Kommunalwahlen Frankreich: Rechtspopulistisches RN vorne

vor 12 Stunden 1

Besonders von den Parteien umkämpft sind die Rathäuser der Großstädte. In Paris deutet sich an, dass die Hauptstadt nach dem Ausscheiden von Bürgermeisterin Anne Hidalgo in der Hand der Sozialisten bleibt. Ihr Kandidat Emmanuel Grégoire landet den Hochrechnungen zufolge mit 38 Prozent der Stimmen entgegen früheren Umfragewerten deutlich vor der konservativen Herausforderin Rachida Dati. Sie kommt demnach auf 24 Prozent.

Definitive Auszählungsergebnisse lagen am Abend noch nicht vor. In der Mehrzahl der Gemeinden und in praktisch allen Großstädten, in denen keine absolute Mehrheit erreicht wird, gibt es am kommenden Sonntag (22. März) einen zweiten Wahlgang. Ein Jahr vor der nächsten Präsidentschaftswahl, bei der Amtsinhaber Emmanuel Macron nach zwei Amtsperioden nicht mehr antreten kann, gilt die Abstimmung auch als letzter großer Stimmungstest.

In Frankreichs zweitgrößter Stadt Marseille könnten die Sozialisten am Ruder bleiben – Herausforderer Franck Allisio vom RN und der sozialistische Amtsinhaber ‌Benoit Payan liegen einer Prognose zufolge gleichauf bei 35,4 Prozent. Öffentliche Sicherheit war eines der wichtigsten Wahlkampfthemen in den rund 35.000 Städten und Gemeinden und ‌besonders in Marseille. Die Stadt am Mittelmeer gilt ​als Brennpunkt der ‌Drogenkriminalität. Sowohl Payan als auch Allisio hatten Sicherheit in den Mittelpunkt ihrer Wahlkampagnen gerückt. Der einwanderungs- und europakritische RN versprach in ganz Frankreich ein hartes Vorgehen gegen Kriminalität.

RN-Bürgermeister in Perpignan und Toulon

In Nizza an der Côte d'Azur hingegen sehen Hochrechnungen den rechtsnationalen Éric Ciotti vor dem aktuellen Bürgermeister Christian Estrosi aus dem konservativen Mitte-Lager. Im südfranzösischen Perpignan, der einzigen Großstadt, in der bisher bereits das RN regiert, sieht alles nach einer Wiederwahl von Bürgermeister Louis Aliot gleich im ersten Wahlgang aus.

In der südfranzösischen Hafenstadt Toulon liegt laut Hochrechnungen die RN-Abgeordnete Laure Lavalette mit rund 39 Prozent der Stimmen vorn. Falls sich das Ergebnis bestätigt, wäre es ein wichtiger Sieg für den RN, der in Toulon bereits einmal den Bürgermeister stellte. In der Hafenstadt Le ‌Havre im ​Norden landete der ehemalige Premierminister Édouard Philippe auf dem ersten Platz. Das Ergebnis gilt als Rückenwind für ​eine mögliche Präsidentschaftskandidatur des Mitte-rechts-Politikers.

Ein überraschendes Comeback deutet sich unterdessen nach den Hochrechnungen in der Elsass-Metropole Straßburg an. Die Sozialistin Catherine Trautmann, die dort von 1989 bis 1997 und erneut von 2000 bis 2001 Bürgermeisterin war, landet demnach in der ersten Wahlrunde auf Platz eins, knapp vor dem konservativen Herausforderer Jean-Philippe Vetter.

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