Bundeskanzler Merz fordert eine dauerhafte Öffnung der Straße von Hormus. Frankreich und Großbritannien erklären sich zur Leitung der »rein defensiven« Mission bereit.
Aktualisiert am 18. April 2026, 0:04 Uhr
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und weitere EU-Staatschefs haben die Öffnung der Straße von Hormus vonseiten des Iran begrüßt. Nach der Hormus-Konferenz in Paris, zu der Macron gemeinsam mit dem britischen Premierminister Keir Starmer geladen hatte, teilte der Franzose mit, die Planung einer militärischen Mission zur Sicherung der Schifffahrt in der Region werde nun schnell vorangetrieben.
Macron sprach von einer Botschaft der Hoffnung: Die jüngste Nachricht, dass der Iran die Blockade der Meerenge vorerst einstellt, sei ermutigend, jedoch mit Vorsicht zu genießen. Der Franzose betonte, dass die Straße von Hormus vollständig, ohne Konditionen geöffnet werden und das internationale Seerecht gewahrt werden müsse.
Insgesamt 49 Staaten nahmen Macron zufolge an der Konferenz teil, auch Bundeskanzler Friedrich Merz und die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni waren vor Ort in Paris. Merz sagte im Anschluss, die Einigkeit der Staaten in der Forderung nach einer uneingeschränkten Öffnung der Meerenge und die Bereitschaft, sich militärisch daran zu beteiligen, habe ihn überrascht. Auch er und seine Amtskollegen aus Großbritannien und Italien betonten, dass die Straße von Hormus uneingeschränkt geöffnet bleiben und das internationale Seerecht gewahrt werden müsse.
Franzosen und Briten wollen führen, Deutschland will sich beteiligen
Die Staaten planen eine militärische Mission. Diese werden Starmer zufolge jedoch rein defensiv sein und könne erst nach dem Beschluss einer Waffenruhe starten. Frankreich und Großbritannien zeigten sich bereit, die Leitung der multinationalen Mission zu übernehmen. Der Einsatz solle beginnen, »sobald die Umstände es zulassen«, sagte Starmer. Der britische Regierungschef sprach von einer produktiven Sitzung in Paris. Dutzende Länder hätten bereits mitgeteilt, an der Mission teilhaben zu wollen. Wie genau, ließ er jedoch offen. Eine weitere Planungsrunde werde bereits kommende Woche in London stattfinden.
An der Planung und der Mission wolle sich auch Deutschland beteiligen, sagte Merz. Die Bundeswehr sei bereit, sich der Minenräumung anzuschließen. Jedoch betonte der Kanzler erneut, dass dafür eine Resolution des UN-Sicherheitsrates, ein Beschluss der Bundesregierung und ein Mandat des Bundestags erforderlich seien.
Auch Italien bereit mitzumachen
Ähnliches war von Meloni zu hören. Italien werde sich beteiligen, doch auch ihre Regierung brauche eine Bestätigung des italienischen Parlaments. Sie könne sich vorstellen, dass das Land sich dann der Minenräumung anschließe.
Alle vier Regierungschefs hoben die Einigkeit der Konferenzteilnehmer hervor. Der Nahe Osten müsse schnell zu Frieden und Stabilität zurückfinden und der Krieg dürfe nicht zum »transatlantischen Stresstest« werden, sagte Merz. Meloni betonte das »weltwirtschaftliche Interesse« an einer Einigung. Macron machte zudem deutlich, dass sich die Mission klar von den Kriegsparteien abgrenzen wolle. Gleichzeitig wolle man sich mit den USA und Israel abstimmen.
Trump kritisiert Nato-Verbündete
Auch die Bundesregierung wolle sich weiterhin um eine diplomatische Verständigung bemühen und Gespräche mit allen Akteuren, auch dem Iran, führen, sagte Merz. Man begrüße die Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon. Die Hisbollah müsse nun ihre Waffen niederlegen und auch Israel seinen Beitrag zum Frieden leisten.
Bei der US-Regierung stößt die Ankündigung zunächst auf wenig Sympathie. US-Präsident Donald Trump meldete sich kurz nach der Pressekonferenz der EU-Staatschefs zu Wort: Nato-Verbündete sollen sich fernhalten. Nach ihrer zögerlichen Haltung über Wochen hätten Nato-Länder den USA nun Hilfe angeboten, schrieb er auf seiner Onlineplattform, doch die werde nun nicht mehr gebraucht. Das Militärbündnis bezeichnete er als »nutzlos«.

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