Feuer sei ausgebrochen, das die ​Besatzung aber rasch gelöscht ​habe. Das Schiff habe seine ​Fahrt fortsetzen können. 

In der Umgebung von Ismajil wurden nach ‌Angaben des Gouverneurs der Region, Oleh Kiper, zudem eine Autowerkstatt, mehrere Fahrzeuge und sechs ‌Wohnhäuser beschädigt. Die ukrainische Luftwaffe erklärte, Russland habe seit Montagabend mit vier ​Raketen und 129 Drohnen angegriffen. Davon habe die Luftabwehr ‌eine Rakete und 114 Drohnen abgefangen. 

Pauline Claßen

Merz empfängt Selenskij im Kanzleramt

Bundeskanzler Friedrich Merz hat den ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij zu den ersten deutsch-ukrainischen Regierungskonsultationen seit vielen Jahren am Vormittag in Berlin begrüßt. Die beiden Politiker umarmten sich bei der Begrüßung vor dem Bundeskanzleramt. 

Der ukrainische Staatschef wird von mehreren Ministern seines Kabinetts begleitet. Neben der finanziellen und militärischen Unterstützung der Ukraine wird es um den Wiederaufbau und die Rückkehr von Geflüchteten gehen. Bei dem Treffen sollen mehrere Abkommen unterzeichnet werden, anschließend ist eine gemeinsame Pressekonferenz von Merz und Selenskij geplant. 

Zuletzt haben sich Merz und Selenskij am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar getroffen. Dort habe Merz unterstrichen, „dass auf Deutschland als momentan größter Unterstützer der Ukraine weiter Verlass sein werde". 

Pauline Claßen

Ukraine greift russisches Düngemittelwerk an

Die Ukraine hat nach eigenen Angaben ein Düngemittelwerk im Nordwesten Russlands angegriffen. Ziel war ein Werk der Apatit JSC in der Region Wologda, dessen Produkte auch Grundstoffe für TNT und andere Munitionskomponenten sein können, wie der ukrainische Drohneneinheits-Kommandeur Robert Brovdi auf Telegram mitgeteilt hat. Unabhängig überprüfen lässt sich die Darstellung nicht. Der Apatit-Mutterkonzern Phosagro lehnte eine Stellungnahme ab.

Das ukrainische Militär intensiviert seine Angriffe auf russische Industrieanlagen, um die Einnahmen Moskaus aus dem Rohstoffexport zu verringern. Wegen der gestiegenen Weltmarktpreise infolge des Kriegs in Iran sind Russlands Einnahmen zuletzt gestiegen. Kommandeur Brovdi hatte in diesem Monat bereits mitgeteilt, Drohnen hätten eine Anlage von Kuibyshevazot, eine Chemieindustrie-Firma, in der Region Samara angegriffen.

Russland ist der zweitgrößte Düngemittelproduzent der Welt, sein Anteil am Welthandel im Segment liegt bei rund 20 Prozent. Seine Bedeutung ist seit dem Iran-Konflikt gewachsen, der die Straße von Hormus als wichtigen Transportweg für Stickstoff- und Phosphatdünger faktisch blockiert hat.

Juri Auel

Ukrainische Armee gibt Grenzdorf bei Sumy auf 

Die ukrainische Armee hat nach eigenen Angaben ein grenznahes Dorf im Gebiet Sumy unter dem Druck russischer Angriffe geräumt. Dabei handele es sich um den Weiler Myropilske, teilte das 14. Armeekorps auf Facebook mit. Um eigene Verluste zu vermeiden, hätten sich die Verteidiger auf vorbereitete Stellungen zurückgezogen.

Die russische Armee hat an mehreren Stellen die Grenze zum nordukrainischen Gebiet Sumy überschritten. Den größten Streifen halten die Russen bei Junakiwka besetzt, von wo aus ukrainische Truppen 2024 in das westrussische Gebiet Kursk vorgedrungen waren. Die Kämpfe um Myropilske bedeuten einen weiteren russischen Einbruch, auch wenn die eroberte Fläche bislang klein ist.

Juri Auel

Ukraine will Chemiefabrik in Russland angegriffen haben

Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben eine russische ​Chemiefabrik in der Olblast Wologda angegriffen. Das Werk liege in der Stadt Tscherepowez, teilt der Kommandeur der Drohnenstreitkräfte Robert ⁠Browdi auf Telegram mit. Es stelle Chemikalien her, die als Rohstoffe für TNT, Hexogen und Munitionskomponenten dienten. 

Newsdesk

Ukraine beklagt fast 2300 Verstöße gegen Osterwaffenruhe – Russland widerspricht

Die Ukraine hat Russland Tausende Verletzungen der von Kremlchef Wladimir Putin angeordneten Waffenruhe zum orthodoxen Osterfest vorgeworfen. Der ukrainische Generalstab registrierte seit Samstag 2299 Verstöße, wie er am Sonntagmorgen mitteilte. Konkret gab es demnach unter anderem 479 Fälle von Beschuss und etwa 1800 Angriffe mit kleineren Drohnen. „Schläge mit Raketen, Gleitbomben und Drohnen vom Typ Shahed gab es nicht“, teilte der Generalstab weiter mit. Im Gebiet Charkiw im Osten der Ukraine meldeten die Behörden nach einem russischen Drohnenangriff zwei Verletzte in einem Lebensmittelgeschäft.

Die ukrainischen Luftstreitkräfte erklärten, dass es für sie eine Pause von 18 Stunden gegeben habe. Am Sonntagmorgen habe es allerdings im Gebiet Sumy einen für die Flugabwehr relevanten russischen Drohnenangriff gegeben. Eine offizielle Aufkündigung der Waffenruhe, die 32 Stunden lang bis Sonntagabend gelten soll, gab es laut ukrainischem Militär nicht.

Russlands Verteidigungsministerium behauptete dagegen, die russischen Truppen respektierten die Feuerpause. Das Ministerium warf zugleich der Ukraine gezielte Angriffe vor und sprach von 1971 ukrainischen Waffenruhe-Verstößen bis Sonntagmorgen.

Russische Nachrichtenagenturen meldeten unter Berufung auf das Ministerium, dass ​bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die russische ‌Region Kursk Zivilisten verletzt worden seien. Unter den Verletzten sei ein Kind. Auch die Gouverneure von Kursk sowie der russischen Region Belgorod warfen der Ukraine Angriffe vor. Die Stadtverwaltung in der von Russland kontrollierten Stadt Nowa Kachowka im südukrainischen Gebiet Cherson sprach ebenfalls von Angriffen der Ukraine. Infolge von Drohnenattacken gebe es mindestens einen Verletzten.

Die Ukraine und Russland hatten jeweils angekündigt, auf Beschuss des Gegners zu reagieren. Von solchen Reaktionen war aber in den offiziellen Mitteilungen bisher keine Rede.

Russland und Ukraine tauschen Kriegsgefangene aus

Russland und die Ukraine haben erneut Kriegsgefangene ausgetauscht. Es ​seien ​jeweils 175 Gefangene übergeben worden, teilte ‌das Verteidigungsministerium in Moskau mit. ‌Der Austausch sei auf Vermittlung der Vereinigten Arabischen Emirate zustandegekommen. Russland ​und die ​Ukraine haben bereits wiederholt Kriegsgefangene ​ausgetauscht.

Ukraine: Tote und Verletzte vor Osterwaffenruhe

Vor der angekündigten Waffenruhe für das orthodoxe Osterfest haben Russland und die Ukraine ihre Drohnenangriffe fortgesetzt. In Odessa am Schwarzen Meer wurden ukrainischen Behörden zufolge mindestens zwei Menschen getötet. Bei den Toten handele es sich um eine 38 Jahre alte Frau und einen 32 Jahre alten Mann, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Es habe auch Verletzte, Schäden an zahlreichen Wohnhäusern und an einem Kindergarten gegeben, teilte die Verwaltung der Stadt mit. Die Stadt Sumy im Nordosten des Landes meldete mindestens 17 Verletzte sowie ebenfalls Schäden an Wohnhäusern, einem Kindergarten und zahlreichen Autos. Die ukrainische Flugabwehr zählte insgesamt 160 russische Drohnenangriffe. 

Das russische Verteidigungsministerium sprach unterdessen am Morgen von 99 abgeschossenen ukrainischen Drohnen. Zu Treffern oder Schäden machte das Ministerium keine Angaben. Die Behörden in der südrussischen Region Krasnodar teilten mit, dass Trümmer einer abgeschossenen Drohne einen Brand auf dem Gelände einer Anlage der Ölindustrie in der Stadt Krymsk ausgelöst hätten. Das Feuer sei gelöscht worden, hieß es. Die Ukraine will mit diesen Gegenangriffen auf die russischen Energieanlagen Moskaus Kriegswirtschaft schaden.

An diesem Nachmittag soll um 16 Uhr (15 Uhr MESZ) in der Ukraine und Russland eine 32-stündige Waffenruhe beginnen. Der russische Präsident Wladimir Putin setzte die Feuerpause nach eigenen Angaben bis Mitternacht am Sonntag an, damit Ukrainer und Russen das orthodoxe Osterfest in Ruhe feiern können. Der Kreml sprach von einer humanitären Geste.

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij reagierte auf die Pläne aus Moskau zustimmend: „Wir haben eine Waffenruhe über die Osterfeiertage in diesem Jahr vorgeschlagen und werden entsprechend handeln.“ Die Ukraine hatte in den vergangenen Tagen mehrfach über eine Feuerpause zum orthodoxen Osterfest gesprochen, der Kreml ging allerdings nicht auf die Äußerungen aus Kiew ein.

Bei einer von Putin einseitig verfügten Feuerpause zu Ostern voriges Jahr meldeten beide Kriegsparteien zahlreiche Verstöße. Auch diesmal haben Moskau und Kiew angekündigt, auf Angriffe des Gegners zu reagieren.

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