Intel geht mit der Prozessorbaureihe Core 300 alias Wildcat Lake neue Wege. Anders als bei den Core 100 und 200 (nicht Ultra) legt der Hersteller keine alten CPUs unter neuem Namen auf. Stattdessen gibt es eine Mini-Version der großen Core Ultra 300 (Panther Lake). Das komplette Design ist auf niedrige Kosten ausgelegt und folglich für günstige Notebooks gedacht.
Statt bis zu 16 CPU-Kerne gibt es mit Wildcat Lake nur noch maximal sechs: zwei Performance- und vier Low-Power-Effizienzkerne. Auf normale Effizienzkerne als Mittelstufe verzichtet Intel. Das Speicher-Interface ist auf 64 Bit halbiert (Single-Channel), der Level-3-Cache auf 6 MByte gedrittelt und auch die integrierte KI-Einheit (Neural Processing Unit, NPU) sowie GPU sind kompakt gehalten. Das spart Chipfläche und damit Fertigungskosten.
Links die großen Panther-Lake-Chipkonfigurationen, rechts der kleinere Wildcat Lake.
(Bild: Intel)
Die NPU schafft maximal 17 Billionen Berechnungen pro Sekunde (Tops) statt 50. Die GPU umfasst maximal zwei Xe-Kerne statt 12 wie in der Panther-Lake-Maximalkonfiguration.
Single-Channel-RAM hilft vor allem in Zeiten der Speicherkrise, die Kosten nach unten zu drücken. Für Intel ist das Timing trotzdem schlecht: Notebook-Hersteller priorisieren Oberklassemodelle, um ihre Margen zu halten. Vor allem die Einstiegs- und Mittelklasse leidet unter den immensen Speicherpreisen.
Aktueller Fertigungsprozess und Thunderbolt
Die grundlegende Technik befindet sich trotz des Kostenfokus auf aktuellem Stand. Das Compute-Die mit der CPU, GPU, NPU und dem Speichercontroller fertigt Intel mit eigener 18A-Technik. Das Platform Controller Tile fertigt TSMC im N6-Prozess. Intel begnügt sich mit sechs PCI-Express-4.0-Lanes, integriert aber weiterhin Thunderbolt 4, Wi-Fi 7 und Bluetooth 6.0.
Aufbau von Wildcat Lake. Das Compute-Die stellt Intel mit 18A-Technik her.
(Bild: Intel)
Wildcat Lake kommt in Form von sechs Mobilprozessoren. Fünf Modelle unterscheiden sich nur marginal: Vom Core 7 360 bis zum Core 5 315 kommt immer der Vollausbau mit sechs CPU-Kernen und zwei GPU-Kernen zum Einsatz. Sie unterscheiden sich größtenteils durch die Taktfrequenzen und den Support für Intels Validierungsprogramm Stable IT Platform Program (SIPP). Hersteller zertifizieren dort das Zusammenspiel aus allen Komponenten; gedacht ist es für Unternehmenskunden.
Beim Core 3 304 sind ein CPU-Performance- und ein GPU-Kern deaktiviert. Er hat mit 4,3 GHz auch den niedrigsten Turbo-Takt.
Alle sechs Modelle verwenden die gleiche NPU, bloß mit unterschiedlichen Taktfrequenzen. Zudem können alle wahlweise 64 GByte DDR5-6400-RAM oder 48 GByte LPDDR5X-7467-Speicher ansprechen. Die standardmäßige Thermal Design Power (TDP) liegt bei 15 Watt, die maximale Turbo-Power bei 35 Watt.
Spezifikationen der Core 300. Fünf Modelle ähneln sich weitgehend.
(Bild: Intel)
Zahlreiche Notebooks geplant
Laut Intel planen Notebook-Hersteller über 70 Designs mit Wildcat Lake. Die ersten davon sollen zeitnah verfügbar sein. Acer bringt etwa verschiedene Aspire-Go-Notebooks, Asus Vivobooks und Expertbooks, HP ein Omnibook, Lenovo Thinkbooks, Thinkpads, Ideapads und einen Ideacentre-All-in-One-PC, und Samsung das Galaxy Book 6.
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(mma)










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