Atomkraft: Jens Spahn bringt Reaktivierung stillgelegter Reaktoren ins Spiel

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Vor drei Jahren wurden die letzten drei Kernkraftwerke in Deutschland abgeschaltet. Kanzler Friedrich Merz nannte den Beschluss früherer Bundesregierungen zum Atomausstieg unumkehrbar. Auch Energiekonzerne zweifeln, ob eine Rückkehr zur Atomkraft sinnvoll ist. Doch Unionsfraktionschef Jens Spahn heizt die Debatte erneut an.

Er zeigte sich offen für eine Diskussion zur Wiederinbetriebnahme deutscher Atomkraftwerke. Das solle man miteinander prüfen, sagte der CDU-Politiker in Berlin am Rande eines Forschungskongresses der Unionsfraktion vor Journalisten.

Er verwies auf Studien, wonach die stillgelegten Reaktoren der vergangenen Jahre »mit um die neun, zehn Milliarden Euro wieder ans Netz gehen könnten. Ich finde jedenfalls, diese Debatte müssen wir gesellschaftlich führen.«

In anderen Staaten würden 30 bis 50 Milliarden Euro investiert, um ein neues Kernkraftwerk zu bauen. »Wir könnten mit deutlich weniger unsere gerade abgeschalteten Kernkraftwerke wieder ans Netz bringen. Eine Diskussion ist es in jedem Fall wert.«

Auch CSU-Chef Söder hält die Debatte am Köcheln

Die Debatte über die Atomkraft hatte zuletzt wieder an Fahrt aufgenommen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte die Abkehr von der Technologie als strategischen Fehler bezeichnet. Kanzler Merz sagte, er teile von der Leyens Einschätzung, fügte aber hinzu, die Bundesregierungen zuvor hätten entschieden, aus der Kernenergie auszusteigen. »Der Beschluss ist irreversibel. Ich bedauere das, aber es ist so.«

Nicht nur in der Union gibt es hartnäckige Befürworter der Atomkraft. Auch die AfD bringt das Thema auf die Agenda. Die Partei hatte einen Antrag zur Wiederinbetriebnahme von Reaktoren in den Bundestag eingebracht – und dabei ähnlich argumentiert wie Spahn.

Der für Atomkraft zuständige AfD-Abgeordnete Paul Schmidt war nach eigenen Angaben mehr als zwanzig Jahre Betriebsphysiker im Kernkraftwerk Philippsburg in Baden-Württemberg. Schmidt hatte Angaben des Verbands der deutschen Kerntechnik als plausibel bezeichnet, wonach mehrere stillgelegte Kraftwerksblöcke innerhalb von drei Jahren mit jeweils ein bis drei Milliarden Euro wieder in Betrieb genommen werden könnten, weil dort bisher wenig Rückbau passiert sei. Er nannte Neckarwestheim II und Brokdorf.

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