Irankrieg: Israel startet neue Angriffswelle auf den Iran

vor 1 Tag 4

  • Israel und die USA haben am 28. Februar einen gemeinsamen Angriff auf den Iran gestartet.
  • Der Iran reagierte mit Gegenangriffen auf Israel und US-Militärstützpunkte in verschiedenen Staaten der Region.
  • Ajatollah Ali Chamenei, der mehr als drei Jahrzehnte Anführer des Iran war, wurde bei den Angriffen getötet.
  • Modschtaba Chamenei, der Sohn von Ali Chamenei, ist neues politisches und geistliches Oberhaupt des Iran.
  • Neben eigenen Recherchen verwenden wir Material der Nachrichtenagenturen AFP, AP, dpa, epd, KNA und Reuters.
  • Mehr lesen Sie auf unserer Themenseite zum Iran.

Jakob von Lindern

Iranische Revolutionsgarden wollen Benjamin Netanjahu töten

Die iranischen Revolutionsgarden haben dem israelischen Präsidenten Benjamin Netanjahu mit dem Tod gedroht. Sollte Netanjahu noch leben, werde man ihn verfolgen und töten, berichteten die Nachrichtenagenturen Fars und Irna unter Berufung auf eine Erklärung der Elitestreitkräfte. 

Iven Fenker

Iran bestreitet Angriffe auf zivile Ziele 

Der iranische Außenminister hat bestritten, dass das Regime zivile Ziele im Mittleren Osten angegriffen habe. Der Iran sei bereit, diese Angriffe zu untersuchen, sagte Abbas Araghtschi. Zudem führe das Regime Gespräche mit den betroffenen Ländern in der Golfregion und würde ein Ende des Krieges begrüßen. 

Sybille Klormann

Israel greift Ziele im Westen des Iran an

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben eine neue breitangelegte Angriffswelle im Iran gestartet. Es sei Infrastruktur des iranischen Machtapparats im Westen des Landes angegriffen worden, hieß es in einer Mitteilung des Militärs.

Maria Mast

Ukraine fordert Geld und Technologie im Gegenzug für Hilfe in Nahost 

Die Ukraine will ⁠Geld und Technologie im Gegenzug für ​ihre Hilfe bei der Verteidigung der Staaten im Nahen Osten ‌gegen ⁠iranische Kamikaze-Drohnen. Präsident Wolodymyr Selenskyj ​zufolge sind bereits Spezialisten in vier Länder der Region entsandt worden. Jedes Team bestehe ​aus Dutzenden Personen. Sie könnten demonstrieren, wie Drohnenabwehrsysteme funktionieren sollten, sagt Selenskyj in einer Erklärung.

Die Ukraine hat viel Erfahrung mit der Abwehr iranischer Schahed-Drohnen, die seit Langem von den ⁠russischen Streitkräften im Krieg ​eingesetzt werden.

Iven Fenker

Südkorea will mit USA über Kriegsschiffe bei Straße von Hormus sprechen

Südkorea zieht die Entsendung von Kriegsschiffen in Richtung der Straße von Hormus in Betracht. US-Präsident Donald Trump hatte Verbündete dazu aufgefordert. "Wir werden das eng mit den USA besprechen und nach sorgfältiger Überlegung eine Entscheidung treffen", teilte das Büro von Präsident Lee Jae Myung mit. 

Maria Mast

Hisbollah meldet "direkte" Kämpfe mit israelischer Armee im Südlibanon 

Die vom Iran unterstützte Hisbollah liefert sich nach eigenen Angaben im Südlibanon direkte Kämpfe mit der israelischen Armee. Die Kämpfe in der südlibanesischen Stadt Chiam seien seit Samstagabend im Gange und dauerten an, teilte die Schiiten-Miliz mit. Es seien "leichte und mittelschwere Waffen sowie Raketengeschosse" zum Einsatz gekommen. Zudem griff die Miliz nach eigenen Angaben israelische Streitkräfte in drei Grenzdörfern an. 

Sybille Klormann

Iran nimmt 20 Menschen wegen mutmaßlicher Kooperation mit Israel fest 

Im Nordwesten des Irans sind zwanzig Menschen unter dem Vorwurf der Zusammenarbeit mit Israel festgenommen worden. Das meldet die Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft der Provinz West-Aserbaidschan.

Den Festgenommenen werde vorgeworfen, Daten über die Standorte militärischer und sicherheitsrelevanter Einrichtungen ​des Iran an Israel übermittelt zu haben.

Israel ist es in der Vergangenheit gelungen, über die Jahre eine Reihe von Informanten im inneren Führungskreis der iranischen Eliten zu rekrutieren – teils für Geld, teils, weil die Iraner frustriert waren, schreibt Holger Stark in diesem Text: 

Maria Mast

Pentagon veröffentlicht nach Absturz eines Tankflugzeugs Namen der Opfer

Das US-Verteidigungsministerium hat die Namen der sechs Besatzungsmitglieder veröffentlicht, die in dieser Woche beim Absturz eines Tankflugzeugs im Irak ums Leben gekommen sind. Drei der Opfer im Alter zwischen 31 und 34 Jahren waren demnach Angehörige der US-Luftwaffe. Drei weitere waren im Alter von 28 bis 38 Jahren und gehörten zur Air National Guard.

Das US-Tankflugzeug vom Typ KC-135 war am Donnerstag im Westen des Irak unter ungeklärten Umständen abgestürzt. Die Zahl der im Irankrieg getöteten US-Armeeangehörigen stieg damit auf 13.

Die Gründe für den Absturz würden weiter untersucht, erklärte das Pentagon. Das für die Region zuständige US-Militärkommando Centcom hatte zuvor mitgeteilt, der Absturz sei "weder auf feindlichen Beschuss noch auf versehentlichen Beschuss durch eigene Truppen" zurückzuführen. Die iranische Armee hatte hingegen in einer vom Staatsfernsehen verbreiteten Erklärung mitgeteilt, eine mit dem Iran verbündete Gruppe im Irak habe das US-Flugzeug mit einer Rakete abgeschossen. Die proiranische Allianz Islamischer Widerstand im Irak erklärte ihrerseits, das US-Flugzeug abgeschossen zu haben. 

Die Maschine ist mindestens das vierte US-Flugzeug, das seit Beginn des Irankrieges abgestürzt ist. Anfang März waren drei weitere US-Kampfflugzeuge nach Angaben der US-Armee "versehentlich" von der kuwaitischen Luftabwehr abgeschossen worden. 

Sybille Klormann

Erneute Angriffe auf die Vereinigten Arabischen Emirate

Das Verteidigungsministerium der Vereinigten Arabischen Emirate meldet erneuten Beschuss aus dem Iran. Die Luftabwehr sei dabei, Raketenangriffe und aus dem Iran kommende Drohnen abzufangen, teilte das Ministerium auf X mit.  

Der Berater des Präsidenten, Anwar Gargasch, erklärte, sein Land habe zwar das Recht, sich gegen die "terroristische Aggression" zu verteidigen. Doch wolle man weiterhin Vernunft und Zurückhaltung walten lassen. Die Emirate suchten nach einem Ausweg aus der Krise für den Iran und die gesamte Region. 

Irans Außenminister Abbas Araghtschi schrieb in der Nacht auf X, der Iran rufe "seine brüderlichen Nachbarn dazu auf, ausländische Aggressoren zu vertreiben, zumal deren einziges Anliegen Israel ist". Zuvor hatte bereits das neue Staatsoberhaupt Modschtaba Chamenei in einer im Staatsfernsehen verlesenen Erklärung die Golfstaaten aufgefordert, US-Stützpunkte zu schließen. Er sprach von warmen und konstruktiven Beziehungen zu den arabischen Nachbarn, die jedoch für den Krieg gegen den Iran genutzt würden.

Verena Hölzl

Angriffe auf Saudi-Arabien

Das saudische Verteidigungsministerium meldet, dass zehn Drohnen über der Hauptstadt Riad und den östlichen Regionen des Landes abgefangen worden sind.

Der Iran dementierte den Angriff auf Saudi-Arabien nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars, die den mächtigen Revolutionsgarden nahesteht. Dieser stehe in keinem Zusammenhang mit der Islamischen Republik. "Die saudische Regierung sollte sich bemühen, die Herkunft der Angriffe aufzudecken", hieß es.

Verena Hölzl

Trump drängt auf Hilfe bei Sicherung der Straße von Hormus

US-Präsident Donald Trump hat militärische Hilfe vieler Länder zur gemeinsamen Sicherung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus in Aussicht gestellt – ohne konkret zu werden. "Viele Länder – insbesondere diejenigen, die von Irans versuchter Blockade der Straße von Hormus betroffen sind – werden gemeinsam mit den Vereinigten Staaten Kriegsschiffe entsenden, um sie offen und sicher zu halten", schrieb er auf seiner Onlineplattform. Die iranische Führung verspottete dies als Hilferuf. 

Es ist unklar, welche Länder Trump meint und ob sich Länder überhaupt bereit erklärt haben, Kriegsschiffe zu schicken. Trump ergänzte, dass "hoffentlich" China, Frankreich, Japan, Südkorea, Großbritannien und andere Länder, die von Irans Blockade der für den globalen Ölexport wichtigen Meerenge betroffen sind, Schiffe entsenden werden. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist nahezu zum Erliegen gekommen, was die Ölpreise in die Höhe treibt.

Verena Hölzl

Selenskyj: Russland liefert Iran Schaheds

Russland beliefert nach ​den Worten des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj den Iran mit Kampfdrohnen vom Typ Schahed für den Einsatz gegen ⁠die ​USA und Israel. Es sei ‌eine "hundertprozentige Tatsache", ‌dass der Iran vom russischen ​Militär hergestellte Schaheds für Angriffe auf US-Stützpunkte ​eingesetzt habe, sagte Selenskyj dem Sender CNN. Der Iran ​hatte ursprünglich Russland mit den ⁠Kampfdrohnen ​für den ‌Krieg gegen die Ukraine beliefert. Inzwischen stellt ‌Russland sie nach ukrainischen ​Angaben selbst her.

Verena Hölzl

USA ziehen Mitarbeiter aus Oman ab

Das US-Außenministerium ordnete die Ausreise von nicht essenziellen Regierungsmitarbeitern und deren Familienangehörigen aus dem Oman ​an. Als Grund nannte die ⁠Behörde Sicherheitsrisiken im Zuge des andauernden ​Krieges der USA und Israels gegen den Iran.

Vera Sprothen

Emirate wollen sich im Irankrieg zurückhalten

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) betonen ihr Recht, sich gegen Angriffe zu verteidigen, bemühen sich jedoch nach Angaben ihres diplomatischen Beraters um Deeskalation.

"Die VAE haben das Recht, sich gegen diese aufgezwungene terroristische Aggression zu verteidigen", schreibt Präsidentenberater Anwar Gargasch auf X. Die Emirate setzten aber "weiterhin auf Vernunft und Logik, üben Zurückhaltung und suchen nach einem Ausweg für den Iran und die Region". 

Vera Sprothen

Libanon meldet fünf Tote nach israelischem Beschuss

Bei israelischen Angriffen auf den Libanon sind nach Behördenangaben im Süden des Landes mindestens fünf Menschen getötet und sechs weitere verletzt worden. Beim Beschuss der Gegend um Nabatije starben dem Gesundheitsministerium zufolge vier Menschen, darunter ein Kind. Bei einem weiteren Angriff auf den Bezirk Mardsch Uyun sei ein Mensch getötet worden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Israel geht nach eigenen Angaben gegen irantreue Mitglieder der Hisbollah-Miliz vor. Auch Bodentruppen kämpfen nach Angaben des israelischen Verteidigungsministeriums im Süden des Libanon.

Nach oben
Gesamten Artikel lesen